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Grünland

Checkliste: So kommt der 1. Schnitt ins Silo

Grassilage mit Krone-Häcksler
am Freitag, 20.03.2020 - 15:30 (Jetzt kommentieren)

Vom Halm in den Trog heißt es in wenigen Wochen wieder. Pflanzenbestände, Schnitttermin und Silageverfahren sind die entscheidenden Faktoren für eine qualitativ hochwertige Grassilage. Nur die Kombination aller Bausteine verspricht Erfolg.

Den Grundstock haben Sie schon mit der Pflege im zeitigen Frühjahr gelegt. Dafür haben wir von agrarheute in der Checkliste „Start in die Grünlandsaison“ der Ausgabe 03/2020 das wichtigste für Sie zusammengefasst. Dort erfahren Sie alles über die Arbeiten, die aktuell durchgeführt werden sollten.

Technikvorbereitung

Parallel zur Grünlandpflege sollte die Technik für den 1. Schnitt vorbereitet werden:

  • Mähwerk: Die Klingen sind kontrolliert und gegebenenfalls ausgetauscht oder gedreht worden. Die optimale Schnitthöhe wird in der Werkstatt grob voreingestellt; beim Mähen erfolgt eine Nachkontrolle und die Feinjustierung.
  • Zettwender: Sind die Zinken vollständig vorhanden und ohne Beschädigung? Stark abgenutzte oder Zinken mit erkennbaren Sollbruchstellen sind schon jetzt ausgetauscht. Das Arbeitsgerät ist auf „Zetten“ einstellt: steiler Winkel für eine gleichmäßig locker abgelegte Futtermatte bei hohem Ertrag. Zum ersten Zetten sollten Sie eher langsamer fahren ca. 6 km/h und mit 400 U/in an der Zapfwelle.
  • Schwader: Die Zinkenkontrolle wie beim Zettwender ist erfolgt. Die Schwaderkreisel neigen sich leicht zum Schwadtuch und arbeiten dort im Leerlauf etwas tiefer. Generell sollten die Zinken immer über dem Boden laufen.

Zeitfenster beachten

Je nach Wetterverlauf im Frühjahr, steht der 1. Schnitt zwischen Ende April und Mitte Mai an. In diesem Zeitfenster müssen folgende Aktivitäten regelmäßig durchgeführt werden:

  • Aufwuchs regelmäßig kontrollieren (ggf. Kontrollfenster festgelegen)
  • Wettervorhersagen im Blick behalten
  • Kontakt mit Lohnunternehmer aufnehmen: mögliche Termine frühzeitig fixieren.

Wann soll das Gras geschnitten werden?

Es gibt ein paar Faustregeln für den richtigen Zeitpunkt des 1. Schnitts:

  • Beginn des Ähren-/Rispenschiebens der Hauptbestandsbildner abgewartet? Wuchshöhe entspricht in etwa der Größe einer Bierflasche.
  • Schnitthöhe zwischen 6 und 8 cm gewählt, damit die Zinken von Zettwender und Schwader ohne Bodenkontakt durch die Stoppel „streifen“ können und eine Durchlüftung des Futters von unten möglich ist.
  • Früh am Morgen, aber nach dem Tau, gemäht und breit gestreut. Das führt zu einem guten Anwelken.
  • Vorzeitiges Schwaden und große Schwade bremsen den Anwelkprozess - bei großer Hitze oder verspätetem Erntebeginn - ab.

Ist Siliermittel notwendig?

Auch wenn Sie vermeintlich zum richtigen Zeitpunkt mähen und die Wetterprognosen vielversprechend sind, kann es passieren, dass der Anwelkprozess nicht wie gewünscht verläuft. Dann lohnt es sich Siliermittel einzusetzen.

  • Um Schlechtwettersituationen nicht unvorbereitet zu begegnen, wird eine Vorauswahl an chemischen oder biologischen Präparaten getroffen. Die Wirkungsrichtung muss definiert werden. 
  • Das Siliermittel wird gleichmäßig im Gutstrom verteilt, die Dosiervorgabe wird eingehalten und es werden geeignete Dosiergeräte (ggf. Absprache mit Lohnunternehmer) verwendet.

Häcksel-/Silierkette: Es geht zur Sache

Entscheidend für die Futterqualität im Trog ist die Silierkette. Hier kann man viel richtig aber auch falsch machen. 

  • Bei einem angestrebten Trockenmassegehalt von mindestens 30 Prozent ist eine Häcksellänge zwischen 2 und 5 cm empfehlenswert. Faustregel: Je trockener das Gras, desto kürzer der Schnitt, damit im Silo noch ausreichend verdichtet werden kann.
  • Die Abstimmung der Silierkette erfolgt entsprechend der Schlagkraft: Leistung vom Häcksler, Größe der Schwaden und die Feld-Hof-Entfernung. 
  • Das Walzfahrzeug ist ballastiert und weist einen hohen Reifendruck (über 2 bar) für einen höheren Punktdruck auf.
  • Das Walzfahrzeug bestimmt das Tempo: maximal 4 km/h, mindestens zweimaliges Überfahren jeder Schicht (Abladen auf max. 30 cm Höhe). 
  • Nachwalzen ist Pflicht und dauert zwischen einer halben und einer Stunde, je nach Größe des Silos.

Siloabdeckung: Der letzte Schritt

Nur wer sein Silo luftdicht abdichtet, fördert den Gärprozess und verhindert Schimmelbildung. 

  • Silowände werden vor Beginn des Silierens mit Folie abgehängt.
  • Der Gärprozess beginnt gleich nach dem Einsilieren; das Silo wird unmittelbar nach Ende des Nachwalzens abgedeckt, um ein sauerstoffarmes Milieu für den Gärprozess zu schaffen. 
  • Das Abdecken des Silos erfolgt mehrlagig, um einen luftdichten Abschluss zu gewährleisten: Unterziehfolie, gasdichte Hauptfolie, Siloschutzgitter (Beschwerung, Schutz vor Beschädigung), Silosäcke (Beschwerung, luftdichte Barriere).

Wenn Sie alle Punkte der Checkliste abhaken konnten, sollten Sie nach einigen Wochen ein hochwertige Grassilage an die Milchviehherde verfüttern können.

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