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Neuheit zur Wildtierrettung

Pöttinger Sensosafe: Weltweit erstes Sensorsystem für die Kitzrettung

LfF-Sensosafe-Pöttinger
am Dienstag, 23.06.2020 - 07:09 (Jetzt kommentieren)

Nicht nur beim ersten Grünlandschnitt sind Wildtiere und besonders Rehkitze in Gefahr. Mit Sensosafe von Pöttinger werden die Kitze entdeckt und der Fahrer gewarnt. Wir waren bei einem der ersten Einsätzen dabei.

Sensorbalken

Pöttinger hat mit Sensosafe ein Assistenz-System zur Erkennung und zum Schutz von Wildtieren in der Erprobung: Ein Balken mit optischen Sensoren vor dem Mähwerk erkennt beispielsweise das Rehkitz und warnt den Fahrer akustisch. Der Fahrer reagiert und bremst den Traktor. Das Frontmähwerk hebt dank ISOBUS automatisch aus. Für das Heckmähwerk reicht die Entfernung vom Sensor um das Tier zu schützen. Sensosafe ist momentan das weltweit erste mit optischen Sensoren ausgestattete System dieser Art.

Einfache Kitzrettung - So ist Sensosafe aufgebaut

Sensor erkennt Kitz

Zwei Sensorbalken sind direkt am Mähwerk oder an einem Zwischenrahmen montiert. Erkennt der Sensor ein Tier, sendet das System ein Signal an die Mähwerkshydraulik. Diese hebt das Frontmähwerk automatisch aus. Für das Heckmähwerk sitzt der Sensor an einem Zwischenrahmen in der Fronthydraulik und schwenkt zur Seite aus. Von dort sucht er die Fläche vor dem Heckmäher sensorisch ab. Der Fahrer stoppt den Traktor, nachdem ihn Sensosafe mit einem Signal gewarnt hat. Zwischen dem Sensor und dem Heck-Mähwerk ist ein genügend großer Abstand, damit der Fahrer nach Erhalt eines optischen und akustischen Signals bremsen kann. Dann kann er absteigen und das Wildtier retten und aus der Gefahrenzone bringen. Er kann auch einfach das Heckmähwerk heben und eine kleine ungemähte Fläche hinterlassen. Um ein Kippen des Traktors zu vermeiden, hebt das Heckmähwerk nicht automatisch aus.

Umfangreiche Test in der Praxis

Pöttinger, aber auch die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Bayern testen in der Saison 2020 Prototypen von Sensosafe intensiv. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr erfreulich. Erste Untersuchungen der LfL sind sehr vielversprechend. Auf 250 ha Mähfläche wurde nur ein Tier nicht richtig erkannt. Die Empfindlichkeit kann zurzeit in vier Stufen eingestellt werden. Die Fahrgeschwindigkeit sollte jedoch 8 bis 9 km/h nicht überschreiten. Damit wird die Schlagkraft deutlich reduziert. Sie hängt auch von der Anzahl der Fehlalarme ab, denn auch dunkle Flächen von Maulwurfshaufen lösen einen Alarm aus.

Die Tiere wurden auch bei vollem Sonnenlicht sehr zuverlässig erkannt. Andere Wildtier-Rettungstechnik wie beispielsweise Drohnen mit Wärmebildkameras können bei starker Sonneneinstrahlung und hoher Umgebungswärme die Kitze nicht mehr zuverlässig finden.

Der Schutz der Kitze ist aufwändig

Junge Rehe und andere kleine Wildtiere sind beim ersten Schnitt im hohen Gras besonders gefährdet. Durch den Duckreflex fliehen sie nicht und können vom Mähwerk erfasst werden. Um die Tiere vor dem Mähtod zu schützen, nutzen Landwirte verschiede Techniken. Die fangen an beim Absuchen der Fläche, dem Vergrämen mit akustischen und optischen Warngeräten und enden beim Mähknigge, der Wildschonendes Mähen beschreibt.

Wie das System Sensosafe von Pöttinger arbeitet, zeigen wir in diesem Facebook-Video: Sensosafe macht die Mahd für Rehkitze sicherer.

Mit Material von Pöttinger, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Wildtierrettung: So mäht man richtig

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