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Feldprobe

Rotorladewagen: Der Lely Tigo MR 60 Profi im Test

Der Rotorladewagen MR 60 Profi von Lely
am Donnerstag, 19.01.2017 - 09:15 (Jetzt kommentieren)

Die variable Stirnwand des Rotorladewagens Lely Tigo MR 60 Profi erhöht das Ladevolumen und verdichtet das Futter vor. In einem Kurzeinsatz fühlten die Redakteure des dlz agrarmagazins dem "Großmaul" auf den Zahn.

Die bewegliche Front des Lely Tigo MR 60 Profi schafft nochmals 5 m³ mehr Ladevolumen. Damit die bewegliche Klappe trotzdem als festigendes Element dient und den Aufbau stabilisiert, versteifen Gleitkufen aus Hartplastik die bewegliche Wand zum Stahlaufbau hin. Dabei ist die bewegliche Stirnwand nicht nur Kubikschlucker, sondern übernimmt mehrere Funktionen. Die Redakteure des dlz agrarmagazins haben sie getestet:

  • Die bewegliche Wand vergrößert das Volumen des Laderaums um weiter 5 m³ und nutzt so den ungenutzten Raum über Rotor und Pick-up.
  • Die trichterförmige Wand verdichtet die Silage vor, bevor der Kratzboden das Futter weiter in Richtung Heck schiebt.
  • Startet das Abladen, klappt sie Richtung Heck. Das Entladen der letzten Meter Gras auf dem Kratzboden geht so schneller.

Der Antrieb des Lely Tigo MR 60 Profi

Mit 1,80 m fällt die Pick-up breit aus. Ungesteuert schlängeln sich 5 Doppelzinken je Reihe um die Welle. Ein Rollenniederhalter lenkt den Gutfluss in Richtung Schneidwerk. Die Streifbleche sind aus Metall.

Die Pick-up am Tigo folgt dem Boden mit Tasträdern, die seitlich pendeln. Eine zusätzliche 1 m breite Stahlrolle hinter den Pick-up-Zinken trägt die Hauptlast. Die Zinken nahmen das Futter im Test sehr gut auf.

Aufbau des Lely Tigo MR 60 Profi

  • Das Fahrwerk ist einfach gehalten: kein Bogie, keine Pneumatik, keine Hydraulik.
  • Die beiden ADR-Achsen schultern maximal 16 t und tragen den voluminösen Aufbau des Tigo auf Parabelfedern. Die sind stramm ausgelegt und lassen den Lader nicht so schnell in die Knie gehen.
  • Die K-80-Kugel an der Deichel überträgt weitere 3 t Stützlast auf den Traktor.
  • Insgesamt darf der Tigo 19 t auf die Waage bringen
  • Eine Nachlauf-Lenkachse hält die 22.5-Zoll-Bereifung in der Spur.
  • Nach oben begrenzen traditionell gespannte Seile den Laderaum.
  • Im vorderen Drittel schirmen Blechschilde das Futter nach innen ab.

Der 80-cm-Rotor zieht das Gut über die 31 Messer, die Halme und Krau auf theoretische 45 mm schneiden. Darf die Silage länger sein, schwenken 15 Messer mit Welle und Werkzeug aus der Arbeitsposition, wodurch nur jedes zweite Messer im Einsatz steht. Das Erntegut wird auf 90 mm gekürzt.

Stahlknickfedern halten die Messer im Kanal. Kommen mit dem Gras auch Steine oder Schwaderzinken mit, knicken diese bei zu großem Widerstand zusammen und bringen die Messer aus dem Gefahrenbereich. Sehr angenehm: Der gesamte Balken mit den 31 Messern und der Steinsicherung schwenkt an einem Arm getragen, zur Seite heraus.

Lely bietet zusätzlich eine Schleifeinrichtung an, die auf den Messerbalken gesetzt wird und mit Öl aus der Traktorhydraulik selbstständig alle Messer schärft.

ISOBUS-Steuerung

  • Mit einem Tablet-PC in der Kabine, der zum Traktor gehört, und installierter Steyr-Software sprach der 411 Mulit auf "ISOBUS" mit dem Ladewagen.
  • Mit ISOBUS-Terminal und Bedienbox gleichzeitig zu arbeiten, kann nach eigenen Angaben derzeit nur Lely.
  • Die Box ist den Entwicklern rundum gelungen: Übersichtlich angeordnete Folientaster mit treffenden Symbolen.
  • Status-LEDs warnen bei vollem Wagen oder offener Lenkachse.
  • Müssen Werte wie der Vorpressdruck eingestellt werden, leistet das Display gute Dienste und macht das Einstellen übersichtlicher.
  • Hätte der Austausch des Geschwindigkeitssignals vom Traktor zum Wagen geklappt, würde die ISOBUS-Steuerung automatisch die Lenkachse sperren, sobald das Gespann die eingestellte Geschwindigkeit überschreitet.

Auf- und Abladen des Lely Tigo MR 60 Profi

  • Der Tigo befiehlt dem Kratzboden selbst, sich im passenden Augenblick zu bewegen. Der ist erreicht, wenn das Futter an der eingeklappten Frontwand ordentlich Druck macht.
  • Ein Drucksensor im Hydrauliksystem weiß, wann es Zeit zur Entlastung der Frontwand ist und startet den Kratzboden. Je mehr Druck der Fahrer einstellt, umso weiter schwenkt sie nach hinten und verdichtet das aufsteigende Futter vor.
  • Zwei unterschiedlich einstellbare Vorpressdrücke gefielen den Test-Redakteuren gut. Die geht gut am Display oder über das Bedienterminal durch zweimaliges Drücken. Je feuchter die Silage, desto geringer sollte der Druck sein.
  • Meldet sich die Heckklappe am Wagenende, schwenkt die Stirnwand in zwei Stufen nach vorne und gibt die zusätzlichen 5 m³ Volumen frei.
  • So einfach wie beim Laden verhält sich der Tigo im Silo: Heckklappe auf, "Auto" betätigt und sofort setzen sich Kratzbodenleisten und Stirnwand in Bewegung. Die mitschiebende Wand bringt Zeitvorteile, denn meist sind es die letzen Kubikmeter Gras, die als Mauer nach vorne fallen und das Entladen verzögern.

Fazit zum Lely Tigo MR 60 Profi

Der Tigo MR 60 Profi bietet mit der beweglichen Stirnwand nicht nur mehr Platz, sondern eine gute Ausladung durch vorverdichtetes Futter. Schutzbleche und Aufbau lassen den Wagen wuchtiger und höher wirken, als er ist. Die Ladeautomatik nimmt Arbeit ab und der Fahrer kann sich auf das Gelände, den Schwad und die Pick-up konzentrieren.

Der schwenkbare Messerbalken erleichtert wechseln und Schärfen. In unserem Einsatz rechte die ungesteuerte Pickup sauber auf und machte gute Arbeit. Klasse gelöst ist die Steuerung, mit ihr kommt jeder Fahrer schnell zurecht.

Der Preis für die Grundmaschine des Lely Tigo MR 60 Profi liegt bei 63.690 €.
 

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