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Techniktest

Schwader von Krone im Test: Wer schneidet besser ab?

Seiten- und Mittelschwader von Krone im Vergleich.
am Montag, 06.02.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Mittel- oder Seitenschwader? Diese Frage stellen sich Landwirte vor dem Schwaderkauf. Das dlz agrarmagazin hat die beiden Systeme von Krone verglichen. Das ist das Ergebnis.

Mit geringem Leistungsbedarf und großen Flächenleistungen hat der Zweikreiselschwader den Einkreisler auf den meisten Betrieben abgelöst. Wer in einen neuen Schwader investiert, stellt sich nach wie vor die Frage: Mittel- oder Seitenablage? Die Redakteure des dlz agrarmagazins haben in ihrer aktuellen Ausgabe Januar 2017 folgende zwei Systeme verglichen:

Gute Arbeitsqualität bei beiden Schwadern

  • Die Arbeitsqualität war bei beiden Modellen sehr gut. Die Flächen wurden stets sauber abgeräumt und die Futterverschmutzung hielt sich in Grenzen.
  • Beide Kreisel arbeiten mit der sogenannten Dura-Max-Kurvenbahn, einer trockenen Kurvenbahn aus bainitisch gehörtetem Gusseisen.
  • Die Steuerkurve verläuft steil, sodass die Zinken schnell und exakt ausheben. Der kleine Durchmesser der Bahn soll zudem den Verschleiß mindern.
  • Die Zinkenarme sind wartungsfrei. Sie sind sektionsweise aufgebaut und die einzelnen Teile sind mit Hohlspannstiften verbunden.
  • Die sogenannten Luftzinken stehen Krone-typisch auf Griff und haben eine angewinkelte Spitze. An einem Arm hängen jeweils 4 dieser Luftzinken. Sie sind 10,5 mm stark und fallen mit 3 Windungen pro Zinken stabil aus. Durch ihre spezielle Form heben die Zinken das Futter beim Schwaden leicht an, was die Futterqualität verbessern soll.
  • Die Kreisel sind so aufgehängt, dass sie beim Heben erst vorne aufsteigen und beim Senken erst hinten auf den Boden aufsetzten. Dieser sogenannte Jet-Effekt verhindert unnötiges Eintauchen der Zinken und reduziert die Futterverschmutzung.
  • In Fahrtrichtung pendeln die Kreisel in einem Bereich von plus/minus 15 Grad. Die Bodenanpassung passte dementsprechend.
  • Eine Besonderheit beim Seitenschwader Swadro TS sind die unterschiedlichen Kreiseldrehzahlen: Der vordere Kreisel dreht 10 Prozent schneller, damit das Futter breitflächig vor dem hinteren Kreisel abgelegt wird.
  • Die Rechhöhe wird stufenlos mit einer Handkurbel eingestellt, die mit einer gut ablesbaren Skala versehen ist. Optional gibt es eine elektrische Höheneinstellung.

Vor- und Nachteile der Schwader

  • Das gleichmäßigste Schwad lieferte systembedingt der Mittelschwader. Da das Futter immer nur von einem Kreisel geführt wird, ist die Verschmutzungsgefahr geringer. Das Material wird ohne Verdrehungen abgelegt, sodass nachfolgende Erntemaschinen sich nicht verschlucken.
  • Nachteil des Mittelschwaders: Die Schwadbreite ist meist bereits vorgegeben, ws die Einsatzmöglichkeiten einschränkt. Optional gibt es den Mittelschwader mit hydraulisch teleskopierbaren Armen. Damit können die Kreisel auseinander- oder zusammengeschoben werden. Schwad- und Arbeitsbreite verändern sich dementsprechend.
  • Beim Seitenschwader wie dem Swadro TS 740 hängen Form, Breite und Qualität des Schwads in erster Linie vom Können und der Konzentration des Fahrers ab. Gleichmäßige Schwade verlangen etwas Übung.
  • Vorteil des Seitenschwaders: Zwei Schwade können zusammengelegt und damit die Arbeitsbreite verdoppelt werden. So sind bis zu 15 m oder mehr Arbeitsbreite möglich.
  • Während sich zu hohe Kreiseldrehzahlen beim Mittelschwader kaum auf die Schwadqualität auswirken, verschlechtern sie diese beim Seitenschwader unter Umständen erheblich. Denn da fliegt das Futter dann gerne mal am Schwadtuch vorbei.

Handhabung: Mittelschwader überzeugt

  • Bei der Handhabung hat der Mittelschwader die Nase vorne. Kurven gelingen mit ihm sehr einfach und auch bei engem Lenkeinschlag entsteht ein sauberes Schwad. Die Nachlauflenkung folgt brav um die Ecke, sodass man nicht zu weit ausholen muss.
  • Beim Seitenschwader kann bei Kurvenfahrt Futter zwischen den beiden Kreiseln liegen bleiben, wenn die Überlappung zu gering ist, wobei dies bei dem Testschwader nicht der Fall war. Zudem ist die Achslenkung gewöhnungsbedürftig.
  • Der Seitenschwader legt rechts ab. Da sich die Bedienelemente des Traktor in der Regel auch auf der rechten Kabinenseite befinden, hat der Fahrer das Schwad immer gut im Blick. 
  • Die Hubkinematik wurde bei beiden Schwadern im Vergleich zu den Vorgängermodellen optimiert. Der tiefste Punkt der in Vorgewendestellung angehobenen Kreisel liegt bei Swadro TS und TC jeweils über 50 cm. Mit dieser Bodenfreiheit lassen sich auch voluminöse Schwaden problemlos überfahren, ohne dass Zinken in das schon zusammengerechte Gras eintauchen.

Umrüsten von Schwadern für den Transport

  • Das Umrüsten von Transport- in Arbeitsposition gestaltet sich bei beiden Schwadern einfach: Die mechanische Verriegelung per Seilzug öffnen, die Kreisel per Hydrauliksteuergerät anheben oder absenken und den Seilzug wieder locker lassen - fertig.
  • Dank der neuen Rahmenkonstruktion bleiben beide Schwader unter 4 m Transporthöhe, ohne dass dafür Zinkenarme eingeklappt werden müssen.
     

Im Praxistest: Seiten- und Mittelschwader von Krone

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