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Hoflader: Kleine Helfer, großer Markt

von , am
16.09.2011

Trotz des stetigen Strukturwandels in der Landwirtschaft ist der Markt für Hoflader unter 50 kW weitestgehend stabil bis steigend. Selbst in sehr großen Betrieben kann oft auf einen kleinen Helfer nicht verzichtet werden. Die Hersteller versuchen, auch die künftigen Technikwünsche ihrer Kunden zu erfüllen.

Weidemann 4070 im Einsatz © Werkbild
Wenn man den Begriff Hoflader in den Mund nimmt, hat man in der Regel das Bild eines schlanken Radladers im Kopf. Meist ist es ein Knicklenker, der (fast) alle Ladearbeiten im Bereich des Hofes erledigt. Diese Aufgaben setzen meist eine sehr kompakte Bauweise, eine enorme Wendigkeit und ein hohes Leistungsvermögen voraus. Jedoch gab es in den vergangenen Jahren zwei deutliche Trends, die das bisherige Bild verändert haben. Zum einen wuchsen die erforderlichen Ansprüche an die Hoflader. Die Lasten, die eine solche Maschine zu bewegen hat, werden immer schwerer und müssen immer höher positioniert werden. Was früher der kleine Knicklenker erledigt hat, übernimmt heute der Teleskoplader oder schwere Radlader. Spätestens der Biogas-Boom hat hier Maßstäbe gesetzt.
 
Zweitens haben sich die Zielgruppen für diese Produkte sehr erweitert. Heute werden Hoflader, neben der Landwirtschaft, auch den GaLaBau, in die Kommunen und auch in die Industrie verkauft. Sogar im Freizeit- und Tourismusbereich sind die Maschinen im Einsatz. Dadurch ist der Begriff "Hoflader" etwas schwammig geworden. Stellt sich die Frage, wie sich der Markt entwickelt hat – insbesondere in der Landwirtschaft. AGRARTECHNIK hat sich mit einigen bedeutenden Herstellern über die Marktentwicklung unterhalten.

Erfolg, trotz kleiner Schwankung

"Nach den sehr hohen Absatzzahlen vor der Wirtschaftskrise 2008/2009 brachen die Verkaufszahlen während der Krise deutlich ein. Seit 2010 steigt der Absatz stetig an und wir befinden uns fast wieder auf Vorkrisenniveau," berichtet Christian Schmidt von der Firma Striegel Maschinenbau. Der Bedarf an kompakten Maschinen (Hofladern) sei nach wie vor da, viele alte Maschinen, teilweise seit 35 Jahren im täglichen Einsatz, müssten durch zuverlässige und leistungsstärkere Maschinen ersetzt werden, so Christian Schmidt. "Der Arbeitsdruck in den Betrieben wird sich zudem weiter erhöhen. Gute Mitarbeiter sind oft nur schwer zu finden, sodass der Bedarf an Hofladern - dem Mädchen für alles - weiter groß sein wird."
 
Auch Bernd Apfelbeck, Geschäftsführer bei Weidemann, sieht eine recht positive Entwicklung: "Wurde bisher der Frontlader am Schlepper als Kompromiss akzeptiert, so geht heute der Trend zu den professionellen Radladern, die für die schweren Aufgaben auch konstruiert wurden. Da die Rohstoffpreise weiterhin steigen werden, hat auch die Landwirtschaft gute Perspektiven und wird sich entsprechend weiterentwickeln. Wir rechnen in den kommenden Jahren mit weiter wachsenden Absatzzahlen."

Gute Marktchancen für "kleine" Hoflader

Dr. Martin Thelen, Marketingleiter bei JCB, sieht trotz steigender Nachfrage für größere Maschinen weiterhin einen guten Markt für den "kleinen" Hoflader in der Landwirtschaft. Betriebe, die eigentlich "zu groß" sind um die Arbeiten mit Hofladern zu erledigen, greifen dennoch gerne auf diese 403 Größenklasse (26 kW/35 PS) zurück, um zusätzliche Arbeiten effizient zu erledigen, erklärt Thelen. Der klassische Hoflader zwischen 0,2 und 0,3 Kubikmeter Schaufelvolumen und bis einem Meter Maschinenbreite werde als Ergänzung zu Teleskoplader, Radlader oder auch Frontlader nicht wegzudenken sein.
 
Nach Ansicht von Richard Bremenkamp, Marketingleiter bei Schäffer, korreliert die Nachfrage im landwirtschaftlichen Bereich sehr stark mit den Erzeugerpreisen und hier vor allem mit dem Milchpreis. Erfolgreiche Betriebe würden in die Zukunft ihres Betriebes und damit auch vermehrt in Ladetechnik investieren.
 
Ernst A. Berning, Geschäftsführer der Firma ANDI-Maschinenbau, sieht das ähnlich: "Die Forderung nach immer größerer Schlagkraft hat dazu geführt, dass selbst die dieselgetriebenen Hoflader mit bis zu 65 PS und einem Einsatzgewicht von bis zu 3,2 Tonnen an die Leistungsgrenzen stoßen. Diese Maschinen sind jedoch für kleinstrukturierte Betriebe zu groß und zu teuer. Hier waren somit die Absatzzahlen in den vergangenen Jahren stark rückläufig. Erhöht hat sich die Anfrage von groß strukturierten Betrieben nach einer günstigen ‚Pflegemaschine’ für spezielle tägliche Kurzzeiteinsätze, bei denen die ‚Radlader’ nicht wirtschaftlich einsetzbar sind."
 
Der komplette erste Teil der Marktübersicht Hoflader ist in der aktuellen Ausgabe der AGRARTECHNIK erschienen. Darin finden eine detaillierte Übersicht über die Modelle und eine Analyse der einzelnen Hersteller. Sie sind noch kein Abonennt? Das können Sie hier ändern. Zu den Abos ...
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