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JCB baut Position aus: Interview mit Bereichsleiter Jens Hagen

von , am
09.09.2011

Köln - Seit 2010 folgte JCB nicht nur der steigenden Absatzkurve des Baumaschinenmarktes, sondern baute seine Position nach eigener Darstellung sogar aus. Doch was bringt 2012?

Die AGRARTECHNIK traf sich in Köln mit JCB-Bereichsleiter Jens Hagen zum Fachgespräch.
Die Fachredakteure derAGRARTECHNIK haben sich in Köln nach Markt und Unternehmen erkundigt. Wachstum ist nur möglich, wenn kontinuierlich und umfassend investiert wird. Getreu dieser Devise agiert nach eigener Darstellung auch der britische Bau- und Landmaschinenhersteller JCB - selbst in Phasen schwächerer Konjunktur wie etwa 2009/2010. Beispiele sind das neue Motorenwerk in Indien für gut 34 Millionen Euro und die neue Fabrik in Brasilien für rund 72 Millionen Euro. Damit will das Unternehmen Weichen stellen, um auch künftig der großen Nachfrage und den Anforderungen eines nach wie vor wachsenden Produktprogramms bestmöglich gerecht zu werden.
 
Unterstützt werden diese Investitionen natürlich durch den seit 2010 wieder deutlich anziehenden Gesamtmarkt. Nach rund 36.000 Maschinen beziehungsweise 2,2 Milliarden US-Dollar (etwa 1,5 Milliarden Euro) Umsatz im Jahr 2009 legte JCB 2010 auf 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro) zu. Das entsprach gut 51.600 Maschinen, die weltweit Absatz fanden. Wie die Entwicklung 2011 bisher verlaufen ist, wie sich die Situation aus Sicht der JCB Deutschland GmbH darstellt und welche Erwartungen das Unternehmen für 2012 hegt, hat die AGRARTECHNIK im Interview mit Jens Hagen erfahren. Er ist seit elf Jahren Bereichsleiter Bau- und Industriemaschinen der deutschen JCB-Tochtergesellschaft.

Starkes Wachstum auch in Westeuropa

BAUMATECHNIK: Das Jahr 2011 ist spannender denn je. Wie hat sich JCB bisher entwickelt, in Deutschland wie auch international?
 
Jens Hagen: 2011 ist international ein Wachstumsjahr, wobei sich die Regionen ganz unterschiedlich entwickelt haben. Starkes Wachstum zeigt sich auch in Westeuropa. Treibende Kraft mit phasenweise bis zu 80 Prozent Marktwachstum ist dabei Deutschland. Gemessen am Volumen, haben aber auch die Wachstumsraten in China, Indien und Brasilien eine große Bedeutung. In all diesen Ländern ist JCB mit Werken vertreten und/oder baut diese - wie in Brasilien - aufgrund der starken Nachfrage gerade aus.
 
Weltweit betrachtet, ist unser Unternehmen nach Stückzahlen mittlerweile die Nummer drei und will in der "Rangliste" eher noch klettern. Insgesamt hat sich JCB - nehmen wir China einmal heraus - besser entwickelt als der Markt. Aber auch in China stellen sich überproportionale Zuwachsraten ein, seitdem unser neues Werk dort diesen Markt bedient. Schlüsselmarkt – neben Europa und Amerika – ist für uns aber ohne Zweifel Indien! Kein anderer Hersteller kommt dort an JCB und seine gewachsenen Strukturen heran. Klar ist schon jetzt, dass JCB 2011 erneut ein deutliches Wachstum realisieren kann und unsere Marktanteile steigen, auch in Deutschland.

EU-Abgasemissionen im Fokus

BAUMATECHNIK: Was waren Neuheiten 2011? Und was ist für die Saison 2012 in Vorbereitung?
 
Jens Hagen: Im Mittelpunkt steht die Umstellung unserer Maschinen entsprechend den EU-Richtlinien zur Reduzierung der EU-Abgasemissionen (Stufe Tier 3B / Tier 4 interim). Einher gehen Veränderungen an den Geräten an sich, die sich einfach anbieten, wenn man ohnehin am "entwickeln" ist. Zur Steinexpo haben wir den neuen Kettenbagger JS360 mit 36 Tonnen Dienstgewicht vorgestellt, ebenso das Modell 456 als 3,5-Kubikmeter-Lader sowie unseren 20-Tonnen-Mobilbagger JS200W. Neu kommen wir mit dem Teleskoplader 550-80, der fünf Tonnen bewältigt und eine Hubhöhe von acht Metern hat. Neu bei uns sind die am 406 und 409 angelehnten Modelle TM180 und TM220, die anstatt des Hubgerüstes über einen Teleskoparm verfügen und so eine große Überladehöhe erfahren.

Leichter Optimismus für erstes Halbjahr 2012

BAUMATECHNIK: Wie fällt die Erwartung für 2012 aus? Wie wird sich die Finanzkrise nachhaltig negativ auf die Baumaschinenkonjunktur auswirken?
 
Jens Hagen: Für das zweite Halbjahr verfügen wir über ein robustes Auftragsbuch und sogar einen entsprechenden Übertrag ins Jahr 2012 hinein. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten werden sich nicht von heute auf morgen abstellen lassen, und die Folgen sind schwer abschätzbar, das ist aus meiner Sicht klar. Die Frage ist, wie sich die Unternehmen davon beeindrucken lassen, die unabhängig von den Entwicklungen der Finanzmärkte oft gute Zahlen vorweisen! Deutschland, schon immer stark exportorientiert und wirtschaftlich eng vernetzt, wird sich dauerhaft nicht von den Entwicklungen nicht nur in Europa abnabeln können. Die Gretchenfrage wird meines Erachtens sein, wie sich China weiterentwickelt. Zusammenfassend glaube ich: leichter Optimismus für das erste Halbjahr 2012 und schon jetzt ein Auge haben auf den Zeitraum danach.
 
Das komplette Interview mit Jens Hagen ist in der aktuellen Ausgabe der AGRARTECHNIK erschienen. Sie sind noch kein Abonennt? Das können Sie hier ändern. Zu den Abos ...
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