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Kreiselegge mit Pneumatiksätechnik: Die Kredo von Horsch

© Matthias Mumme/traction
von , am
11.06.2015

Horsch liefert mit seiner Express 3 KR eine neue Kreiseleggensäkombination. Dazu gehört auch eine neu entwickelte Kreiselegge. Die Redakteure der traction haben sich die Kredo, wie Horsch sie nennt, genauer angesehen.

Die Kreiselegge Kredo stellt eine eigene Entwicklung der Ingenieure von Horsch dar. © Matthias Mumme/traction
Auf der SIMA 2015 präsentierte Horsch die Express 3 KR, eine neue dreipunktangebaute Säkombination mit Kreiselegge. Sie wird es zunächst mit 3,0 m Arbeitsbreite geben. Getragen wird die Sätechnik komplett von der Kreiselegge Kredo mit Walze. Das Gerät stellt eine eigene Entwicklung der Ingenieure von Horsch dar.
 
Das Landtechnikmagazin traction konnte die Neuheit im Rahmen einer Arbeitsprobe umfassend betrachten:

Die Kredo mit zehn Kreiseln

Die Kredo arbeitet mit zehn Kreiseln, die wartungsfrei über Kegelrollenlager geführt werden. Bei 1.000 Zapfwellenumdrehungen erreichen diese in Standardkonfiguration eine Drehzahl von 313 U/min. Durch einen Wechsel der Ritze im Getriebe kann man die Übersetzung vergrößern, sodass bei 1.000 Touren 230 Kreiselumdrehungen anliegen.

Umstellung per Hebel komfortabler

Zum Wechsel der Ritzel schraubt man den Deckel an der Rückseite des Getriebes ab. Dann kann man die Ritzel einfach tauschen. Laut Einschätzung der traction-Redakteure wäre eine Umstellung per Hebel sicher komfortabler, würde in der Praxis aber wohl selten genutzt. Schließlich bieten die meisten Schlepper heute eine Drei- oder Vierfachzapfwelle und können zudem stark untertourig gefahren werden. Dazu wird bei der Aussaat heute generell etwas schneller gefahren, was wiederum eine hohe Kreiseldrehzahl erfordert.

Kreisel einzeln mit der Wanne verschraubt

Die Wanne der schweren Kreiselegge besteht aus 8 mm starken Profilen und ist teils mit Fließfett gefüllt. Auffällig ist, dass die zehn Kreisel samt Lagerung (Kegelrollenlager) an der Unterseite verschraubt und somit nicht direkt mit der Wanne verschweißt sind, so die Redakteure. Das soll den Austausch erleichtern.

Zinken-Schnellwechselsystem

Serienmäßig sind die Zinken der Kredo mit einem Schnellwechselsystem ausgestattet, das mit Riegel und Klappsplint arbeitet. Zum Wechsel sollte man laut traction dennoch einen Schraubenzieher parat haben, da sich der Klappsplint so besser lösen lässt. Dann sei das Umstellen von Schlepp auf Griff (oder der Austausch verschlissener Zinken) an der Kredo eine Sache von fünf Minuten.

Flexibler An- und Aufbau

Die Ingenieure von Horsch haben nach Ansicht der traction-Redakteure den An- und Aufbau der Express 3 KR/Kredo gut durchdacht. Je nach Länge der Unterlenker des Zugschleppers man den Abstand der Kombination zum Schlepper variieren. Dazu ist die Unterlenkerwelle an zwei massiven Lochleisten angebracht, die acht unterschiedliche Positionen zulassen. Um diese zu ändern, entfernt man jeweils zwei Schrauben und verschiebt die zwei Lochleisten nach vorn oder hinten.

Schnellkupplung für den Solobetrieb der Kredo

Dazu hat Horsch die Säkombination mit einer Art Schnellkupplung zum Trennen von Kreiselegge und Säeinheit ausgestattet. Die zwei Hydraulikleitungen (Vor- und Rücklauf für die Saattiefe) lassen sich ebenso wie die Elektronik komfortabel per Schnellkuppler trennen, so die traction-Redakteure. Die Säeinheit wird vor dem Abbau mit zwei Stützen getragen, die man seitlich in das tragende Vierkantrohr unter dem Saattank schiebt.

Technische Daten: Die Kredo Kreiselegge

  • geschlossene Wanne mit zehn Kreiseln
  • Zinkenschnellwechsel Serie
  • Übersetzung durch Ritzeltausch veränderbar
  • Kreiselegge und Drille trennbar (Schnellkuppler)
  • Eine Hartmetallaufpanzerung gibt es nur für Schleppzinken (Aufpreis pro Satz mit 2x10 Zinken: 450 Euro).
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