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Produktion und Förderung

KTBL-Tage: Effizienzsteigerung im Fokus

von , am
05.04.2014

Von den aktuellen Entwicklungen in der Elektronik, Sensorik sowie der Robotik sind tiefgreifende Impulse zu erwarten, die sich durch die zunehmenden Vernetzungen landtechnischer Komponenten abzeichnen.

Anfang April fanden in Potsdam die KTLB-Tage 2014 statt. © hek
Wie es in einer Mitteilung der KTBL heißt, sind davon auch die Produktionsprozesse in Feld und Stall, das Informations- und Datenmanagement im landwirtschaftlichen Betrieb sowie die gesamte Lebensmittelkette betroffen. Die KTBL-Tage 2014 am 1. und 2. April in Potsdam standen unter dem Thema "Vernetzte Landtechnik - Nutzen für die Betriebsführung".

Seit den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts wandelte sich das Ziel der Landwirtschaft. Stand zunächst die Ernährungssicherung im Fokus der Produktion, so war in den 70er-Jahren die Einkommenssicherung der Landwirte das Hauptziel. Heute steht die Effizienzsteigerung im Fokus der Branche.
 
Vertreter namhafter Landtechnikhersteller stellten auf den KTBL-Tagen die Entwicklungen vor, die in Zukunft zur Vernetzung beitragen werden. Die Fortschritte gehen hierbei von der Optimierung der Mensch- Maschine-Interaktion durch intuitive Bedienung, selbstlernende Systeme sowie der Selbstschulung der Landwirte bis hin zum Einsatz von autonomen Systemen. Autonome Systeme werden sich nach Angaben der KTBL im Sinne einer Evolution bis hin zum autonomen Roboter entwickeln. Bereits heute sind vielfältige autonome Komponenten in der Landtechnik verbaut, die zu einer Entlastung der Nutzer führen.

Datenflut lenken

Im Bereich des Controlling sowie der Planung der Produktion wird es die zentrale Herausforderung sein, die Flut der Daten nutzbar zu machen. Große Datenmengen müssen durch intelligente Systeme analysiert werden, um Informationen zu generieren, die den landwirtschaftlichen Unternehmer bei der Entscheidungsfindung unterstützen.
 
Andreas Krisch, Präsident von European Digital Rights, stellte in seinem Beitrag heraus, dass Datenschutz und Datentransparenz unmittelbar zusammenhängen. Die Landwirtschaft sei demnach ein Wirtschaftszweig, der aufgrund seiner natürlichen Rahmenbedingungen sehr viel Transparenz mit sich bringt. Betriebsinterne und personenbezogene Daten stünden jedoch unter einem besonderen Schutz.
 
IT-Anbieter und -Dienstleister benötigen in Zukunft fachlich überzeugende Lösungen und belastbare Sicherheits- und Datenschutzkonzepte, um erfolgreich am Markt zu bestehen. Die Daten landwirtschaftlicher Betriebe seien ein wertvoller Rohstoff, der über Erfolg und Misserfolg mitbestimmt. Eine Kosten-Nutzen-Analyse vor Übergabe der Daten in die Hoheit Dritter sei unabdingbar. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Informationssicherheit. Sie könne Chancen am Markt wesentlich beeinflussen und gewinnt rasant an Bedeutung. Der Nutzen für den Landwirt müsse sich letztlich jedoch ökonomisch niederschlagen.

Stärkere Arbeitsteilung

In einer weiteren Diskussionsrunde wurde über die Arbeitsorganisation auf den Betrieben diskutiert. Nach Einschätzung der Referenten werden künftig vermehrt festangestellte Mitarbeiter das Betriebsbild prägen. So werden Mitarbeiterführung und -motivation in ihrer Bedeutung als Führungselemente in der Landwirtschaft zunehmen. Dadurch sei auch mit einer deutlichen Arbeitsteilung zu rechnen.
 
Die abschließende Podiumsdiskussion zeigte deutlich, dass intensive Entwicklungstätigkeiten im Bereich der Technik notwendig sind um durch künstliche Intelligenz und Assistenzsysteme die Komplexität der Arbeitsabläufe in den Griff zu bekommen. Individuelle Lösungen werden in Zukunft sowohl über technische Lösungen als auch über Dienstleister dem Landwirt zur Verfügung gestellt. 

Interview mit KTBL-Präsident Prof. Thomas Jungbluth (03. April)

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