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Kommentar

Landtechnik: Der Preiswettbewerb steigt

Jörg Möbius/Redaktion agrarmanager/Nicoleta Culiuc/agrarheute
am
02.11.2015

Mehr Anbieter mit breiterer Auswahl an Landmaschinen führen zu einem starken Preiswettbewerb. Insgesamt verkaufen die Händler aber nicht mehr Maschinen und Geräte. Ein Kommentar von Jörg Möbius, Redaktion agrarmanager.

Neben den technischen Neuheiten sticht bei den Landtechnikherstellern derzeit vor allem ein Marketing-Trend ins Auge: Zunehmend komplettieren sie ihr Produktangebot. Ihr Ziel ist, konkurrierende Anbieter bei den Händlern vom Hof zu verdrängen.

Die Hersteller rüsten auf

Der Erntespezialist Claas hat durch das Angebot von Traktoren eine Menge Veränderungen in der Händlerlandschaft bewirkt, ein noch immer laufender Prozess.

Bei Fendt kommt nun zu Häckslern und Pressen weitere Grünlandtechnik dazu: Mäher, Wender und Schwader von der Konzernmarke Fella und in Auftrag gefertigte Ladewagen.

Pöttinger entwickelt eigene Rundballenpressen.

Horsch bietet auch Kreiseleggen an, Amazone stellt seinen Händlern in Kürze erste Pflüge auf den Hof. Kongskilde wird ein komplettes Sortiment an Pflügen unter eigenem Namen auf den Markt bringen. Dazu kommen Veränderungen im Vertrieb durch Eigentümerwechsel bei Landmaschinenfabriken.

Kuhn hat mit dem Kauf des Werkes in Geldrop, Niederlande, vor sieben Jahren den Ballenpressenbereich der Kverneland Group übernommen.Nun verkauft Kverneland Rundballenpressen von Gallignani, dazu wurde ein Joint Venture eingegangen und Kverneland beteiligte sich an dem italienischen Hersteller. Lemken hat 2005 zwei Hersteller von Pflanzenschutzgeräten übernommen, um sein Angebot abzurunden.

Starke Präsenz fördert den Wettbewerb

Die verstärkte Präsenz bei den Händlern fördert den technischen Wettbewerb. Die Landtechnikbranche ist nach wie vor sehr innovativ. Gleichzeitig bewirken mehr Anbieter mit breiterem Sortiment einen härteren Preiswettbewerb. Allerdings werden insgesamt nicht mehr Maschinen und Geräte verkauft. So müssen die Entwicklungs- und Vertriebskosten auf teilweise geringe Stückzahlen umgelegt werden. Damit ist und bleibt Landtechnik im Vergleich zu in riesigen Stückzahlen produzierten Pkw oder Lkw teuer.

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