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Landtechnikhandel: 'Weg vom Verkauf hin zum Dienstleister'

von , am
14.01.2013

Würzburg - Auf den diesjährigen landtechnischen Unternehmertagen trafen sich die Branchengrößen der Landtechnik und diskutierten zur Entwicklung des globalen Markts.

Die Landwirtschaft und die Landtechnik-Branche unterliegen einem rasanten Wandel. Während die Anzahl der Betriebe in den letzten 50 Jahren stark abnahm, nimmt die Größe der Betriebe stetig zu. Arbeitsprozesse werden ausgegliedert, Maschinen angemietet und Lohnunternehmer beschäftigt. Außerdem bilden sich immer mehr Agrarkonzerne. Lebensmittelhändler gehen dazu über die Produktion selbst in die Hand zu nehmen. Dies habe weitreichende Folgen für den Landtechnik-Handel, stellte Joachim Mösch, Vertriebsleiter der Agrartechnik-Finanzierungen von De Lage Landen, auf den landtechnischen Unternehmertagen fest.
 
"Vor allem steigt die Nachfrage nach integrierten Produktionslösungen. Der Handel bewegt sich weg vom reinen Maschinenverkauf hin zu einem Dienstleistungsanbieter", so Mösch. Wichtiger würden flexible Serviceangebote wie Beratung, Wartung, Vermietung und Managementinformationen. Letztlich blicke die Branche in eine gute Zukunft, auch im Hinblick auf die globale Marktentwicklung mit den Wachstumsmärkten Afrika, Asien und Lateinamerika.
 

Der Handel wird zum Servicedienstleister

Mehr Serviceorientierung wird bei den Herstellern und Händlern zunehmend groß geschrieben. Es gehe nicht mehr nur um den reinen Verkauf von "Hardware", sondern integrierte Dienstleistungslösungen werden immer wichtiger. Der Kunde benötigt angesichts komplexerer Maschinen- und Managementlösungen Beratung, Wartung, und Service-Back-up. "Die große Frage ist: Wie gehen wir mit der Flut der Daten um?", so der John Deere Vizepräsident, Stefan von Stegmann. John Deere investiert verstärkt in integrierte Softwarelösungen. Kundenbetreuung und Wartung sei zukünftig nicht mehr ortsgebunden, sondern könne in vielen Fällen per Fernwartung direkt auf den Bordcomputer erfolgen, so Stegmann.

Konzerne kaufen ausländische Firmen

Eine rosige Zukunft sagt auch Martin Richenhagen, Präsident des AGCO-Konzerns voraus. In den nächsten Jahrzehnten werde laut AGCO-Chef die Nachfrage größer als das Angebot sein. Die Landwirte hätten aufgrund der guten Preisentwicklungen weniger Schulden und mehr Investitionskapital. Außerdem wächst der globale Markt und die Internationalisierung der Unternehmen schreitet voran. In den letzten Jahren haben die großen Hersteller zunehmend Landtechnik-Unternehmen im Ausland gekauft. Der Vorteil einer Aquisition sei, dass damit auch Know-How der regionalen Kultur sowie bestehende Vertriebsstrukturen aquiriert werden, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Same Deutz-Fahr Group, Dr. Lodovico Bussolati. AGCO und John Deere investieren vor allem in Afrika. Case IH positioniert sich dagegen stärker in China und Lateinamerika. Same Deutz-Fahr ist erst kürzlich eine Joint Venture mit einem russischen Hersteller eingegangen.

LTU-tv: Landtechnikhandel - Weg vom Verkauf, hin zum Dienstleister

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