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Maschinen in Gemeinschaft kaufen?

von , am
14.10.2013

Bei jeder Neuanschaffung stellt sich die Frage nach der Mechanisierungsform. Alternativ zur Eigenmechanisierung oder zum Maschinenring bietet sich der gemeinsame Maschinenkauf an.


Eine effiziente und zeitgerechte maschinelle Ausstattung ist heute für jeden Betrieb notwendig, um die Arbeit wirtschaftlich erledigen zu können. In vielen Familienbetrieben kann diese jedoch in den seltensten Fällen voll ausgelastet werden. Das führt zu überhöhten Kosten der Verfahrensschritte. Der erhoffte Einsparungseffekt, den die Technik erzielen soll, wird nicht erreicht. Bei jeder Neuanschaffung stellt sich daher die Frage nach der optimalen Mechanisierungsform.

Maschinengemeinschaften gründen

Ergänzend zur Eigenmechanisierung, zum Maschinenring oder Lohnunternehmer ist der gemeinsame Maschinenkauf interessant. Gemeinschaftsmaschinen werden von mehreren Landwirten zusammen angeschafft, gehalten und genutzt. Geeignet sind solche Gemeinschaften bei Maschinen, die zeitlich weitestgehend flexibel oder in Familienbetrieben nur kurzzeitig zum Einsatz kommen. Dies ist beispielsweise bei Sägeräten, Dünger- oder Kompoststreuern sowie Tiefenlockerern der Fall.
 
Häufig zu finden sind solche Maschinengemeinschaften auch bei teueren Erntemaschinen, wie Mähdreschern oder Rübenrodern. Dagegen lassen sich Maschinen die über die ganze Vegetationsperiode oder termingebunden gebraucht werden, wie zum Beispiel ein Pflanzenschutzgerät, kaum sinnvoll "teilen". Hier sind sicherlich Terminkollisionen und damit Konflikte vorprogrammiert.

Intensivere Auslastung senkt die Fixkostenbelastung

Die Vorteile einer Maschinengemeinschaft liegen auf der Hand. Der gemeinsame Kauf verteilt die Finanzierungssumme auf mehrere Schultern. Außerdem erhöht die Anschaffung einer größeren Maschine die Schlagkraft und verringert somit den Arbeitszeitbedarf. Die stärkere Auslastung verkürzt die Amortisationsspanne und erlaubt eine bessere Anpassung an den technischen Fortschritt bei der Ersatzinvestition.
 
Als Nachteile die häufig den gemeinsamen Kauf verhindern, werden meist Schwierigkeiten der terminlichen Koordination sowie Konflikte bei Reparatur und Wartung angeführt. Bei großen Maschinen besteht noch das Problem der Unterbringung. Meist stellen diese Fragen jedoch kein nennenswertes Hindernis dar und werden durch die erwähnten Vorteile bei weitem übertroffen.

Regionale Zusammenarbeit wichtig

Um Konflikten vorzubeugen muss eine Neuanschaffung in einer Maschinengemeinschaft gut überlegt sein. Die Regionale Zusammenarbeit mit einer überschaubaren Anzahl von Betrieben ist besonders wichtig. Flexibilität ist immer gefragt, wenn das Wetter nicht mitspielt oder sonstige Pannen vorkommen. Im Vorfeld sollte genau geregelt werden, wie die Anschaffungs- und laufenden Kosten sowie die Leistungen verteilt werden.
 
Auch die Ein- und Austritte von Mitgliedern und die eventuelle Auflösung der Gemeinschaft sollten vorab geregelt werden. Zwar schreiben nicht alle Rechtsformen, die als Grundlage für eine Maschinengemeinschaft gewählt werden können, den Abschluss eines schriftlichen Vertrages vor, dennoch sind in den meisten Fällen schriftliche Vereinbarungen sinnvoll.
 

Maschinengemeinschaft für Lavendel-Feldhäcksler

 
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