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Neuer Pflanzendiesel verspricht Großes

von , am
14.06.2012

München - Das Münchner Unternehmen recotrol GmbH will mit einem neuen Pflanzendiesel den Markt revolutionieren: Der Sprit biete eine positive Kosten- und CO2- Bilanz und sei ohne Umrüstung einsetzbar.

Recotrol-Geschäftsführer Dominikus Brettner (li) startet in diesen Wochen mit der Pilot-Phase, Siqron-Landtechnikspezialist Arnold Kemkemer sieht interessante Perspektiven für den Pflanzendiesel. © Werkbild
Die Nutzung der Bioenergien steht heute hoch im Kurs, das Thema "Biokraftstoffe" dagegen hat in der Landwirtschaft eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Nicht jede in den letzten Jahren vorgestellte Alternative konnte hinsichtlich der technischen Zuverlässigkeit und der Kosten-/Nutzenkalkulation überzeugen. Nun bringt das junge Münchner Unternehmen recotrol GmbH ein völlig neues Angebot auf den Markt und damit neuen Schwung in die Diskussion.

Kein Umrüsten nötig

Recotrol hat mit dem gleichnamigen Dieselkraftstoff den weltweit ersten Sprit auf pflanzlicher Basis entwickelt, der bei durchschnittlichen Produktions- und Nutzungsverhältnissen während seines gesamten Lebenszyklus mehr CO² binden kann als er freisetzt. Von Praktikern wir das Umweltargument zwar als interessanter Aspekt für die Öffentlichkeitsarbeit gesehen, wichtiger dürfte gerade Landwirten und Lohnunternehmern jedoch eine attraktive Alternative zu den stark gestiegenen Treibstoffkosten sein.
 
Bei all diesen Punkten will die Firma recotrol überzeugen. So liege der entscheidende Vorteil für die Praxis in der Technik-Verträglichkeit des Treibstoffs, die eine Nutzung ohne besondere Investitionen erlaubt: Der neue Pflanzendiesel kann nämlich in jedem handelsüblichen Dieselmotor ohne Umrüstung verwendet werden, eine Freigabe des Herstellers für Biodiesel ist für die Verwendung von recotrol® nicht erforderlich.

Wartungsintervalle bleiben unverändert

Ein weiterer großer Vorteil laut Unternehmensangaben: Die Wartungsintervalle können im normalen Turnus durchgeführt werden. Denn bei der Herstellung sind keinerlei Veresterungsprozesse notwendig. Dadurch sollen im neuen pflanzlichen Diesel keine unerwünschten Stoffe entstehen, die zu höheren Verschmutzungen oder gar Schäden an Kunststoffteilen oder Gummidichtungen führen könnten.
 
Deshalb sieht Landtechnikspezialist Arnold Kemkemer vom Augsburger Beratungsunternehmen Siqron agrar, das die Münchner bei der Einführung des Pflanzendiesels in den Agrarbereich unterstützt, ein immenses Marktpotenzial: "Ähnlich wie bei den anderen erneuerbaren Energien sind die Landwirte sehr daran interessiert, die Wertschöpfung im eigenen Betrieb zu realisieren. 65 Prozent des recotrol®-Treibstoffs sind Pflanzenöl, das vorwiegend aus Raps oder Sonnenblumen, also aus Früchten, die sie selbst anbauen können, kommt. Das ist eine spannende Chance, zumal die Landwirte intensiv nach derartigen Alternativen suchen."
 
Die Landwirte könnten ihren Sprit sogar selbst mischen, denn der andere Bestandteil, das so genannte recoditiv®, kann zugekauft und eingemischt werden. Aber auch fertig eingekauft ist recotrol® nach Firmenangaben günstiger als herkömmlicher Diesel.
 
Um dem neuen Pflanzendiesel zügig zu einer hohen Akzeptanz zu verhelfen, wollen Recotrol und Siqron Agrar eine enge Zusammenarbeit mit den Landmaschinenherstellern aufbauen. Auf den DLG-Feldtagen werden die Firmen ihr neues Produkt genauer vorstellen.
 
Mehr zu den DLG-Feldtagen erfahren Sie hier ...
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