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Oktokopter vs. Maiszünsler

© Agravis Raiffeisen AG
von , am
15.07.2014

Wie effektiv ist der Einsatz von Oktokoptern bei der Bekämpfung des Maiszünslers? Das will die Agravis herausfinden. Bestückt ist das Fluggerät mit Kügelchen, in denen sich Schlupfwespen befinden.

Die Agravis testet den Einsatz des Oktokopters derzeit auf der Versuchsanlage in St. Mauritz. © Agravis Raiffeisen AG
Der Maiszünsler hinterlässt in der Pflanze Fraßgänge, dadurch werden sie geschwächt und  krankheitsanfällig. Mehrere hundert Eier legt der Falter an der Blattunterseite von Mais, Kartoffeln, Hopfen oder Rüben ab. In Streifenversuchen wurden bei Mais Ertragsausfälle von bis zu 15 Prozent ermittelt.
 
Bei der Bekämpfung des nachtaktiven Kleinschmetterlings testet die Agravis jetzt neue - biologische - Wege. Zum Einsatz kommt dabei ein Oktokopter.

Eine Alternative zur chemischen Bekämpfung

Zum Einsatz kommt der Oktokopter auf den Flächen der Versuchsanlage St. Mauritz im Osten von Münster. Der kleine Hubschrauber mit acht Propellern trägt einen Behälter mit weißen Kugeln aus Paraffin und Cellulose. Diese wiederum beinhalten etwa 2.000 Schlupfwespeneier (Trichogramma brassicae).
 
"Die Schlupfwespe ist der natürliche Feind des Maiszünslers. Sie auf Flächen auszusetzen, die von dem Schädling befallen sind, ist eine Alternative zur chemischen Bekämpfung", erklärt Reinhold Wintergalen, Pflanzenbauberater bei Agrarvis. Zusammen mit Eduard Schönhalz, Konstrukteur der Height-Tech GmbH, und Wilhelm Beitzen-Heineke, Chef von Biocare, Gesellschaft für biologische Schutzmittel mbH betreut er den Versuch.

So funktioniert's

Üblicherweise werden die mit Eiern der Schlupfwespen gespickten Kugeln oder Karten per Hand oder mit umgebauten Stelzenschleppern ausgebracht. Im Versuch übernimmt das die Minidrohne. Für die Forscher liegen die Vorteile des Oktokoptereinsatzes auf der Hand: Der Arbeitsaufwand ist geringer, der Wirkungsgrad höher und der Schädling wird auf natürliche Weise bekämpft. Die Kosten von biologischer und chemischer Bekämpfung halten sich zudem der Agravis zufolge die Waage.
 
Sind die Kugeln erst einmal auf dem Feld, gelangen die Schlupfwespen durch zwei kleine Löcher ins Freie. Innerhalb von zwei bis drei Wochen machen sich bis zu drei Generationen Schlupfwespen auf die Suche nach Gelegen des Maiszünslers. "Haben sie Gelege gefunden, parasitieren sie diese, so dass am Ende Schlupfwespen und keine neuen Schädlinge herauskommen", erklärt Wintergalen.

Was halten sie vom Drohneneinsatz zur Schädlingsbekämpfung? Einfach rechts neben dem Artikel bei der Umfrage klicken und sehen, wie die anderen denken.
 

29 Hektar für den optimalen Bekämpfungstermin

Auch Landwirt Benedikt Sprenker macht bei dem Versuch mit. Seit dem Jahr 2008 kommt der Maiszünsler auf seinen Flächen vor. Jetzt hat er 29 Hektar in der Nähe von Beckum zur Verfügung gestellt, die ebenfalls mit dem Oktokopter "behandelt" werden. Ermittelt werden soll der optimale Bekämpfungstermin - zum Einsatz kommen dabei Pheromon- und Lichtfallen.  
 
Sprenker ist vom mit Schlupfwespen gespickten Oktokopter bereits überzeugt: "Das Zeitfenster, in dem wir bislang reagieren mussten, war sehr eng", erklärt er. Die Ausbringung der Schlupfwespen strecke diesen Zeitraum von einigen Tagen auf mehrere Wochen. 

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