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Organische Düngung: Maschinenvorführung zeigt Trends

von , am
13.09.2012

Nortrup - Im Bereich der Gülle- und Festmistausbringung hat sich in den vergangenen Jahren viel geändert. Eine Maschinenvorführung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen informierte über Neuerungen.

Wachsende Tierbestände, die Verwertung größerer Mengen an Gülle und auch Gärresten aus Biogasanlagen benötigen leistungsfähige Maschinen. Zunehmende Umweltauflagen und das verstärkte Wissen um die bessere Ausnutzung der Inhaltsstoffe sorgen für die Entwicklung neuer Technologien. 30 Hersteller demonstrierten auf dem Betrieb Neu Hammerstein den neuesten Stand der Technik und boten einen umfassenden Überblick. Über 30 Gülleverteiler, Einarbeitungsgeräte und Festmiststreuer wurden von Christoph Gers-Grapperhaus, von der Landwirtschaftskammer Niedersachen und Organisator der Vorführung erst fachkundig vorgestellt und dann zu Demonstrationsarbeiten aufs Feld geschickt.

Schlitzgeräte für das Grünland

In Niedersachsen dominieren bei der Gülleausbringung die angehängten Wagen, die Fassgrößen nehmen dabei stetig zu. Auch wenn heute noch viele Breitverteiler im Einsatz sind, die Bedeutung wird weiter abnehmen. Zu viele Emissionen machen dieses System zunehmend unattraktiv. Im praktischen Einsatz zeigten die Hersteller daher Verteiltechniken, die deutlich emissionsärmer arbeiten und somit die in der Gülle enthaltenen Nährstoffe wesentlich besser nutzen. Schlitzgeräte bieten sich dabei auf dem Grünland an. Die Gülle wird in Streifen in 3-4 cm Tiefe abgelegt. Im Vergleich mit Breitverteilern wird damit nur 1/5 der Fläche mit Gülle benetzt und führt damit zu deutlich weniger Emissionen. Ein weitere Vorteil, so Dr. Hans-Heinrich Kowalewsky von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, ist die deutlich gleichmäßigere Verteilung der Nährstoffe, was wiederum zu einem besseren Ertrag führt. Daneben wurden aber auch Selbstfahrer gezeigt, bei denen die Ausbringung mit Injektoren erfolgt, die die Gülle direkt in den Boden einarbeiten und vermischen. Dies bietet sich vor allem auf unbewachsenem Boden an.

Ausbringung mit Schwefelsäurezusatz

Ein in Deutschland noch kaum bekanntes Verfahren zur emissionsarmen Gülleausbringung stellt das sogenannte SyreN-System dar. Bei diesem aus Dänemark stammenden Verfahren wird der Gülle während der Ausbringung konzentrierte Schwefelsäure zudosiert. Dadurch wird der pH-Wert der Gülle gesenkt, was die Emissionen verringert und den Ammonium Anteil in der Gülle erhöht. Andere Zusätze könnten der Gülle ebenfalls beigemischt werden. Eisensulfat wird z. B. genutzt, um den Geruch zu reduzieren. Auch der Zusatz von Nährstoffen, die der Gülle fehlen, könnten zugegeben werden. „Jedoch“, gibt Kowalewsky zu bedenken, „ist bei der Anwendung von konzentrierter Schwefelsäure Vorsicht und Fachwissen erforderlich.“
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