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Praxistest: Leichtbauhalle versus Massivbau-Stall

© DLG
von , am
11.12.2013

Die Leichtbauhalle hat gegenüber konventionellen Stallgebäuden einige Vorteile. Sie ist flexibel erweiterbar und bekommt manchmal schneller eine Baugenehmigung. Im DLG-Praxistest punktete die Agrotel Membranhalle.

Die europäischen Milcherzeuger bremsten in den letzten Wochen ihre Produktion ein. © DLG
Laut der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft DLG bekommen Membranhallen in manchen Landkreisen schneller eine Baugenehmigung. Grundsätzlich seien solche Systeme ausreichend haltbar gegenüber der harten Stallumgebung und erlaubten eine sinnvolle Tierhaltung. Dies ist Ergebnis eines fast einjährigen Praxistests von einer Membranhalle der Firma Agrotel, der vom DLG-Testzentrum Technik & Betriebsmittel durchgeführt wurde. Bei diesem DLG-SignumTest wurden das Stallklima und die Haltbarkeit einer solchen Leichtbauhalle für die Milchviehhaltung und in einem Ziegen haltenden Betrieb genauer unter die Lupe genommen.
 

Vertretbares Stallklima

Grundsätzlich sind die Innentemperaturen in den Leichtbauhallen den Außentemperaturen relativ schnell gefolgt. Trotz sehr tiefer und sehr hoher Temperaturen war aber laut DLG-Tester ein vertretbares Stallklima gemessen worden. Die Temperaturen im Sommer stiegen nicht über die Außentemperaturen an. Bei der Planung und Konzeption eines Projektes sollte aber unbedingt auf die Ausrichtung des Stallgebäudes zur Windrichtung geachtet werden, da diese die Durchlüftung des Stalles beeinflusst, ebenso wie auf eine gute Querlüftung innerhalb des Stalles.
 
Die Ammoniakgehalte sowohl im Milchvieh- als auch im Ziegenstall stiegen auch im Sommer nicht über 10 ppm. Im konventionellen Referenzstall lag der Maximalwert bei der heißesten Sommermessung bei 15 ppm. Alle Messungen blieben damit deutlich unter dem Grenzwert von 20 ppm, wie er von der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung für die Schweine- und Kälberhaltung gefordert wird.
 

Deutlich mehr Tageslicht

Ein Vorteil der meisten Leichtbauhallen ist die Helligkeit im Inneren. Zu allen Jahreszeiten wurden im Liegebereich zwischen 300 und 4.000 lux gemessen. Zum Vergleich: Im konventionellen Ziegenstall erreichten die Werte nur 30 bis 1.500 lux. Die Messungen in den beiden Testbetrieben mit Membranhallen von Agrotel belegten außerdem einen ausreichenden UV-Schutz: Die UV-Strahlung im Bereich von 290 bis 390 nm Wellenlänge war in den beiden Hallen fast genauso gering wie in einem gemauerten Stall in direkter Nachbarschaft.
 

Materialbeständigkeit getestet

Im Praxiseinsatz waren nach zwei bis drei Jahren keine größeren Schäden bei den Leichtbauhallen aufgetreten. Kleine Schadstellen können von Servicetechnikern vor Ort ausgebessert werden. Agrotel bietet eine Garantie über zehn Jahre. Im patentierten DLG-Test zur Ammoniakbeständigkeit von Materialien für den landwirtschaftlichen Einsatz haben sowohl die Membran als auch der Stahlträger eine gute Beständigkeit gegenüber gasförmigem Ammoniak in einer Konzentration von 750 ppm bei 70 °C und 70 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit über 1.500 Stunden bewiesen. Die Beständigkeit gegenüber stalltypischen Säuren wurde im Dauertauchversuch untersucht. Die PVC-Membran war gegenüber allen getesteten Prüfmedien beständig. Erwartungsgemäß sollte verzinkter Stahl, der hier als Träger eingesetzt wird, nicht mit konzentrierten Säuren in Berührung kommen.
 
 
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