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Düngung und digitale Landwirtschaft

Precision Farming: Der Sensor weiß, was in der Gülle steckt

Güllefass von Vaervaet.
am Donnerstag, 30.04.2020 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

NIR-Sensoren machen aus dem Güllefass ein fahrendes Labor. Stickstoff und Phosphor kommen so nicht nach Volumen, sondern nach Kilogramm Nährstoff auf den Acker. Das hilft nicht nur die Obergrenzen besser einzuhalten. Lohnunternehmer Janssen aus Rhede/Ems bietet seinen Kunden an, ihre Gülle teilflächenspezifisch auszubringen.

Statt eine festgelegte Güllemenge durch den Schlitzverteiler zu jagen, dosieren immer mehr Güllefässer und Selbstfahrer den Stickstoff (N) nach Messwerten. Ein Nahinfrarotsensor, kurz NIRS, macht es möglich. Die Technik dazu ist schon länger auf dem Markt. Flächendeckend im Einsatz ist sie jedoch noch nicht. Das könnte sich bald ändern. Je strenger Obergrenzen für Stickstoff und Phosphor (P) beachtet werden, umso lohnender wird es, Gülle nicht einheitlich über den Acker zu verteilen.

Teilflächenspezifisch Gülledüngung mit dem NIR-Sensor

NIR-Sensor John Deere HarvestLab

Ingo Janssen vom Lohnunternehmen Janssen KG Rhede/Ems (www.janssen-rhede.de) setzt auf die neue Hightech-Welt. Beim Kauf des Selbstfahrers von Vervaet hat er gleich in einen NIR-Sensor HarvestLab von John Deere investiert. Investiert hat er auch in die Beratung, denn nur so kann er Landwirte wie Boven von den Vorteilen teilflächenspezifischer Gülledüngung überzeugen. Seit einem Jahr bietet Janssen für seine Kunden die Gülleanalyse in Echtzeit an. Je nachdem wie viel Stickstoff der Sensor misst, variiert das Fass über die Pumpe und einen Bypass den Durchfluss.

Vorteile einer teilflächenspezifischen Gülledüngung

Die Vorteile einer teilflächenspezifischen Gülledüngung sind schlüssig:

  • Einheitliche Entwicklung der Bestände.
  • Die Nährstoff-Obergrenzen einhalten und die nutzbaren Nährstoffmengen effektiver im Acker verteilen.
  • Bedarfsgerechte Versorgung in den einzelnen Zonen, wenn auf dem Schlag bereits bei der Aussaat teilflächenspezifisch gearbeitet wurde.
  • Gleichzeitige Abreife des Bestands und dadurch eine einfachere Ernte.

Lohnunternehmer hilft Satellitenkarten zu erstellen

Lohnunternehmer Janssen erstellt im Vorfeld gemeinsam mit dem Landwirt die Applikationskarte: „Wir nutzen mit der Onlineplattform Farmblick Satellitenbilder und leiten daraus das Ertragspotenzial und den Düngerbedarf ab.“ Es entstehen Karten mit unterschiedlichen Zonen. Jede Zone entspricht einer anderen N-Menge, die ausgebracht werden soll. „Uns ist wichtig, dass der Landwirt seine Erfahrung mit den Schlägen einbringt und die Ausbringungskarte mitgestaltet“, sagt Janssen. So denkt auch Gerd Boven: „Die Karten mit den unterschiedlichen Zonen und Düngermengen müssen für mich nachvollziehbar sein und mit meinen Erfahrungen übereinstimmen. Das ist mir wichtig.“

agrarheute-Praxisreportage: teilflächenspezifische Gülledüngung bei Janssen KG

Von der Bodenanalyse bis hin zu Dokumentation

Ingo Janssen geht sogar noch einen Schritt weiter und entwickelte für seinen Kunden das EAP-Konzept. Damit bietet er Landwirten an, Flächen zu digitalisieren, Satellitenkarten zu erstellen, Bodenanalysen durchzuführen bis hin zur Erfolgskontrolle durch Ertragsmessung und digitaler Dokumentation der Arbeiten.

Die ausführliche Reportage zur teilflächenspezifischen Gülleausbringung mit den Erfahrungen von Landwirt Gerd Boven ist in der Ausgabe agrarheute 05/2020 erschienen.

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