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Ratgeber: Welcher Teleskoplader passt zu meinem Betrieb?

von , am
03.11.2014

Teleskoplader haben sich in der deutschen Landwirtschaft etabliert und lösen teilweise Frontlader immer mehr ab. Unsere Übersicht über die gängigen Modelle und Anbieter kann bei der Kaufentscheidung helfen.

Große Quaderballen stapeln - keiner kann das besser als ein Teleskoplader. © traction
Wer über die Anschaffung eines Teleskopladers nachdenkt, stellt sich oft die Frage, ob er denn auch ausgelastet werden kann. Bisher ging es doch mit dem Frontlader auch. Klar, bei 300 Einsatzstunden im Jahr ist schon ein kleinerer Teleskoplader ein teures Hobby.
 
Oft aber sind Neukunden erstaunt, wie viele Stunden nach 365 Tagen auf dem Zähler stehen. Was früher mit dem Frontlader erledigt wurde, geht jetzt schneller und einfacher von der Hand. Aber welches Modell passt für meinen Betrieb? Die traction-Redaktion bietet eine Übersicht.

Einsatzbereiche für Teleskoplader

Teleskoplader haben sich in der deutschen Landwirtschaft etabliert. Auf den landwirtschaftlichen Betrieben sind diese Maschinen zumeist mit mehreren Funktionen im Einsatz. Das sind zum ersten natürlich die klassischen Ladearbeiten, wie zum Beispiel das Befüllen eines Gärbehälters oder eines Futtermischwagens, sowie das Einlagern und Herausnehmen von Heu-, Stroh- und Grassilageballen.
 
Weiter können die Teleskoplader, durch den inzwischen fast immer vorhandenen dritten hydraulischen Steuerkreis, auch Arbeiten mit komplexeren Anbaugeräten übernehmen, wie zum Beispiel einer Kehrmaschine oder einem kleineren Mulcher.
 
Drittens werden sie - ausgestattet mit einer Heckhydraulik und einer Heckzapfwelle - immer öfter auch als Schlepperersatz bei leichteren sonst klassischen Traktoreinsätzen genutzt.

Hydrostate versus Wandler

Wandler oder Hydrostat wird immer wieder gefragt. Hydrostaten sind in der Anschaffung teurer als Wandlergetriebe. Und die hochpräzise gebauten Pumpen und Motoren erfordern eine penible Filterung des Öls. Dafür werden sie vom Hydrauliköl selbst geschmiert.
 
Vorteile Hydrostate
  • Präziseres Rangieren und feinfühligere Wendeschaltung.
  • Möglichkeit, dynamisch über den Hydrostaten zu bremsen.
  • Durch Kopplung von zwei Pumpen (z.B. Claas und Manitou) kann die Zugkraftübertragung bei geringen Fahrgeschwindigkeiten gesteigert werden. 
Vorteile Wandler
  • Wandler bringen eine hohe Zugkraftübertragung bereits bei geringen Drehzahlen
  • Sind zumeist mit einem Schalt- oder Lastschaltgetriebe kombiniert.
  • Meist sind sie geräuschärmer als Hydrostaten.
  • Die Wartung von Wandlern ist zudem einfacher und kostengünstiger.

Bobcat bietet Roto-Teleskoplader

Bobcat: Große Nachfrage besteht bei den Teleskopladern mit 7 Meter Hubhöhe © traction
Bobcat bietet seinen Kunden Teleskoplader von fünf Meter Hubhöhe und 2.200 Kilogramm (kg) Nutzlast bis zu 18 Meter Hubhöhe und 4.000 kg Nutzlast an. Zusätzlich steht eine Auswahl von Roto-Teleskopladern bis 25 Meter Hubhöhe und Tragkräften bis zu 5.000 kg zur Verfügung. Große Nachfrage besteht bei den Teleskopladern mit sieben Meter Hubhöhe und einer Tragkraft von 3.500 bis 4.000 kg. Darüber hinaus werden Optionen wie die Zulassung als Zugmaschine inklusive Anhängerkupplung und Druckluftbremsanlage verstärkt angefragt.

Caterpillar verstärkt vertrieben

Die Teleskoplader des amerikanischen Baumaschinengiganten Caterpillar werden in Deutschland von der Zeppelin Baumaschinen GmbH in Garching bei München vertrieben. Interessant für den Agrarmarkt ist, dass die Bemühungen deutlich verstärkt werden, Kooperationen mit Landtechnik-Händlern einzugehen, die dann die Caterpillar-Teleskoplader an Kunden in der Landwirtschaft verkaufen und auch den Service dafür übernehmen. Erste Vertragsabschlüsse sind bereits erfolgt. Kürzlich wurde bekanntgegeben, dass seit 1. Juni 2014 beim John Deere Händler Schlieper im brandenburgischen Sonnewalde Cat-Maschinen verkauft und betreut werden. John Deere hatte vor einigen Jahren Bau und Vertrieb von Teleskopladern aus Rentabilitätsgründen eingestellt.

Claas Teleskoplader mit Schaufelrückführung

Claas bietet Teleskoplader im Hubbereich von 3 bis 5,5 Tonnen an, mit einer Hubhöhe von 6 bis 8,75 Meter. Optional werden für diese Maschinen in der Landwirtschaft vor allem Umkehrlüfter, eine umfangreiche Beleuchtung, die neue Schaufelrückführungsautomatik und große Bereifungen (als Ackerschlepper- oder Industrie-Ausführung) nachgefragt. Mit der Einführung der neuen Scorpion-Reihe wurden einige Updates vorgestellt. Hier sind zum Beispiel die schon erwähnte Schaufelrückführung, das neue Smart Handling-Fahrerassistenzsystem oder eine Endlagendämpfung im gesamten Lade- und Hubbereich zu nennen. Gefertigt werden die Scorpion im Rahmen einer Kooperation in den Kramer-Werken in Pfullendorf (Baden-Württemberg).

Deutz-Fahr Teleskoplader mit größeren Hubhöhen

Deutz-Fahr Teleskoplader mit größeren Hubhöhen © traction
Die Teleskoplader von Deutz-Fahr werden von der Firma JLG gebaut und zugeliefert. Am häufigsten werden nach Werksangaben eine Mastdämpfung, ein Umkehrlüfter und vermehrt eine Druckluftbremsanlage angefragt. Anfang 2016 wird der Hersteller seine Produktpalette um weitere Modelle ergänzen mit unter anderem größeren Hubkräften sowie erweiterten Hubhöhen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, 14- und 17-m-Maschinen anzubieten, welche allerdings nur vereinzelt in der Landwirtschaft eine Berechtigung finden, zum Beispiel zum Hochschieben von Getreide.

JBC Teleskoplader

Das aktuelle JCB-Programm für landwirtschaftliche Teleskoplader erstreckt sich von Modellen ab 1,5 bis 5 Tonnen Nenntragfähigkeit und von 4 bis 9,5 m Hubhöhe. Im Stammwerk in Rochester (England) werden jährlich rund 14.000 Teleskoplader gebaut. Viel Anstrengung wurde unternommen, selbst Motoren für eine zunehmende Zahl an Modellen zu bauen. Um den Wiederverkauf europäischer Modelle in andere Regionen zu befördern, können Händler die Maschinen in der Abgasstufe "downgraden".

Liebherr bietet vier Teleskoplader-Modelle

Auch der Baumaschinenhersteller Liebherr bietet vier Teleskoplader-Modelle an. Diese verfügen alle über eine Motorleistung von 74 kW/110 PS. Die maximale Traglast liegt bei 4,1 beziehungsweise 4,9 Tonnen. Die maximale Hubhöhe beträgt entweder 9,9 oder 13,3 m. Liebherr plant gegenwärtig eine Modellumstellung beziehungsweise ein Update der Modellpalette. Folglich hält sich das Unternehmen gegenwärtig noch mit Details zurück.

Manitou Teleskoplader mit Load-Sensing-Hydraulik

Teleskoplader sind für die Manitou Group aus Frankreich das wichtigste Produktsegment. Weltweit werden rund 50 Prozent der von Manitou verkauften Teleskoplader in der Landwirtschaft abgesetzt. Die Produktpalette für die Landwirtschaft umfasst Modelle mit Hubhöhen von 6 bis 10 m und Traglasten von 2,5 bis 6 t. Vor allem die Maschinen mit Load Sensing- Hydraulik haben sich nach Werksangaben im Markt durchgesetzt. Der auf der Agritechnica ausgestellte MLT 960 ist nun erhältlich. Eine weitere Maschine ist in Vorbereitung, der MLT 1040 wird voraussichtlich im Herbst in den Markt eingeführt.
 
Neu bei Manitou ist das Reduce-Programm. Die Manitou Group informiert damit ihre Kunden über tatsächliche Verbrauchsdaten anhand unterschiedlicher Einsatzschwerpunkte der Maschinen (Straßenfahrt, Leerlauf, Ladearbeiten, ...) und zeigt auch die Auswirkungen auf die Umwelt auf. Damit kann der Kunde leicht die Verbrauchsdaten mit anderen Maschinen z.B. älteren Manitou- Teleskopen oder anderen Ladetechniken vergleichen. Damit diese Verbrauchswerte auch abgesichert sind, werden der Testablauf und die gemessenen Verbrauchswerte über ein unabhängiges Institut kontrolliert und zertifiziert.

Massey-Ferguson Teleskoplader

Die Massey-Ferguson-Teleskoplader sollen das Produktangebot zu den Frontladern im Bereich Ladetechnik ergänzen. Häufig bestelltes Zubehör ist bei MF der dritte Hydraulik- Kreislauf an der Geräteaufnahme, eine Klimaanlage, ein luftgefederter Sitz, die Drehrichtungsumkehr für den Kühlerventilator, ein höhenverstellbares Zugmaul und Hydraulikanschlüsse im Heck sowie Arbeitsscheinwerfer am Teleskoparm.

Merlo Teleskoplader

Seit 1981 baut das norditalienische Maschinenbauunternehmen Merlo Teleskoplader. Einige Turbofarmer verfügen über MCVTronic (Merlo Continuous Variable Transmission, stufenloses Getriebe). Der neu konzipierte hydrostatische Antrieb hat zwei hydrostatische Motoren. Bei niedrigen Geschwindigkeiten arbeiten sie zusammen, um das maximale Drehmoment sicherzustellen. Für Transporte wird der eine Motor durch das System automatisch entkoppelt, um höhere Fahrgeschwindigkeiten zu erreichen. So fließt das gesamte hydrostatische Öl zum anderen Motor, der eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h erzeugt.
 
Diese Lösung ermöglicht eine sanfte und stetige Beschleunigung von 0 auf 40 km/h ohne Drehmoment-Unterbrechung. Im Vergleich zum 2-Gang-Getriebe soll MCVTronic ein um 12 Prozent höheres Drehmoment bei niedriger Drehzahl sowie eine größere Effizienz bei hohen Geschwindigkeiten und trotzdem geringerem Verbrauch bieten.

Merlo Teleskoplader als Multifarmer

 
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