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Der rechte Mann am rechten Ort

von , am
20.09.2013

Seine Mitarbeiter kann man sich malen, backen oder selbst ausbilden. Am zweckmäßigsten ist wohl letzteres. Dabei geht es nicht nur um die Berufsausbildung während der Lehrzeit.

Beim Praktikum gelten seit dem Mindestlohngesetz neue Regeln. © Mühlhausen/landpixel
Weiterbildung, Motivation und Verantwortung sind nur einige der Begriffe, die sich unter Mitarbeiterentwicklung einordnen lassen. Um das Thema gänzlich zu erschöpfen, ließen sich ganze Bücherregale füllen.

An erster Stelle steht natürlich für jeden Firmenchef oder Personalverantwortlichen die Frage, ob und in welchen Bereichen in nächster Zeit Mitarbeiter gebraucht werden. Am einfachsten ist es, diese Stellen mit eigenem Personal zu besetzen, denn man kennt die Person und deren Fähigkeiten. Dabei sollte aber nicht über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg entschieden werden, denn oft haben diese andere Vorstellungen und Ziele. Um diese Tendenzen frühzeitig zu erkennen, sind regelmäßige Mitarbeitergespräche ratsam.

Miteinander sprechen

Gerade von kleineren Familienbetrieben kann an dieser Stelle die Aussage kommen: "Wir kennen alle unsere Mitarbeiter und brauchen keine extra Gespräche." Aber wissen Sie auch genau, welche Vorstellungen der Lehrling von seiner Zukunft hat?
 
In einem Gespräch zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter wird dies besser deutlich und man kann gegenseitig Ziele, Entwicklungsschritte und Erwartungen festlegen. Außerdem wird die Beziehung zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter verbessert, die Zusammenarbeit im Team gestärkt und die Arbeitszufriedenheit und damit die Motivation erhöht.
 
Selbstverständlich muss dabei sein, dass die Unterredung unter vier Augen stattfindet und nicht gestört wird. Also einen extra Raum suchen und Handy aus! Zweckmäßig ist es auch, wenn der Besprechungsort nicht das Büro des Vorgesetzten ist, wo dieser hinter dem Schreibtisch thront und der kleine Arbeiter der Eindringling und Bittsteller ist. Eine angenehme Atmosphäre erleichtert sicher die Gesprächssituation. Zur Vorbereitung ist es für beide Seiten ratsam, wenn der Termin rechtzeitig, also etwa ein bis zwei Wochen vorher bekannt ist. Die Einladung dazu geht normalerweise vom Vorgesetzten aus, kann aber auch durch den Mitarbeiter angeregt werden. Ein jährlicher Turnus bietet sich an.
 
Das Mitarbeitergespräch und dessen Inhalte stellen normalerweise keinen rechtsverbindlichen Rahmen dar und sind gegenüber Anderen vertraulich zu behandeln. Zweckmäßig ist es eine Niederschrift anzufertigen, die beide Teilnehmer unterzeichnen. Einen festgelegten Gesprächsinhalt gibt es in der Regel nicht. Es geht aber im Normalfall über die tägliche Arbeit hinaus. Inhaltlich sollten vor allem die vier Punkte Arbeitsaufgaben, das Umfeld der Arbeit, das Zusammenwirken von Beschäftigten und Vorgesetzten und Perspektiven zur Entwicklung oder Veränderung angesprochen werden.  

Anregungen zum Gespräch

Voraussetzung für den Erfolg des Mitarbeitergesprächs ist, dass dieses sachlich, fair und offen geführt wird. Dabei zählt auch, dass der Mitarbeiter mindestens so viel reden darf wie der Vorgesetzte und dieser keinen Monolog hält, schließlich heißt es ja Mitarbeiter- und nicht Vorgesetztengespräch.
 
Für den Chef zählt dabei vor allem, dass er seinen Gesprächspartner erst einmal von sich aus erzählen lässt, ihm ruhig zuhört und Unterbrechungen vermeidet. Dabei sollte auf Argumente eingegangen werden und eventuell Nachfragen gestellt werden. Als Hilfestellung zu Beginn können offene Fragen des Vorgesetzten stehen wie etwa: "Was meinen Sie zu ..." oder "Wie sehen Sie dies und jenes". Einwände und Kritik sollten konstruktiv auf das Arbeitsverhalten und die Arbeitsergebnisse des Mitarbeiters bezogen werden.
 
Für den Mitarbeiter ist es wichtig, dass er offen in das Gespräch geht, denn es kommt ja auch ihm zugute. Dabei sollte er auch Verständnis für die Rolle der Führungskraft zeigen und einsehen, dass nicht alle Wünsche (sofort) realisierbar sind. Das Gespräch unter vier Augen bietet die Möglichkeit, auch heikle Themen anzusprechen, die in der Gruppe nicht jeder hören soll. Auf jeden Fall aber müssen Kritik und Forderungen sachlich vorgetragen werden. Dabei sollte der Mitarbeiter auch auf Widerspruch gefasst sein.
 
Für beide Gesprächspartner muss gelten, dass sie eine wertschätzende Haltung dem anderen gegenüber haben, auf Fehler des Anderen eingehen und eigene zugeben. Vermieden werden müssen vor allem sogenannte "Killerphrasen" wie: "Das war schon immer so." Hilfreich ist es, bei dem Gegenüber auf Gestik, Mimik und Stimme zu achten sowie Blickkontakt zu ihm zu halten.
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