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Bereifung

Den richtigen Reifen für jeden Traktor finden

Traktoren in einer Reihe
Ludwig Volk/Fachhochschule Soest
am
01.02.2017

Hoftraktoren, Universaltraktoren und Großtraktoren haben unterschiedliche Anforderungen an ihre Reifen. So finden Sie den richtigen Pneu und Reifendruck.

Traktoren brauchen Straßenschuhe für die Straße und Arbeitsschuhe auf dem Acker. Der Landwirtschaftsreifen hat das Traktorgewicht zu tragen, Motorkraft in Zugleistung zu verwandeln, Lenk- und Bremssicherheit zu übernehmen, für Fahrer und Traktor zu federn mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten gute Arbeit zu leisten und dabei den Boden nicht zu schädigen.

Das gibt es bei den Reifen von Hoftraktor, Universaltraktor und Großtraktor mit ihren jeweiligen Nutzungsprofilen zu beachten.

Hoftraktor: Radialreifen mit dauerhaften Gummimischungen

Der Hoftraktor ist häufig mit Frontlader ausgestattet. Häufig hat dieser Traktor Straße oder den festen Hof unter den Reifen.

  • Bei Frontladerarbeiten sind hohe Lasten besonders auf den Vorderreifen zu tragen. Der Reifendruck sollte auf der Allradachse hoch sein, beispielsweise 1,8 bar.
  • Auf dem Acker werden Pflegearbeiten durchgeführt ohne hohe Drehmomente zu übertragen, dabei wären 0,8 bar Reifendruck empfehlenswert. Es werden Radialreifen empfohlen mit dauerhaften Gummimischungen für eine lange Betriebsdauer.
  • Verlässt der Traktor die Straße, sollte der Reifendruck angepasst, also gesenkt werden. Dazu dienen Schnellkuppler in der Felge. Durch den Anschluss an die Vorratsleitung der Druckluftbremse können die Reifen nach der Feldarbeit mit 0,8 bar wieder auf Straßendruck und für Frontladerarbeit mit ca. 1,8 bar befüllt werden.

Universaltraktor: Radialreifen mit Reifendruckregelanlage

Der Universaltraktor sollte stark, leicht und komfortabel sein. Unterschiedliche Frontgewichte helfen bei der schweren Bodenbearbeitung, zusammen mit dem Ackerluftdruck im Radialreifen, die Motorkraft auf den Boden zu bringen. Der Reifen ist unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt und sollte durch den empfohlenen Reifendruck darauf eingestellt werden.

  • Bei der Grundbodenbearbeitung mit Grubber oder Pflug müssen hohe Drehmomente übertragen werden, während beim Düngerstreuen, vor der Spritze und dem Güllefass maximale Bodenschonung gefragt ist.
  • Bei Transportfahrten auf der Straßen kann der Kraftstoffverbrauch durch einen erhöhten Reifendruck und damit geringeren Rollwiderstand gesenkt werden.

Für diesen Traktor ist eine Reifendruckregelanlage die optimale Technik. Mit Schläuchen über die Kotflügel wird die Druckluft aus dem Bremsenkompressor zu den Reifen gelenkt. Aus der Kabine, ohne Absteigen, wird der Solldruck gewählt und aufgepumpt oder Luft aus dem Reifen entlassen. Für Lohnunternehmer mit schnellen Druckwechselanforderungen kann ein hydraulisch betriebener Kompressor kurze Füllzeiten erreichen. Einfache Reifendruckregelanlagen ohne Zusatzkompressoren sind bereits für 5.000 Euro zu kaufen.

Großtraktor: Reifen oder Raupe

Bei Straßenfahrten bestimmt auch der Rollwiderstand der Reifen den Dieselverbrauch. Lenk- und Bremssicherheit und der Dieselverbrauch werden besser, wenn man mit 1,6 bar Reifendruck fährt. Schwere Lasten, wie sie mit Großtraktoren gezogen werden, brauchen höheren Reifendruck bei schneller Fahrt. Die hohen Motordrehmomente sind im Acker effektiv in Zugleistung zu verwandeln.

  • Mit einer Reifendruckregelanlage kann der Fahrer den empfohlenen Reifendruck in der Kabine einstellen.
  • Neue Radialreifen sollten eine hohe und flexible Flanke haben und bei überwiegenden Straßenfahrten besonders abriebfest sein.
  • Raupen können sich auszahlen, wenn der Schlepper viel auf dem Acker und wenig auf der Straße ist: bessere Zugkraftabstützung im Boden, weniger Schlupf, mehr echte Vorfahrt
  • Bei Traktoren im Bereich 400 PS passt die Kombination aus Reifen vorne und Raupen hinten (wie bei Case IH) in flächenstarke Betriebe mit hoher Auslastung in der Bodenbearbeitung und der Bestellung. Wer richtig montierte Zwillingsreifen mit 0,6 oder 0,8 bar fahren kann, sollte die 8 Reifentechnik erwägen, anstelle der Traktorhalbraupe.
  • Komplette Raupenfahrwerke, wie am Case IH Quadtrac oder John Deere RX passen für Großbetriebe mit Hunderten Hektar in der Bodenbearbeitung und Saat ab ca. 800 Raupenstunden im Jahr. Halbierter Schlupf im Vergleich zum Reifenfahrwerk bringen die Vollraupen bei schwerer Bodenbearbeitung.

Ein empfehlenswertes Internetprogramm zur Reifenwahl und zum Bodenschutz ist terranimo.ch von der Berner Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebenmittelwissenschaften.

Die häufigsten Reifenschäden und ihr Grund

Quetschfalten am Landwirtschaftsreifen
Abgenutzte Lauffläche am Landwirtschaftsreifen
Abrieb der Lauffläche von Landwirtschaftsreifen
Überbeanspruchung des Reifengummis
Ringumlaufender Gummiabtrag
Einseitiger Abrieb der Lauffläche eines Reifens
Kratzer und Schnitte am Landwirtschaftsreifen
Traktor mit beladenem Kipper
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