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Netzschau

Russin entwickelt selbstfahrenden Mähdrescher

Eine russische Unternehmerin will die Landwirtschaft revolutionieren. Im August rollte ihr erster selbstfahrender Mähdrescher vom Band. Bis 2023 plant sie ein vollautonomes Modell.

von , am
27.11.2017

Russin ist Experte für fahrerlose Technik

Mit ihrer Firma "Cognitive Technologies" ist die russische Unternehmerin Olga Uskowa auf fahrerlose Landtechnik spezialisiert. Nun wurde ihr Traum wahr: Zum ersten Mal kam ihr selbstfahrender Mähdrescher in der Region Rostow im Süden Russlands zum Einsatz. Wie das irische Magazin Agriland.ie berichtet, haben Uskowa und ihre Entwickler über fünf Jahre an diesem Projekt gearbeitet.

Videokamera und Scan-Apparaturen an Mähdrescher

Laut Russia Beyond (rbth) verfügt die Maschine über eine eigene Videokamera sowie Scan-Apparaturen, um die Feldgrenzen erfassen zu können.

"Wir können auch ein erweitertes Computer-System einbauen, welches es ermöglicht, mit einer Kamera dieselben Resultate zu bekommen wie führende Maschinenfirmen mit drei oder vier Sensoren. Infolgedessen sind die Nutzungskosten bei unserer Technik drei bis vier Mal niedriger", so Uskowa zu rbth.

Rostselmash Mähdrescher mit Agro Pilot

Angepasst wurde das System „Cognitive Agro Pilot im Test an einen Rostselmash RSM 181 Torum Mähdrescher Nun hoffe sie laut rbth, mit ihren Maschinen auf den internationalen Markt zu gelangen und jenen zu revolutionieren. Zwar braucht es nach wie vor einen Menschen zur Kontrolle, das AI-System befreit den Landwirt aber von den meisten Aufgaben.

Uskowa geht davon aus, bis 2023-24 einen vollautonomen Mähdrescher entwickelt und in Produktion zu haben.

Mit Material von Russia Beyond (rbth), Agriland.ie, Olga Uskova, youtube.com

Fahrerlos: Diese Traktoren arbeiten autonom

Autonomer Traktor von Case IH
Case IH präsentierte Ende August 2016 auf der Farm Progress Show in den USA erstmals sein autonomes Traktorkonzept. Die Ingenieure stützten sich bei der Entwicklung des Konzepts auf das bestehende Case IH Magnum Modell und erarbeiteten ein neues Design. © Werkbilder
NH-Drive-Traktor von New Holland
Neben Case IH gehört auch die Marke New Holland zum Konzern CNH Industrial, unter der parallel dazu der autonome NHDrive-Traktor vorgestellt wurde. CNH Industrial entwickelte den autonomen Traktor in Zusammenarbeit mit Autonomous Solutions Incorporated ASI. Der Studientraktor ist ein unbemanntes Fahrzeug, das über einen Desktop-Computer oder ein Tablet-Interface gesteuert und überwacht werden kann. © Werkbild
Fahrerloser John Deere 8200
Doch die Idee, Traktoren autonom fahren zu lassen, ist nicht neu. Schließlich bieten sich viele Vorteile, nämlich: Zeit, Personal-, Kraftstoff- und Maschinenkosten zu sparen, ein präzises Arbeitsergebnis zu bekommen, die Fahrer zu entlasten, die Unfallgefahr zu verringern und Maschinen optimal auszulasten. John Deere testete schon Ende der 1990er den Prototypen eines fahrerlosen 8200. Daraus ist kein serienreifes Produkt geworden. © Facebook
Fendt 200 Vario mit Probotiq X-pert bei der Fahrt
Mit dem Trend der Präzisionslandwirtschaft wurden die nötigen technischen Voraussetzungen für einen möglichen Erfolg autonomer Maschinen geschaffen: Boardelektronik, automatische Lenkung und GPS-Steuerung. Diese Voraussetzung nutzt auch das niederländische Unternehmen Precision Makers und stattet Fendt-Vario-Traktoren auf Wunsch mit der Autonomie-Lösung Probotiq X-pert aus. Die autonome Fahrt erfolgt rein über das RTK-Signal. Ein Überwacher kann den Traktor jederzeit über eine Fernbedienung starten und stoppen. © Julia Eder
Bildschirm mit Probotiq X-pert von Precision Makers
Dazu muss vorher der gewünschte Fahrtweg und die Aufgabe des Schleppers einprogrammiert werden: auf dem Display das Programm X-pert öffnen, „Aufnehmen“ drücken, wie gewohnt fahren, das angehängte Gerät bedienen und anschließend unter einem beliebigen Routennamen abspeichern. So können laut Hersteller Tausende von Routen programmiert werden - für verschiedene Felder und Arbeitsgänge. © Julia Eder
Autonom fahrender Aebi-Traktor mit Probotiq X-pert
Seit Kurzem stattet Precision Makers optional auch Aebi-Traktoren mit Probotiq X-pert aus. Der Aebi Terratrac mit der Option Autonom ist ein mit GPS selbstständig, fahrerlos arbeitender Zweiachs-Geräteträger. Die Route wird innerhalb des vordefinierten Arbeitsfeldes automatisch geplant. Besonders in gefährlichen Hanglagen, in denen es immer wieder zu Unfällen und sogar Todesfällen kommt, macht sich die Autonomie bezahlt. © Werkbild
Greenbot von Precision Makers
Noch gewöhnungbedürftig anzuschauen sind dann Traktoren, bei denen ganz auf die Kabine verzichtet wird. Neben den schon vorgestellten Konzeptstudien von Case IH oder John Deere, gibt es auch hier ein marktreifes Produkt von Precision Makers: den Greenbot. Auf der Agritechnica 2015 wurden laut Hersteller davon erste Einheiten verkauft. © Werkbild
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