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Sonderkulturen

Spargel-Ernte-Roboter: Eine Alternative zu Saisonarbeitskräften?

Roboter erntet Spargel.
am Dienstag, 21.04.2020 - 06:32 (Jetzt kommentieren)

Was wäre, wenn ein Roboter die Spargelernte übernehmen könnte? Eine Frage, die sich Anbauer nicht nur in Zeiten von Corona stellen. Wir haben beim niederländischen Start-Up Cerescon, dem Erfinder des Spargelernteroboters Sparter nachgefragt, ob das möglich ist.

Das Start-Up Cerescon ist ein niederländisches Unternehmen und entwickelte in Zusammenarbeit mit einigen deutschen Spargelanbaubetrieben die weltweit erste selektive Spargelerntemaschine für weißen Spargel (agrarheute berichtete: So erntet der weltweit erste Spargelroboter). Erste Prototyp-Maschinen gingen bereits 2017 auf die Felder. Wir sprachen mit Thérèse van Vinken, General Managerin bei Cerescon.

Gibt es bereits einen Feldroboter, der selbständig Spargel ernten kann?

Thérèse van Vinken: Ja, bereits seit 2016 entwickeln wir den Sparter-Ernteroboter. Allein in der vergangenen Saison 2019 testeten wir über eine Einsatzzeit von rund 800 Stunden zwei mehrreihige, gezogenen Spargelernteroboter.

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Zur Markteinführung startet Cerescon mit einem einreihigen und selbstfahrenden Sparter-Ernteroboter.

Kann man diese Maschinen bereits kaufen?

Thérèse van Vinken: Zur Markteinführung haben wir beschlossen, dass wir statt der in 2019 getesteten Maschine, einen einreihigen selbstfahrenden Spargelvollernter auf den Markt bringen. Dieser kommt nach unseren Erfahrungen den Wünschen der Spargelanbauer mehr entgegen. Wir haben in den vergangenen Monaten hart gearbeitet, um dies zu realisieren.  Derzeit wird der erste Prototyp auf einem Spargelfeld in den Niederlanden getestet und die erste Maschine der Nullserie wird gebaut. Die soll innerhalb weniger Wochen in Deutschland eingesetzt werden. Zumindest, wenn das Corona-Virus keine Probleme macht.

Wie hoch ist das Interesse an dem Roboter?

Thérèse van Vinken: Mehrere Spargelanbauer sowie nationale und internationale Unternehmen haben bereits bei Cerescon angerufen und nachgefragt, ob der Sparter sofort geliefert werden kann. Schließlich ist die Suche nach Mitarbeitern in dieser Saison mit all den Corona-Einschränkungen noch schwieriger als in den Vorjahren.

Kann man den Spargelroboter im Einsatz sehen?

Thérèse van Vinken: Unter Berücksichtigung der niederländischen und deutschen Richtlinien und Maßnahmen rund um Corona, wird Cerescon während der Saison Einzelvorführungen für interessierte Anbauern organisieren.

Wieviel wird der Sparter ungefähr kosten?

Thérèse van Vinken: Die Maschine wird rund 350.000 Euro kosten. Es gibt Kontakte zu Leasingorganisationen für Anbauer, die eine hohe Investition problematisch finden. Außerdem ist der Service auf den Feldern wichtig. Cerescon hat bereits Vereinbarungen mit mehreren großen Unternehmen in Norddeutschland getroffen, um Service und Wartung für die Roboter an zu bieten und um eine erfolgreiche Markteinführung zu ermöglichen.

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