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Reifen

Ständig unter Druck: 4 Trends bei Landwirtschaftsreifen

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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Reifen in einer Reihe
Jörg Möbius/Matthias Mumme/traction
am
20.01.2017

Bodenschonend und schnell müssen sie sein, hohe Lasten tragen können und dabei noch lange halten. traction hat vier Trends bei Landwirtschaftsreifen herausgefunden.

Weltweit werden jährlich Landwirtschaftsreifen für rund 4 Mrd. Euro umgesetzt. In Deutschland werden jährlich rund 250.000 Schlepperreifen im Ersatzgeschäft von Landwirten für ihre Traktoren gekauft. Das geht von Hightech-Reifen von Premiumherstellern bis zum Budget-Segment. Neue Hersteller und Billiganbieter fassen vermehrt Fuß als Erstausrüster und die Platzhirsche übertrumpfen sich mit Innovationen. Das sind die vier Trends bei Landwirtschaftsreifen.

1. Reifen mit flexiblen Seitenwänden

Reifen mit der IF- (Improved Flexion) und VF-Technologie (Very High Flexion) stehen für Innovationen im Reifensektor. Kernelement dieser Reifen sind die extrem flexiblen Seitenwände, die im Feld den Betrieb des Reifens mit stark abgesenktem Luftdruck und ohne stärkere Erhitzung erlauben. Dafür sorgt neben den verwendeten Materialien insbesondere auch der spezielle Aufbau der Karkasse mit dem integrierten Stahlgürtel. Die im Vergleich zu Standardreifen signifikant größeren Aufstandsflächen sorgen auch bei hohen Lasten für einen bodenschonenden Betrieb und maximale Traktion. Auch bei der Straßenfahrt mit höherem Luftdruck bieten die IF- und VF-Reifen einen äußerst ruhigen und komfortablen Lauf.

2. Größerer Reifendurchmesser

Ein Trend ging in den vergangenen Jahren zu größeren Außendurchmessern, da die StVZO in puncto Breite kam mehr Luft nach außen lässt. Dabei müssen Traktorreifen nicht nur immer mehr Leistung bei geringem Reifeninnendruck auf den Boden übertragen und immer höhere Radlasten aufnehmen, sondern mittlerweile auch bei Fahrgeschwindigkeiten von 60 oder sogar 70 km/h zuverlässig funktionieren und langlebig sein. 2,32 m Außendurchmesser für Großtraktoren wie den Fendt 1000 Vario oder den New Holland T9 sind heute das Limit.

3. Mehr Kontakt zwischen Reifen und Felge

Eine wachsende Bedeutung kommt der Kontaktfläche zwischen Reifen und Felge zu. Um ein Wandern der Felge im Reifen zu verhindern, werden inzwischen stabilere Felgenhörner oder aggressivere Rändelungen verwendet. In Nordamerika promotet der Handels-Riese Titan seit einiger Zeitverstärkt die LSW-Technologie mit bis zu 1.400 mm Laufflächenbreite, und will damit an Großtraktoren die verbreitete Zwillingsbereifung ablösen. Trotz der schmalen Flanke sollen die Reifen laut Anbieter eine große Aufstandsfläche erzeugen, und bodenschonend hohe Motorleistungen auf den Boden bringen – ohne dass die Felgen in den Reifen wandern.

4. Neue Reifenbauarten

AGCO-Fendt und Mitas haben den AirCell entwickelt - ein Reifen, in den ein zweiter Hochdruckreifen integriert ist. Dieser dient als Druckspeicher für die schnelle Reifendruckanpassung. So kann ohne Einfluss der Motordrehzahl durch den direkten Druckaustausch innerhalb von 30 sek. der Reifeninnendruck von 0,8 auf 1,8 bar erhöht werden.

Der Mitas PneuTrac ist ohne herkömmliche Flanken aufgebaut, sie stützen sich auf einem Steg in der Mitte der Lauffläche ab. Dennoch sollen die neuen Pneus auch bei sehr niedrigen Reifen­innendrücken eine hohe Seitenstabilität gewährleisten und im Feldeinsatz den Radschlupf deutlich reduzieren.

Das VIP-System von Trelleborg ist ein intelligentes und autonomes Komplettrad, das den Druck eines Mähdrescher-Reifens selbstständig anpasst und so die Bodenverdichtung durch den Reifen minimiert. Es besteht aus einem Sensoren-Satz, der laufend mehrere Parameter ermittelt, sowie einem elektronischen Zentralprozessor, der einen Kompressor und ein Ventil steuert, um den Reifeninnendruck anzupassen.

Den vollständigen Trendbericht zur Reifentechnik inklusive der wichtigsten Hersteller und neuesten Reifen finden Sie in der traction-Ausgabe Januar/Februar 2017.

So soll der Schlepperreifen sein

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