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Stahlbolzen im Mais zerstören Feldhäcksler

von , am
21.10.2013

Ein Saboteur treibt momentan auf Maisfeldern im bayerischen Landkreis Amberg-Sulzbach sein Unwesen. Seit Anfang Oktober ist ein Landwirt Opfer einer Serie von Sabotageakten.

Sabotage im Maisfeld: In Bayern ist es vermehrt zu Anschlägen auf Feldhäcksler gekommen. © landpixel
Vergangene Woche flogen dem Landwirt Hüttner erneut die Messer seines Maishäckslers um die Ohren. Es war bereits der vierte Sabotage-Anschlag in Folge auf dem Betrieb Hüttner im Landkreis Amberg-Sulzbach. Seit Anfang Oktober ist es immer der gleiche Tatbestand: 20 bis 30 Zentimeter lange Stahlbolzen befestigt der Täter an den Maispflanzen. "Offensichtlich versucht ein bislang unbekannter Täter durch diese gezielten Sabotageakte großen finanziellen Schaden zuzufügen", heißt es von Seite der Polizei.
 
Der Landwirt schätzt den bisherigen Schaden an seiner Landtechnik um die 100.000 Euro. Hüttner ist jedoch nicht das einzige Opfer. Nach Aussage von Leonard Ost, Vorsitzender des Kuratorium bayerischer Maschinenringe, liegen in Bayern momentan 20 derartige Fälle vor.
 

Vier Anschläge in zwei Wochen

Beweismittel: Dieser 20 Zentimeter lange Metallbolzen wurde an Maispflanzen befestigt. © polizei bayern
Bereits am 4. Oktober ereignete sich der erste Anschlag. Ein Lohnunternehmer des Bauern war mit seinem Maishäcksler auf einem Acker im Gemeindebereich Ursensollen unterwegs und stellte schließlich einen Schaden durch Stahlbolzen im Inneren des Häckselwerks fest. Durch diesen Schadensfall alarmiert, inspizierte ein Sohn des Landwirts am Sonntag, den 6. Oktober einen Maisacker im Gemeindebereich Ammerthal und fand einen ähnlichen Stahlbolzen, der an einer Maispflanze befestigt war.
 
Der verdächtige Gegenstand wurde sichergestellt und zur Spurensicherung gebracht. Am Samstag, den 12. Oktober sollte ein Feld im Bereich Ensdorf abgeerntet werden. Bereits nach der zweiten Schnittreihe war Schluss. Auch hier stoppten fast identische Stahlbolzen den Maisernter. Der bislang neueste Fall dieser Sabotageserie ereignete sich am Montag, den 14. Oktober auf einem Feld im Gemeindebereich Ursensollen, östlich von Oberhof. Auch in diesem Fall waren identische Stahlbolzen von wahrscheinlich ein und dem selben Täter ausgebracht worden.
 

Splittersuchgeräte im Einsatz

Der Landwirt berichtet, dass er nach den ersten Vorfällen keinen Lohnunternehmer mehr fand, der bereit war, beim ihm zu ernten. Deshalb musste er nun selbst einen Häcksler kaufen. Um weitere Anschläge zu vermeiden, hat der Landwirt außerdem drei Splittersuchgeräte ausgeliehen. Schnittreihe für Schnittreihe werden nun vor der Ernte die Felder abgesucht. Der Landwirt hat nun eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Amberg unter der Telefonnummer 09621/890-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
 

Das Rätseln um das Tatmotiv

Motive und Täter sind im Einzelfall unterschiedlich, erklärt der Lohnunternehmerverband. Mitmenschen könnten durch die verstärkten Herbstarbeiten "genervt" sein und rigorose Maßnahmen gegen die "Vermaisung der Landschaft" ergreifen oder aber haben "die reine Sensationsfreude am Schaden". Darüber hinaus könne aber auch der Wettbewerb am Bodenmarkt und zwischen Dienstleistern als Tatmotiv nicht ausgeschlossen werden.Weil  in allen Fällen der Gegend der selbe Landwirt zu Schaden gekommen ist, vermutet die Polizei einen persönlichen Hintergrund.
 
agrarheute.com hat auf dem betroffenen Betrieb Hüttner vor drei Monaten eine Videoreportage zum Anbau von Energiegras als Alternative zum Maisanbau gedreht...

Riesenweizengras als Alternative für die Biogasanlage?

 
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