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Stallhygiene: Heißes Wasser besser als Desinfektionsmittel?

mö/(nc)
am
09.04.2015

Auf landwirtschaftlichen Betrieben muss viel und oft gereinigt werden. Standard ist hier der Hochdruckreiniger. Lesen Sie hier Testergebnisse verschiedener Reinigungsarten im Vergleich.

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft testete die Reinigung mit Heißwasser im Vergleich zum Kaltwasser. Bei den Untersuchungen ging es haupsächlich darum, die Reinigungswirkung und die Erregerbekämpfung bei der Nutzung von Hochdruckreinigern mit Heißwasser zu prüfen. Für Tests wählten sie unterschiedliche Temperaturen, Heißwassermengen, Arbeitsdrücken und Einwirkzeiten aus. Reinigungs- und Desinfektionsmittel wurden nicht eingesetzt.

Bei den Tests analysierte die Landesanstalt die Wirkung von Heißwassergeräten für die Reinigung von Tiertransportfahrzeugen, stark verschmutzten Stallmiststreuern, Kälberiglus und Buchten einer Schweineaufzuchtanlage. Der Vergleich erfolgte immer paarweise zwischen einer Kaltreinigung und der Heißwasserreinigung. 
 
Die Versuche fanden im Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut Buttelstedt und in der Rhönland e.G. in Dermbach statt. Die entnommenen Tupferproben wurden auf Staphylokokken, Streptokokken, grampositive Betriebskeime, Sporenbildner und Colibakterien überprüft.

Reinigung von Tiertransportfahrzeugen

Bei Tiertransportfahrzeugen - sowohl im innerbetrieblichen Verkehr, aber vor allem bei Schlachttransporten oder Tierumsetzungen zu anderen Einrichtungen - spielt die Erregerminimierung eine große Rolle. Reinigung und Erregerminimierung sind dabei durch die Tiertransportverordnung geregelt.
 
Reinigungsergebnisse mit Kalt- und Heißwasser im Vergleich: Nach der Reinigung mit kaltem Wasser bei 30 °C blieben 30 bis 100 Erregerkolonien auf dem Tiertransportfahrzeug. Eine Reinigung mit Wasser bei 60 °C führte zu einer Reduzierung der Kolonien bis maximal 30. 

Reinigung von Stallmiststreuern

Wenn keine Keimreduktion im Vordergrund steht, ist bei Stallmiststreuern eine Warmwasserreinigung mit circa  60 °C ausreichend. So kann beispielsweise Warmwasser direkt aus Biogasanlagen verwendet werden.

Reinigung von Kälberiglus

Die Reinigung von Kälberiglus stellt erhöhte Anforderungen an den Keimstatus der Iglus nach der Reinigung. Längere Leerstandszeiten erfordern bei Kälberiglus eine zusätzliche Zwischendesinfektion. Bei unterschiedlichen Temperaturen ist eine eindeutige Abstufung der Wirksamkeit zu erkennen.
 
Reinigung mit Warmwasser bei 60 °C: Sie führt bei einigen Erregertypen nicht zur Abtötung oder Minimierung.
 
Reinigung mit Warmwasser bei 80 °C: Eine sehr gute Wirkung zeigten die Reinigung mit 80 °C heißem Wasser und mit Dampf. Die Iglus und der Boden waren nahezu keimfrei, wobei man nach der Reinigung immer die Abtrocknung abwarten muss. Die Endreinigung mit Dampf erfordert eine Vorreinigung von Iglu und Boden mit einem  Hochdruckwasserstrahl, da nach dem Entmisten noch Kot-, Harn- und Strohreste abgespült werden müssen.

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