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Strautmann: Kein Großkonzern als Schirmherr

von , am
01.02.2013

Durch die Generationenfolge bedingt, wurde beim Familienunternehmen Strautmann im letzten Jahrzehnt diese oder jene Entscheidung verschleppt, wie Wolfgang Strautmann selbstkritisch anmerkt.

Das Bestreben von Strautmann ist, immer als Komplettanbieter in der jeweiligen Sparte aufzutreten. So wird in der Fütterungstechnik nicht nur in Richtung Großmaschinen entwickelt, sondern auch Geräte wie den Siloblitz. © Werkbild
Wer Wolfgang Strautmann, der mittlerweile hauptverantwortlich am Steuerruder steht, schon einmal persönlich begegnet ist, wird sicherlich bestätigen können, dass man schon nach kurzer Zeit das Gefühl hat, einem Vollblut- Unternehmer gegenüber zu sitzen. Und egal ob er über seine Unternehmen "Strautmann Umwelttechnik", "SINUS North America" oder eben die "B.Strautmann & Söhne GmbH und Co. KG" spricht, die Augen des Diplom-Kaufmanns und Hobby-Technikers sprühen regelrecht vor Begeisterung. Letztere, also die Landmaschinenfabrik, kann auf eine über 80-jährige Familientradition zurückblicken. Im Laufe derer hatte sich durch die Erbfolgen die Anzahl der Gesellschafter auf drei Familienstämme ausgeweitet. Diese waren auch mit jeweils einem Geschäftsführer im Unternehmen vertreten: Heinz-Bernhard, Dr. Klaus-Peter und Wolfgang Strautmann.
 
Nachdem in 2010 der Familienstamm Heinz-Bernhard Strautmann ausgeschieden ist, veräußerte Dr. Klaus-Peter Strautmann seine Gesellschaftsanteile in 2012 je zur Hälfte an Wolfgang Strautmann und dessen Sohn Philipp. Der mittlerweile 30jährige Wirtschaftsingenieur ist in 2010 aktiv ins Unternehmen eingetreten und hat die technische Leitung des Tochterunternehmens in Polen übernommen.
AGRARTECHNIK besuchte Wolfgang und Philipp Strautmann in Bad Laer.

Genügend Cash vorhanden

AGRARTECHNIK: Zwei Gesellschafter innerhalb von zwei Jahren auszubezahlen, besteht da nicht die Gefahr, dass das Unternehmen Strautmann zu kräftig zur Ader gelassen und somit innovativ sowie investiv auf Jahre hinaus blockiert wurde?
 
Wolfgang Strautmann: Nein, da muss sich wirklich niemand Sorgen machen. Zum einen waren die Ausstiegskonstellationen passend, da die letzten Jahre wirtschaftlich sehr erfolgreich gestaltet werden konnten. Und zwar nicht nur in der Landtechnik, wo wir 2011 mit einem Umsatzrekord von 68 Millionen Euro abschlossen, sondern auch in den anderen Unternehmen, an denen ich beteiligt bin. Wir konnten die übernommenen Gesellschaftsanteile im Grunde zu zwei Dritteln aus dem Cash-flow bezahlen.
 
Philipp Strautmann: Dass uns durch die Übernahme der anderen Gesellschaftsanteile das finanzielle Korsett die Luft hinsichtlich Innovationen oder Investitionen abgeschnitten haben könnte, lässt sich ganz einfach anhand mehrerer Fakten widerlegen. Zum einen haben wir an beiden Produktionsstandorten, also sowohl in Bad Laer als auch in Lwówek in Polen in 2012 ganz kräftig investiert. Mit einer zusätzlichen Hallenfläche von 4.000 Quadratmetern konnte dort die bestehende Produktionsfläche von 7.000 Quadratmetern um mehr als 50 Prozent ausgeweitet werden. Und zum anderen haben wir noch nie so viele neue Produkte innerhalb eines einzigen Jahres vorgestellt wie in 2012.
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