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Ratgeber

Tipps zum Einwintern von Maschinen

Traktor waschen
© agrarfoto
von , am
11.11.2016

Damit ihr Mähdrescher, Traktor und Pflug fit für die Einsätze in der nächsten Saison sind, lesen Sie unsere Tipps zum richtigen Einwintern von Maschinen.

Maschinen müssen laufen - das wissen Praktiker. Aber was ist im Winter? Da stehen Mähdrescher, Ladewagen, Saatmaschine und Pflug in der Maschinenhalle. Damit es nach der langen Standzeit kein böses Erwachen in der nächsten Saison gibt, ist es wichtig, Maschinen vor dem Einwintern richtig zu pflegen und sie winterfest zu machen.

Richtig reinigen: Wasserdusche oder Luft

Grundsätzlich sollte eine Maschine, die ins Winterlager kommt, sauber sein. Denn bekanntlich ist Schmutz "Gift für den Lack" - Rost kann sich bilden. Da stellt sich für viele die Frage, mit Wasser reinigen oder mit Luft? Da scheiden sich unter den Praktikern die Geister. Einige setzen den Hochdruckreiniger ein, andere greifen zum Kompressor.

Für empfindliche Maschinen ist die Wasserdusche nicht zu empfehlen. Beispielsweise sollte der Landwirt den Kompressor wählen, um den Mähdrescher mit Luftdruck sauber zu machen. Wasser könnte zu Schäden führen.

Für Ladewagen, Pflug und Schlepper ist eine gehörige Dusche nicht verkehrt. Aufpassen: Empfindliche Stellen wie Ventile, Kugellager, Elektronik, Motoren nicht mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten. Auspusten mit Luft ist hier geeigneter, um Schäden zu vermeiden.

Wichtig ist, die Maschine nach der Reinigung mit Wasser noch einmal laufen zu lassen und sie danach richtig abtrocknen zu lassen. Am besten findet der große Waschtag bei gutem Wetter und milden Temperaturen statt. Ist die Maschine sauber und trocken, werden Kugellager und Ketten eingefettet. 

Richtig pflegen: Schutzfilm für den Lack

Lacke und beispielsweise Pflugschare werden mit einem speziellen Mittel benetzt. Beim Landhandel steht eine Palette an geeigneten Wachsen und Wachsölen bereit. Alternativ würde auch Sonnenblumenöl einen kostengünstigen Schutz für den Lack bieten. Allerdings ist der Nachteil, dass Sonnenblumenöl zum einen verharzen und zum anderen Tiere (Insekten) anziehen könnte. Wer auf ein Diesel/Öl-Gemisch als Schutzfilm schwört, sollte bedenken, dass diese Praktik nicht umweltverträglich ist.

Saatmaschine, Wender, Schwader, Mähdrescher, Mulcher, Heuwagen und Düngerstreuer haben ihren Dienst getan, lange bevor die Temperaturen in den Keller fallen. Auch für sie gilt, bevor sie ins Winterlager kommen: Reinigen und abschmieren, bewegliche Teile werden mit einem handelsüblichen Multifunktionsöl eingesprüht.

Richtig abstellen: Achtung vor Standplatten

Vor dem Einwintern brauchen die Reifen noch besondere Beachtung. Denn, wenn Maschinen lange stehen, ist die Gefahr von Standplatten an den Reifen groß. Dagegen helfen zwei Möglichkeiten:

Entweder aufpumpen: Der optimale Reifendruck für Erntemaschinen während der Winterpause beträgt 2,5 bis 3 bar, bei Schleppern ist man mit 1,6 bis 2,0 bar auf der sicheren Seite. Oder aufbocken: Um die Reifen zu entlasten, muss die Maschine an allen Achsen aufgebockt werden. Das gilt besonders für Fahrzeuge. Einige Anbaumaschinen haben dafür einen Ständer. Ein Mähwerk (Erntevorrichtung) steht im Winter ebenfalls besser, wenn es auf Kanthölzern und nicht direkt auf dem Boden abgestellt wird.

Richtig schützen: Frostschutz ist Frustschutz

Neben der Erhöhung des Luftdrucks und der Reifenkontrolle sollten auch Motoren und Elektronik für die kalten Tage gerüstet werden. Dazu gehört, dass bei Schlepper, Häcksler, Mähdrescher Frostschutzmittel im Kühlerkreislauf und in der Scheibenwischanlage ist.

Ist der Frostschutz nicht ausreichend (-20 bis -40 Grad), muss Frostschutzmittel nachgegossen werden. Danach ist es wichtig, den Motor nochmal anzustellen und warm laufen zu lassen. So ist nicht nur der Kühler vor Frost sicher, sondern auch Kühlkanäle und Motorblock. Zudem schützen Frostschutzmittel vor Korrosion. Deswegen sollte man nie das Kühlerwasser ablassen. Dann setzt sich nämlich Rost im Kühler ab, der führt zu Schäden am Kühler und am Motorblock.

Von einer ordentlichen Portion Frostschutzmittel (fünf Liter) profitiert auch die Feldspritze. Um sie für den Winter fit zu machen, einfach Frostschutzmittel in den Spritzmitteltank geben und durchlaufen lassen, sodass das Mittel bis in die Düsen gelangt.

Richtig sichern: Keine 'Spannung' auf Keilriemen und Batterie

Stehen Mulcher und Mähdrescher im Winterlager, lohnt sich ein Blick auf den Keilriemen. Der sollte vor dem Winterschlaf gelockert werden. Das gilt ebenso für große Federn - auch sie sollten nicht zu stark gespannt sein. Für die Batterien an den Maschinen gilt: Abklemmen.

Zudem muss der Kraftstofftank gecheckt werden: Auch wenn sich die Maschinen im Winterlager keinen Meter bewegt, der Tank sollte voll sein. Ein voller Tank unterbindet mögliche Schäden wie Rost und Korrosion durch Kondenswasser. Beim Tanken ist auf die Befüllung mit Winterdiesel zu achten. Auch hier gilt, den Motor nach dem Tanken erneut laufen zu lassen, damit der Kraftstoff auch in Filter und Pumpen gelangen kann.

Richtig prüfen: Mängelliste anlegen

Im Sommer müssen Maschinen laufen. In der Ernte bedeutet jede Minute Standzeit Verlust. Das ist im Winter ja nicht der Fall. Die Winterzeit ist also auch ein guter Anlass, alle Maschinen gründlich unter die Lupe zu nehmen, auf Schäden prüfen und gegebenenfalls zu reparieren. Eine Mängelliste zeigt auf einen Blick, welche Reparaturen noch bis zum nächsten Einsatz anliegen.

Zuletzt noch ein Tipp mit Blick auf den nächsten Sommer: Bei modernen Landmaschinen sollte die Klimaanlage gelegentlich eingeschaltet werden, damit die Dichtungen geschmiert und nicht brüchig oder undicht werden.   

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