Login
Spezielles

Tischgespräch mit Andreas Klauser

von , am
23.09.2011

Von seiner Lieblingssportart Segeln hat der Präsident von Case IH, Andreas Klauser, gelernt, dass eine starke Kursänderung die Geschwindigkeit im Extremfall auf Null drückt.

Andreas Klauser, Präsident von Case IH © Claudia Ziegler
Da dies auch für den Berufsalltag gelte, müsse man sich seine Entscheidungen vorher gut überlegen.
 
Es war schon eine riesen Überraschung, als kurz nach der 2009er- Agritechnica bekannt gegeben wurde, dass Andreas Klauser, seinerzeit Vize-Präsident Sales und Marketing Europa für Case IH als Präsident und CEO unmittelbar Randal W. Baker ablösen wird. Mittlerweile sind fast zwei Jahre ins Land gezogen, die wirtschaftlich mehr als erfolgreich verlaufen sind.

Erfolgsstory Efficient Power Traktormodelle

Nach einer Umsatzsteigerung in 2010 von 15 Prozent gegenüber 2009 wird für das laufende Jahr sogar ein weiteres Plus von 25 Prozent prognostiziert. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich unter anderem die Einführung der neuen Efficient Power Traktormodelle. Diese Produkteinführung wird von den eigenen Mitarbeitern wie auch von den Vertriebspartnern als die bislang wahrscheinlich erfolgreichste bewertet, weil sie fast reibungslos über die Bühne gebracht wurde. Diese Erfolgsstory wird meistens mit einem Namen verbunden, dem von Andreas Klauser.
 
Deshalb war gleich meine erste Frage, als wir uns in seinem Büro in Sankt Valentin trafen, was er denn anders gemacht habe, als sein Vorgänger. Er antwortete kurz und bündig: "Nichts, oder zumindest nichts Gravierendes!" Als Begründung schiebt er hinterher: "Man kennt es ja von vielen Unternehmen - nach der Devise, neue Besen kehren gut, werfen neue Manager die bisherigen Strategien über den Haufen. Ich habe da eine andere Philosophie." Er wolle erst das Vertrauen aller Beteiligten gewinnen und die guten Elemente des Vorgängers nicht einfach über Bord werfen.
 
Ein 'Landtechnikverliebter'
 
Obwohl er mit Schwester und Bruder nicht auf einem Hof aufwuchs - die Mutter war Lehrerin, der Vater Beamter - bezeichnet sich Andreas Klauser selbst als Landtechnikverliebter. Ganz ohne Wurzeln ist dies jedoch nicht abgegangen, schließlich hatte der Großvater einen Hof, den der Onkel und mittlerweile der Cousin bewirtschaftet. Auf diesem habe er seine ersten und lebensprägenden Begegnungen mit der Traktorenmarke Steyr gehabt - was sei für einen oberösterreichischen Landwirtschaftsbetrieb schließlich auch sonst noch in Betracht gekommen.
 
Der Besuch der HTL, der Höheren Technischen Lehranstalt, in Steyr mit Abitur und Ingenieurabschluss sei somit vorprogrammiert gewesen.
 
Raus aus dem Elfenbeinturm
 
Für ihn ganz wichtig sind die Gespräche mit Landwirten und Vertriebspartnern in allen Regionen: "Viele CEO's nehmen sich dafür einfach zu wenig Zeit, sie bauen sich ihre eigene Realität auf - das bekannte Elfenbeinturm-Phänomen."

Ob und welche berufliche Alternative sich Andreas Klauser vorstellen könnte, an welchen Orten der Erde er seinen optimalen Tag verbringen würde und wer ihn immer wieder nach Salzburg treibt, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der Agrartechnik.

Sie sind noch kein Abonennt? Das können Sie hier ändern. zu den Abos ...  
Auch interessant