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Spezielles

Tischgespräch mit Roland Schuler

von , am
13.07.2012

Einst war er der jüngste Vorstand der WLZ Raiffeisen, heute ist er das älteste Vorstandsmitglied bei der Bay-Wa: Roland Schuler. Die Zeitschrift Agrartechnik hat sich mit ihm unterhalten.

Roland Schuler, Vorstand für die Sparten Technik, Energie und BayWa r.e. © Werkbild
Roland Schuler hat sich die Mischung aus Jugendlichkeit und Elan bewahrt - und zwar nicht nur im Beruf. Er residiert ganz schön hoch im 16. Stock des BayWa-Hochhauses in der Münchener Arabellastraße. Doch Roland Schuler, Vorstand für die Sparten Technik, Energie und BayWa r.e, letzteres sind die erneuerbaren Energien, empfängt seine Besucher mit typisch schwäbischer Bescheidenheit. In seinem Büro spiegelt sich sofort eine tiefe Verbundenheit mit seiner Tätigkeit wider.
 
In den Regalen stehen Modelle von Traktoren und anderen Landmaschinen, an den Wänden hängt moderne Kunst, hinter Schulers Schreibtisch stehen Modelle von Windkraftanlagen und eine Skulptur. "Das Bild am Besprechungstisch wurde auf einem Solarpaneel gemalt, die Skulptur ist aus Befesti- gungselementen für die Photovoltaik gefertigt", erklärt Schuler. Dabei stammt der 56-jährige gar nicht aus der Landwirtschaft, sondern kam mit dieser Thematik erst im Jahr 1993 bei seinem Wechsel in den Vorstand der WLZ Raiffeisen AG in Berührung.

Rauhes Klima gewohnt

Doch von vorn: Roland Schuler wurde im Jahr 1956 in Ebingen (heute Albstadt), einem kleinen Städtchen auf zirka 800 Meter Höhe auf der Schwäbischen Alb geboren. Nach Gymnasium und Abitur leistete er nicht weit davon entfernt, in Stetten am kalten Markt, seinen Wehrdienst ab. Wer die Gegend kennt weiß, dass hier ein rauhes Klima herrscht. "Studiert habe ich Betriebswirtschaftslehre in Stuttgart", erzählt Schuler. "Der Vorteil ist dort, dass BWL immer mit einem technischen Fach kombiniert ist. In meinem Fall war das die Verfahrenstechnik. Nach dem Studium habe ich mich bei verschiedenen Firmen in der Gegend beworben. Mein großes Glück war, dass ich auf alle fünf Bewerbungen eine Zusage bekommen habe, sogar von meinem damaligen Wunschunternehmen Mercedes. Doch irgendwie haben die zu lange gebraucht, so dass ich mich für die Computer-Branche und Hewlett-Packard entschieden habe." Diese frühe Weichenstellung hat Roland Schuler bis heute geprägt: "Ich fahre grundsätzlich keinen Mercedes, sondern BMW", erzählt er lachend.
 
Halt in der Familie
 
Bei HP stieg Schuler schnell auf, übernahm Verantwortung und hatte auch schwierige Situationen zu bewältigen. "Zeitweise war ich in externen Gesellschaften beschäftigt, die ich zum Teil auch verkaufsfertig machen musste. Aus dieser Zeit ist mir noch immer ganz deutlich ein Gespräch in Erinnerung, wo ich einem jungen Familienvater, der gerade erst gebaut hatte, kündigen musste. Zum Glück war in dieser Zeit des allgemeinen Aufbruchs der Bedarf nach Arbeitskräften anderswo da, doch ich denke nicht gerne daran zurück."
 
Im Jahr 1993 wechselte Roland Schuler dann zu WLZ Raiffeisen nach Stuttgart, wo er gleich einen Vorstandsposten begleitete und 1997 als Sprecher des Vorstandes bestellt wurde. "Auch diese Zeit war nicht ganz einfach, denn eigentlich litt die WLZ immer noch an den Folgen einer Unternehmenskrise Mitte der 70er Jahre." Die Integration der WLZ in die zukunftsfähige Struktur der BayWa war dann auch in hohem Maße auf die Leistung Roland Schulers und seiner WLZ-Vorstandskollegen zurückzuführen.
 
Halt findet Schuler vor allem in seiner Familie. "Obwohl wir erst relativ spät geheiratet haben - ich war damals 30 Jahre - ist meine Frau Sibylle eine Jugendliebe. Unser Wohnsitz ist auch nach wie vor in Ammerbuch bei Tübingen, obwohl ich seit meinem Wechsel in den Vorstand der BayWa unter der Woche entweder in München oder aber unterwegs bin. Damit die Familie nicht zu kurz kommt, habe ich mir klare Spielregeln auferlegt: Ich bezeichne mich als "Intensivvater". Das heißt, wenn ich am Wochenende zu Hause bin, widme ich mich voll meiner Familie. Natürlich kann man das nicht immer ganz einhalten, aber wenigstens zu 90 bis 95 Prozent."
 
 
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