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Reinigung

Tödlicher Arbeitsunfall an Futtermischanlage: Mehr Arbeitssicherheit

Montagewagen beim Futtermischer
am Donnerstag, 30.06.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Ein Allgäuer Landwirt starb nun auf tragische Weise beim Befüllen einer Futtermischanlage. Der Fall zeigt: Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ist stets äußerste Vorsicht geboten.

Immer wieder kommt es auf landwirtschaftlichen Betrieben zu tödlichen Unfällen. Auch rund um Futtermischanlagen und -Wagen.

Wie das Polizeipräsidium Ravensburg meldet, ist am Dienstagnachmittag nun erneut ein Landwirt tödlich verunglückt. Der 76-Jährige aus Schweinebach bei Isny im Allgäu in Baden-Württemberg lud den bisherigen Erkenntnissen zufolge kurz nach 13 Uhr Futterballen in eine Futtermischanlage. Beim Aufschneiden des Ballens wurde der Mann von dem austretenden Mais begraben.

Landwirt stirbt bei Unfall an Futtermischanlage

Zeugen beobachteten den Vorfall und verständigten umgehend den Notruf. Trotz schneller Bergung und sofortiger Versorgung durch Rettungskräfte verstarb der Landwirt infolge seiner Verletzungen noch an der Unglücksstelle.

Dieser Fall zeigt erneut: Beim Umgang mit dem Futtermischwagen sowie Futtermischanlagen ist Vorsicht geboten. Für mehr Arbeitssicherheit können Landwirte einen Montagewagen nutzen. Darauf hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) bereits vor einiger Zeit hingewiesen.

Mit dem Montagewagen, der im Mischwagen über den horizontal angeordneten Walzen platziert werde, könne die Gefahr des Ausrutschens auf den glatten Boden- und Wandflächen des Mischwagens ausgeschaltet werden. Ein Holzpodest des Montagewagens biete genug Platz, um darauf sitzend oder knieend zu arbeiten.

Reinigung des Futtermischwagen: Darauf sollte Sie achten

Montage- oder Reinigungsarbeiten in Futtermischwägen seien immer eine Herausforderung für die Arbeitssicherheit, betonte die Sozialversicherung und rief die Hersteller dazu auf, sichere Plätze für diese Arbeiten in ihren Futtermischwägen zu schaffen. Bis dahin sollten es Landwirte generell vermeiden, in Mischwägen einzusteigen.

  • Silagereste in Mischorganen von Vertikalmischern könnten in der Regel bereits durch die Erhöhung der Zapfwellendrehzahl oder - bei abgestelltem Antrieb der Maschine - von außen mit einem teleskopierbaren Besen entfernt werden.
  • Für die Beseitigung nasser oder fester Futterreste habe es sich bewährt, sauberes Stroh durchzuhäckseln, berichtete die SVLFG.
  • Sei es im Ausnahmefall dennoch nötig, in den Futtermischwagen einzusteigen, müsse auf jeden Fall gewährleistet sein, dass der Motor aus und der Zündschlüssel abgezogen seien. Doch auch dann bleibe das Arbeiten zwischen den scharfen, ungesicherten Messern riskant. Daher sei unbedingt Schutzkleidung zu tragen. Außerdem sollten Stoß- und Schnittkanten in der Maschine abgedeckt werden.
Mit Material von Agra Europe, SVLFG, Polizei Ravensburg

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