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Traktoren

2010: Landtechnikbranche mit Traktorenabsatz 2010 zufrieden

von , am
26.04.2011

Stuttgart - Auf dem deutschen Traktorenmarkt ist das vergangene Jahr besser als erwartet verlaufen, auch wenn die Neuzulassungen um drei Prozent auf insgesamt 28.587 zurückgegangen sind.

Fendt 718 mit Lemken Säkombination © Fendt
Wie der Ehrenvorsitzender des Landesverbandes Hessen der Landmaschinen-Fachbetriebe, Werner Krummel, auf der Mitgliederversammlung des Verbandes weiter mitteilte, mussten zwar im ersten Halbjahr 2010 noch stark rückläufige Zulassungszahlen verkraftet werden, im zweiten Halbjahr setzte aber die Markterholung ein. Für das vierte Quartal sage man ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum voraus, betonte Krummel und führte die Entwicklung auf die verbesserten landwirtschaftlichen Erzeugerpreise zurück.
 
Ein insgesamt schwieriges Jahr hatten die Landmaschinenhersteller dagegen bei den Verkäufen von Mähdreschern sowie Rundballen- und Großballenpressen zu verkraften. Bei den Großpackenpressen kam es bis Ende August zu einem Marktrückgang um 25 Prozent. Die Rundballenpressen konnten sich entgegen dem Trend mit 1.552 Einheiten fast auf Vorjahresniveau behaupten.

Weniger Mähdrescher abgesetzt, Markt für Feldhäcksler boomte

Der Markt für Mähdrescher schrumpfte um 27 Prozent auf zusammen 1.457 Einheiten. Als Grund für das Minus nannte Krummel die schwierigen Bedingungen für die Getreide- und Rapsernte 2010.
 
Die Nachfrage nach Feldhäckslern war nach den Worten des Ehrenvorsitzenden "überwältigend". Zwischen November 2009 und Oktober 2010 wurden so viele neue Maschinen abgesetzt wie seit 1993 nicht mehr. Im Endverkauf wurden innerhalb der Saison insgesamt 608 Häcksler abgesetzt. Das waren etwa ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Für 2011 sind die Fachbetriebe laut Krummel überzeugt, dass die Talsohle durchschritten ist und wieder steigende Umsätze zu erwarten sind.

Ruf nach höherer Produktion pro Flächeneinheit

Der Ehrenvorsitzende wagte in seinem Bericht zur Lage der Landtrechnik auch einen Blick in die fernere Zukunft der Branche. Diese werde in den kommenden Jahrzehnten von der Landwirtschaft weiterhin gefordert. Mitte dieses Jahrhunderts müsse die Erde insgesamt neun Milliarden Menschen ernähren. Außerdem änderten sich die Verzehrgewohnheiten in Richtung höherem Fleischkonsum. Daneben müsse zur Energiegewinnung immer mehr Biomasse zur Verfügung gestellt werden. Hinzu komme der Klimawandel, der die Situation zusätzlich verschärfe, unterstrich Krummel.
 
Die Agrarregionen Nord- und Mitteleuropa einschließlich Deutschlands gehörten zu den Gebieten, die den wesentlichen Anteil der weltweit benötigten Biomasse produzieren könnten und müssten. Daher sei die Produktion pro Flächeneinheit zu steigern. Die zur Verfügung stehenden Areale müssten noch intensiver bewirtschaftet werden. Gleichwohl habe die Landwirtschaft diese Ziele zu erreichen, ohne dabei die Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung zu vernachlässigen.

Mit Zuversicht nach vorn

Die Landtechnik muss nach Überzeugung Krummels einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung dieser Zukunftsaufgaben leisten. Schon heute sei die Landtechnik ein strategisches Element zur Steigerung der Efzienz bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen. In der Praxis sei die moderne Agrartechnik viel weiter als es die Gesetze verlangten, hob Krummel hervor. Bodenschonende Fahrwerke oder satellitengestützte Steuerungssysteme trügen zum Beispiel dazu bei, die Anzahl an Überfahrten über das Feld während der Wachstumsphase der Pflanzen zu verringern. Das ergebe gleichzeitig Einsparungen beim Kraftstoff und senke den Dünge- und Panzenschutzmitteleinsatz.
 
"Ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen, die zukünftigen Herausforderungen anzunehmen", erklärte Krummel. Neben der Analyse der Branchensituation stand auf der Mitgliederversammlung auch die Wahl des Verbandsvorstands auf dem Programm. Reiner Becker aus Niederwalgern wurde zum neuen Vorsitzenden des Landesverbandes Hessen der Landmaschinen-Fachbetriebe gewählt. Sein Stellvertreter ist Gerold Schreiner aus Steffenberg. (AgE)
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