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Traktor-Vergleich

Fendt 200 Vario vs. 300 Vario: Gleich und doch verschieden

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am Freitag, 31.01.2020 - 12:01 (Jetzt kommentieren)

Mit dem 200 Vario und dem 300 Vario bietet Fendt kompakte Traktoren mit um die 100 PS. Auch wenn die Leistung gleich ist, unterscheiden sich die Brüder in Komfort und Funktion. Wir haben getestet, welcher Traktor sich für welche Aufgaben eignet.

Technische Daten allein reichen nicht aus, um Traktoren mal eben zu vergleichen. So fühlt sich auch das Fahren und Arbeiten mit den beiden Traktoren 200 Vario und 300 Vario von Fendt ganz unterschiedlich an. Es sind zwei Welten, ungleich wie saure Gurken und Nutella. Wo ihre jeweiligen Stärken sind, haben wir in der Praxis getestet.

Kabinenhöhen trifft Vorauswahl

Da ist gleich mal die Höhe: Wer einen Traktor sucht, der sich durch niedrige Ställe mit Durchfahrtshöhen von unter 2,60 m duckt, entscheidet sich für den Fendt 200 Vario. Nur der Lintrac von Lindner schafft solche niedrigen Kabinenhöhen bei gutem Komfort, wertiger Ausstattung und einem Stufenlosgetriebe.

Platz da, aber nicht für alle

Niedrig sind beim 200er nicht nur Motorhaube und Dach, sondern auch der Einstieg: Über nur zwei Trittstufen entert man die schnuckelige Kabine des 200er mit einem ebenen Kabinenboden ohne Tunnel! Mit seinem tiefen Schwerpunkt und der Sitzposition zwischen den Rädern hat er etwas von einem Go-Kart. Schnell mal auf den Traktor springen – dafür nimmt man den 200 Vario gerne her, vor allem dann, wenn er wie unser 211 einen Frontlader verbaut hat.

Fotostrecke: Fendt 200 Vario vs. 300 Vario

Fendt Vario mit Drei oder Vier Zylindern?

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Nach unserer Einschätzung begrenzt nicht die Leistung die Zugkraft des 200er. Viel entscheidender sind Reifengröße und geringes Einsatzgewicht – er bringt rund 1 t weniger auf die Waage als sein Bruder 312 Vario. Getriebe, Nenndrehzahl, Höchst- geschwindigkeit, Zapfwellendrehzahlen – in all diesen Werten gleichen sich die beiden Traktoren wie Zwillinge.

Niedrig mit Nachteilen

Die geringe Bauhöhe hat aber auch Nachteile: So haben Fahrer mit einer Körper- größe über 1,90 m wenig Luft bis zur Kabinendecke. Jeder mit Schuhgröße jenseits von 45 flucht über den geringen Abstand zwischen Gas- und Bremspedal und versucht seine Füße zu sortieren. Ein Kompakttraktor ist eben nun mal kein Raumwunder.

Schlichter Golfball oder Joystick

Im Vergleich zum hochwertig ausgestatteten 312 Vario Profi-Plus mit seinem 7-Zoll-Display müssen Fahrer des 211 Vario Abstriche machen. ISOBUS gibt es nur im 300 Vario. Die Pedalspreizung lässt sich nur im kleinen Monochromdisplay auf dem Armaturenbrett einstellen und über eine Taste am Fahrhebel abrufen. Der 300er hat hier das praktische Drehrad auf der Seitenkonsole.

Fazit

Der Fendt 200 Vario war unsere erste Wahl vor dem 14-m³- Futtermischwagen, am Seitenschwader oder mit dem Zettwender. Die schmalen Traummaße bezahlt man mit weniger Platzangebot in der Kabine und geringerer Ausstattung, bekommt dafür aber einen leichten und wendigen Traktor. Wer auf Klimaanlage und Vorderachsfederung verzichtet und keine Load-Sensing-Hydraulik nutzt, kann den Preis drücken. Beim Händler wird der Traktor ohne Frontlader vermutlich unter 100.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) stehen.

So unterscheiden sich der Fendt 200 und Fendt 300 Vario im Preis

Apropos Preis: So nahe die beiden Brüder in den technischen Daten beieinanderliegen, so weit entfernt platzieren sich die Listenpreise: Für den 300 Vario legt man rund 25.000 Euro mehr auf den Tisch. Nimmt keine Durchfahrtshöhe die Entscheidung über den Traktorkauf vorneweg, ist der 312 Vario der modernere Traktor mit hübscher Kabine, mehr Zugkraft und mehr Einsatzmöglichkeiten.

 

Der ausfürhliche Vergleich ist in der Ausgabe agrarheute Februar 2020 erschienen.

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