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Traktoren

AGCO-Chef zeigt Interesse an Case New Holland

von , am
24.10.2011

Duluth - Der Präsident des US-Landmaschinenkonzerns AGCO, Martin Richenhagen, hat Interesse an der Übernahme des Konkurrenten Case New Holland geäußert.

AGCO Vorstandschef Martin Richenhagen konnte sich bei der Vorstellung der Quartalszahlen 04/2012 durchweg zufrieden zeigen. © AGCO
"Ich würde ja gerne Case New Holland von Fiat übernehmen, weil die stark sind bei Erntemaschinen, aber schwächer bei Traktoren. Aber bisher konnte ich Fiat-Chef Sergio Marchionne noch nicht zu einem Verkauf überreden", erklärte Richenhagen in einem Interview mit dem "Handelsblatt".
 
Zum aktuellen Geschäftsverlauf stellte der AGCO-Vorstandschef fest, dass 2011 das beste Jahr in der Geschichte des Konzerns sein werde, mit einem Wachstum von 9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Verkäufe in Europa und sogar den Vereinigten Staaten entwickelten sich hervorragend. Das sei ja das eigentlich Überraschende; den operativ tätigen Konzernen in den USA gehe es fast allen gut - trotz der Krise, so der gebürtige Kölner. Er führte aus, dass die Pipeline von AGCO voll mit Projekten für Ernte-, Saat- und Düngemaschinen sei. "Wir werden auch bei Erntemaschinen bald ein Vollanbieter sein", kündigte Richenhagen an. Aber eine niedrige Verschuldung und hohe Rentabilität im Konzern hätten immer die oberste Priorität.
 
Rendite im US-Geschäft erhöht
 
Aktuell laufen bei dem US-Konzern nach Angaben seines Vorstandschefs rund 70 Projekte, die alle das Ziel haben, die Rendite zu erhöhen. Deswegen sei jetzt der US-Getreidesilo- und Futtermittelspezialist GSI übernommen worden. Mit dem Zukauf dieses Unternehmens habe man auf einen Schlag die Rendite im margenschwachen US-Geschäft erhöht. Außerdem sieht Richenhagen erhebliche Synergieeffekte, unter anderem auch in Brasilien. Er erklärte, dass über weitere Differenzierungen in Richtung Bewässerungssysteme, Melkmaschinen oder Windenergie für Landwirte nachgedacht werde. "Alles was Farmer kaufen können, interessiert uns", so der AGCO-Chef.
 
Wachstum in China erwartet
 
Wachstum für den Konzern erwartet er insbesondere in China, wo in zwei neue Fabriken investiert wird. Aber auch Afrika werde mittelfristig als wichtige Wachstumsregion gesehen. AGCO sei auf diesem Kontinent mit Massey Ferguson Marktführer für Traktoren. Ziel ist es laut Richenhagen, dort auch als Hersteller von Erntemaschinen die Nummer Eins zu werden.
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