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Traktoren

agrarheute.com unterwegs: Zu Besuch bei Case IH in den USA

von , am
30.04.2012

Racine - Vom Schreibtisch des Firmengründers bis zum neuen Farmall - 16 Agrarjournalisten erleben Case IH-Geschichte, auf einer Studienreise durch den Nordosten der USA.

Erste Station der Reise: das Case IH-Museum in Racine, Wisconsin. Dort ist der Original-Arbeitsplatz von Firmengründer Jerome Increase Case ausgestellt. „Der Stuhl von Jerome Case ist ja gar nicht durchgesessen! Dann saß er wohl nicht viel am Schreibtisch beim Erfinden“, vermutet ein Teilnehmer. 1842 gründete Case sein Unternehmen in Rochester. 23 Jahre jung war er damals, 1844 zog er nach Racine bei Chicago. Case war Vollblutunternehmer: Er brachte sich als Erfinder, Entwickler, Produzent und Geschäftsführer ein. Auch politische Ämter nahm er an,  als Bürgermeister von Racine und als Senator. Er war Präsident der "Racine Agricultural Society" und Gründer der "Wisconsin Academy of Science, Arts and Letters". Mit 72 Jahren starb er im Dezember 1891.
 
In dem Firmenmuseum stehen einige Modelle landwirtschaftlicher Maschinen aus dem Hause Case IH, die die Entwicklung der Landtechnikindustrie maßgeblich beeinflusst haben: so zum Beispiel ein Dampf-Traktor von 1912. Der hatte 75 PS und konnte die größte Dreschmaschine der damaligen Zeit antreiben. Und natürlich ist dort auch das Wahrzeichen des Unternehmens zu finden: ein Adler auf einer Weltkugel, als Zeichen für „mechanical excellence the world over“, für exzellente Maschinen weltweit.

Farmall ist Unternehmensgeschichte

Die Reisegruppe besucht auch das Case IH-Entwicklungszentrum in Burr Ridge bei Chicago. Dort werden neue Produkte entwickelt und bis zur Praxistauglichkeit getestet. Global Marketing Manager Scott TenBrink stellt einen Meilenstein des Unternehmens vor: „Der Farmall regular kam von hier. Das ist der erste dreirädrige Spezialtraktor für Reihenkulturen aus dem Jahr 1917. Danach gab es den Farmall 19 und 20, unsere erste Farmall-Serie eroberte den Markt. Das Produkt Farmall und der Name an sich entwickelten sich zu einem Erfolgsmodell. An diese Tradition knüpft Case IH nun mit einer neuen Serie an.“ Der neue Farmall wurde im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht: ein Allround-Traktor mit 55 bis 75 PS, konzipiert für den Einsatz als Hofschlepper.
 
Weiter geht es mit dem Bus zum Case IH Produktionswerk in Racine. Die Redakteure besichtigen die Produktionshallen. Täglich verlassen 40 Traktoren der Magnum Serie das Werk. 925 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Produziert werden Maschinenteile für Werke in Nebraska, Norddakota und Minnesota in den USA sowie in Basilton (England). Aus Racine kommen ebenfalls Getriebe für Mähdrescher sowie Achsen und Ventile für die Case IH Steiger 4WD Traktoren.

Präziser Ackerbau für effizientes Arbeiten

Und welche Meilensteine bestimmen die Zukunft des Unternehmens? Wenn 16 Agrarjournalisten zusammen sind, kommen viele Fragen auf. Scott Rasch, Public Relations Manager, beantwortet sie: „In den vergangenen drei Jahren haben wir unser Efficient Power Konzept entwickelt. Das basiert zum einen auf unserer neuen Motorentechnologie mit SCR-System. Um die Abgasnormen Tier4a und ab 2014 auch die neue Abgasnorm Tier 4Final zu erreichen, setzen wir auf die SCR-Technologie. Das war von Anfang an der Ansatz, den wir bei Case IH verfolgt haben.“
 
Efficient Power beinhalte aber auch die Anwendung anderer Technologien, insbesondere die Präzisionslandwirtschaft. Rasch weist auf das Advanced Farming System (AFS) hin sowie auf das Telematiksystem AFS-Connect: „Das ermöglicht dem Landwirt, die Geräte während des Einsatzes zu kontrollieren, zu optimieren und sogar Einstellungen kurzfristig zu verändern. Unser Ziel ist es, dem Landwirt mit unseren Technologien auch in Zukunft effizienteres Arbeiten auf dem Feld zu ermöglichen.“
 
Mit vielen Case-Infos, historisch und aktuell, steigen die Journalisten wieder in den Bus - um weiterzufahren zur nächsten Station ihrer Reise durch Nordamerika.
 
Wir begleiten die Gruppe per Kamera: Ab 7. Mai erscheint unser Video zum Besuch bei Farmer Alvin Wilks in der Nähe von Chicago. Ab 14. Mai sehen Sie, wie auf dem Dach eines New Yorker Hochhauses Gemüse angebaut wird. 
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