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Traktoren

Claas präsentiert Landtechnikneuheiten

von , am
09.07.2013

Metz - Der Landmaschinenhersteller Claas hat im Rahmen seines 100-jährigen Jubiläums mehrere Produktneuheiten vor einem internationalen Journalistenkreis nahe seines französischen Werks in Metz präsentiert.

Wie die Polizei herausfand, waren die beiden geladenen Axion-Traktoren von Claas gestohlen. © Werkfoto
Dort stellte das Harsewinkeler Familienunternehmen unter anderem eine neue Baureihe der Scorpion-Teleskoplader vor, die insbesondere im oberen Leistungssegment in Sachen Leistung, Komfort und Wirtschaftlichkeit eine "Gabel drauflegt".
 
Claas zeigte sich überzeugt, dass die Teleskoplader heutzutage die "Schlüsselmaschine im Materialumschlag" seien - ob im oberen Leistungssegment beim Lohnunternehmer und auf der Biogasanlage oder im klassischen Einsatz auf dem viehhaltenden Betrieb beim Füttern und Einstreuen.

Neue Sensorentwicklungen

Ferner wurden Neuheiten für die Futterernte 2014 vorgeführt. Darüber hinaus stand erneut der Axion 800 im Fokus, der bereits im Februar auf der internationalen Landtechnikmesse SIMA in Paris vorgestellt worden war. Die ersten Serienmaschinen dieses Traktors sollen ab 2014 in den Markt gehen.
 
Außerdem zeigte Claas den Journalisten den neuen Crop Sensor Isaria, der online und teilflächenspezifisch den optimalen Stickstoffbedarf der Pflanzen ermittelt; er arbeitet in der neuen Generation mit ISARIA-Messtechnik aus dem Haus Fritzmeier und als einziger am Markt verfügbarer Sensor mit ISOBUS-Verbindung.

Blick in das Pressen-Werk

Im französischen Claas-Werk, der Usines Claas France S.A. (UCF), werden jährlich von rund 400 Mitarbeitern etwa 4.000 Pressen hergestellt; das Programm umfasst die Quaderballenpressen-Baureihe Quadrant sowie die Rundballenpressen-Baureihen Rollant und Variant. Im Februar dieses Jahres wurde eine neue Farbgebungsanlage in Betrieb genommen, die CO2-neutral ist, einen geringen Energiebedarf hat und laut Claas "einen neuen Standard in Qualität und Nachhaltigkeit setzt". Die Investitionskosten hierfür beliefen sich auf acht Millionen Euro und sind für 5.000 Pressen pro Jahr ausgelegt.

Teleskoplader auf dem Vormarsch

In vielen Ländern sind Claas zufolge am Markt für Teleskoplader im oberen Segment zunehmend mehr Hubkraft oberhalb der 5-Tonnen-Grenze und gleichzeitig mehr Fahrdynamik sowie Komfort im mittleren und unteren Bereich nachgefragt worden. Diesen Forderungen sei man mit den drei neuen Modellen 9055, 7055 und 7044 in der großen Scorpion-Baureihe und drei neuen Modellen in der kleinen Baureihe mit den Scorpionen 7035, 7030 und 6030 nachgekommen. Die sechs neuen Typen sind laut Unternehmensangaben mit Hubhöhen zwischen sechs Meter und 8,8 Meter sowie Hubkräften zwischen 3,0 Tonnen und 5,5 Tonnen erhältlich. Ferner seien die Losbrechkräfte erhöht und die Hydraulikleistung verbessert worden.

Tiefer Anlenkpunkt

Zudem sei für die Aufnahme der höheren Belastungen bei beiden Baureihen ein neues Rahmenkonzept entwickelt worden; wesentliches Merkmal sei hier der sehr tiefe Anlenkpunkt des Teleskoparms im Rahmen. Da die gesteigerte Lade- und Hydraulikleistung auch eines ebenso leistungsstarken Antriebskonzeptes bedürfe, komme auch bei den Teleskopladern wie bei allen anderen Maschinen das Claas-Power-Systems (CPS) zum Einsatz: Zu diesem Konzept gehörten Deutz-Motoren einer neuen Generation, die sich durch ein erhöhtes Drehmoment bei gleichzeitig sparsamem Kraftstoffverbrauch auszeichneten.

Leistung und Komfort

Ein wesentlicher Aspekt des CPS-Konzeptes sei außerdem der intelligente hydrostatische Varipower-Antrieb, der Geschwindigkeit und Schubkraft permanent automatisch abstimme und das stufenlos bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Des Weiteren verfügten die neuen Scorpione über eine Loadsensing-Arbeitshydraulik mit erhöhter Leistung. Schließlich besäßen alle neuen Modelle eine Kabine mit deutlich mehr Platzangebot und einer verbesserten 360° Rundumsicht durch die durchgehende Frontscheibe. Die große Baureihe mit ihren drei Scorpion-Modellen soll schon ab Oktober verfügbar sein; die kleineren Modelle sollen ab Februar 2014 ausgeliefert werden.
 
Claas Axion 950: Sanftes Kraftpaket
 

Neue Wendergeneration

Mit den neuen Wender-Typen Volto 900 T, 800 T und 700 will Claas eigenen Angaben zufolge die bewährten Modelle Volto 870, 770 und 670 ablösen. Alle dieser Wender wurden mit dem Max-Spread-Konzept ausgestattet, das sich durch die tangentiale Anbindung von Zinken auszeichnet, was bewirkt, dass die Streuarme im Vergleich zum konventionellen System wesentlich länger in Fahrtrichtung ausgerichtet arbeiten. Das Unternehmen erklärte, dass die dadurch gesteigerte Aufnahmeleistung deutlich höhere Arbeitsgeschwindigkeiten ermögliche. Zudem verlaufe der Gutfluss zwischen den Kreiseln im Vergleich zu konventionellen Streuarmen nahezu geradlinig. Dadurch werde das Futter besonders schonend behandelt und auch das Wenden blattreicher Futterarten wie Luzerne sei verlustarm möglich. Bei der Gutabgabe wirke sich die nachlaufende Zinkenstellung ebenfalls positiv aus; das Futter werde lange von den Zinken festgehalten und gleichmäßig auf die maximale Breite verteilt, was auch bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten zutreffe, erläuterte Claas.

Höhere Arbeitsgeschwindigkeiten

Darüber hinaus erweitert das Unternehmen mit dem Liner 550 T sein Einkreiselschwader-Programm; dieser verfügt über eine Arbeitsbreite von 5,20 Meter und ist damit der größte seiner Art auf dem Markt. Das Unternehmen wies darauf hin, dass es somit in diesem Produktbereich Arbeitsbreiten von 3,70 Meter bis 5,20 Meter abdecke und vor allem kleineren Betrieben eine echte Alternative zum Zweikreiselschwader biete.
 
Mit den neuen Scheibenmähwerken Disco 3200 F, FC und FRC Profil will Claas den Landwirten drei Nachfolgemodelle der bekannten Disco 3100 Profil Frontmähwerke präsentieren. Je nach Modell seien die neuen Discos ohne Aufbereiter, mit Zinken- oder mit Walzenaufbereiter erhältlich. Neben der neuen Gestaltung gebe es nun einen umlaufenden Schutzbügel; auch der Mähbalken sei besser zugänglich, so dass Reinigungs- und Wartungsarbeiten leichter und schneller vorgenommen werden könnten.

Der neue Axion 800

Mit Blick auf seinen neuen Axion 800 wies Claas darauf hin, dass dieser ebenso wie der Axion 900 über einen langen Radstand bei einer Gewichtsverteilung von jeweils 50 Prozent auf der Vorder- und der Hinterachse verfüge. Durch seine insgesamt schmale Bauform seien mit dem Schlepper hohe Lenkeinschläge und somit ein kleiner Wenderadius möglich. Die stabile Bauweise erlaube eine Verwendung des Frontkrafthebers mit Hubkräften von 3,5 Tonnen beziehungsweise 5,6 Tonnen ohne zusätzliche Verstrebungen; der Heckkraftheber erreiche eine maximale Hubkraft von 10,2 Tonnen.

Mehr Kabinenkomfort

Ebenso wie beim Axion 900 gebe es beim 800er-Modell das Claas-Komfortkonzept mit 4-Pfosten-Kabine; Ähnlichkeiten seien auch beim Design vorhanden. Die Kabine sei weiter vorn angeordnet sowie größer und breiter. Die einteilige Frontscheibe biete dem Fahrer freien Blick nach vorn und hinten auf die angebauten Maschinen. Als erste Claas-Maschine verfüge der Axion 800 über eine Stage IV Motor, der alle Zukunftsanforderungen an die Abgasreinigung erfülle: Dies erfolge über einen Diesel-Oxydations-Katalysator in Kombination mit einem SCR-Katalysator. Das Harsewinkeler Unternehmen sieht mit den vier Axion-800-Modellen in der Größenordnung von 200 PS bis 270 PS sein Traktorenprogramm im Leistungsbereich seiner nahen Verwandten Arion 500/600 mit 145 PS bis 184 PS und Action 900 mit 320 PS bis 410 PS abgerundet.

Crop Sensor Tag und Nacht einsetzbar

Bezüglich seines Crop Sensors Isaria erläuterte Claas, dass es sich hierbei um einen optischen Sensor mit zwei Sensorköpfen handle. Diese seien rechts und links an einem Tragrahmen montiert, der im Frontanbau des Traktors in einem Abstand zum Pflanzenbestand von 80 Zentimeter geführt werde. Die Sensorköpfe arbeiteten auf einer kreisrunden Fläche von 50 Zentimeter Durchmesser. Aufgrund der LED-Beleuchtung könne der Pflanzensensor sowohl tagsüber als auch nachts eingesetzt werden.

Ertragserwartung berücksichtigen

Der Crop Sensor ermittle während der Fahrt automatisch und sortenunabhängig den N-Bedarf der Pflanzen und komme somit ohne die bei N-Sensoren übliche manuelle Kalibrierung zum Applikationstermin aus. Der Sensor sei mit dem Map-Overlay-Verfahren ausgestattet, bei dem zusätzlich zur tatsächlichen und errechneten N-Versorgung die Ertragserwartung berücksichtigt werde, so dass teilflächenspezifisch die optimale Applikationsmenge in kg/ha oder l/ha ausgebracht werde. Ziel sei es, so die Erläuterung auf der Präsentation, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Landwirte Kosten sparen könnten.
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