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Traktoren

Deutz-Fahr 6210 C-Shift: Das neue Getriebe im Praxistest

Bernd Feuerborn, dlz agrarmagazin/Hermann Krauß/agrarheute
am
28.10.2015

Mit dem C-Shift will Deutz-Fahr den Bedienkomfort des stufenlosen TTV auf das Lastschaltgetriebe übertragen. Die Redakteure des dlz agrarmagazins haben die Technik am Topmodell 6210 C-Shift getestet.

Deutz-Fahr erweitert die Serie 6 um die Variante C-Shift und ein neues Topmodell, den 6210. © Bernd Feuerborn/dlz agrarmagazin
Statt eines Gangschalthebels wird das Getriebe beim C-Shift von Deutz-Fahr jetzt mit einem Joystick bedient. Dieser ergonomische Hebel erlaubt nun die Ansteuerung von allen Gängen: 24 Vorwärts- und Rückwärtsgänge für Geschwindigkeiten von 3 bis 50 km/h. Nur für das optionale Kriechganggetriebe (Geschwindigkeiten von 0,4 bis 2,9 km/h) wird noch ein weiterer Hebel benötigt.
 
Damit können sich nun auch die wieder mit einem Lastschaltgetriebe anfreunden, denen besonders der fünfte Gang bei den Agrotron- Traktoren zu schwer zu erreichen ist. Nun ist alles bequem in der Armlehne verbaut und ergonomisch gut erreichbar.
 
Die Technikredakteure des dlz agrarmagazin haben das neue Getriebe im Topmodell Deutz-Fahr 6210 C-Shift auf Herz und Nieren geprüft. Hier finden Sie eine Zusammenfassung.

Deutz-Fahr 6210 C-Shift: Das steckt drin

  • Motor: In der Tier-4i-Version punktet der Deutz-Motor mit 6,06 l Hubraum durch günstigen Spritverbrauch und breiten Konstantleistungsbereich.

  • Fahrkomfort: Die pneumatisch gefederte Kabine sorgt mit der gefederten Vorderachse und dem Luftsitz für komfortables Fahren. Die S-Class-Kabine ist mit 74 dB (A) angenehm leise. Neue Luftdüsen sorgen für eine bessere Klimatisierung.

  • Hubkraft und Hydraulik: Die Hubkräfte von maximal 9,2 t im Heck und 3,8 t in der Front sind gut. Ölfördermengen von 120 l/min nur für die Arbeitshydraulik sind sehr gute Werte. Bis zu sieben Steuergeräte sind möglich.

  • Bedienung: Der C-Shift lässt sich mit dem Joystick gut bedienen. Auf der Armlehne und der rechten Konsole findet man sich schnell zurecht. Das Terminal iMonitor ist logisch aufgebaut, ISOBUS-tauglich und enthält sogar Radio und Freisprecheinrichtung.

  • Getriebe: Die elektrohydraulische Schaltung der sechs Gänge gefällt den Testern des dlz agrarmagazin gut. Mit dem Joystick und der APS-Automatik hat der Fahrer das Getriebe gut im Griff . Die Aktivierungstaste zum Schalten der Gänge könnte größer sein und ein automatischer Wechsel vom fünften auf den sechsten Gang sollte möglich sein.

Deutz-Fahr C-Shift 6210: Das sagt der Praktiker

Für Alexander Hemberger ist der C-Shift 6210 der Allrounder auf dem Hof. Der Limbacher Landwirt melkt 150 Kühe, betreibt Ackerbau und eine 250-kW-Biogasanlage.
 
Insgesamt ist Alexander Hemberger sehr zufrieden mit dem Traktor. Er schätzt die Wendigkeit und die Übersichtlichkeit. Mit Zugkraft und Spritverbrauch ist er ebenfalls zufrieden. Was sich Hemberger wünscht, ist ein richtiges Radio und keins, das im iMonitor versteckt ist. Und auch die Belegung des Kreuzsteuerhebels geht nicht so einfach, wie er sich das wünscht. Die Aktivierung der Zapfwelle ist dem Milchviehhalter zu umständlich. Dennoch würde er den Schlepper wieder kaufen, da das Preis-Leistungs-Verhältnis passt und der Traktor zuverlässig und leicht zu bedienen ist.
 

dlz-Fazit zum C-Shift-Getriebe

Die Technikredakteure des dlz agrarmagazin ziehen nach ihrem Praxistest folgendes Fazit: C-Shift bedeutet mehr Komfort beim Schalten. Der Fahrer hat die Maschine mit nur einem Hebel (Power-C-Shift) im wahrsten Sinne im Griff. Das Schalten der Lastschaltgänge und auch der normalen Gänge klappt prima. Die Lastunterbrechung ist kurz und ohne nerviges Ruckeln.
 
Die Aktivierungstaste auf der Rückseite des Joysticks dürfte größer sein. Und eine Automatikfunktion für die Gänge fünf und sechs für den Transport auf der Straße wäre toll. Dann muss man nur noch Gas geben und kann von einem wirklichen Automatikgetriebe sprechen.
 
Dennoch: Fiel die Wahl zwischen Lastschalter und TTV aus Komfortgründen häufig auf den stufenlosen TTV, hat dieser mit dem C-Shift nun eine ernstzunehmende "comfortable" Alternative aus gleichem Haus bekommen.
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