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Traktoren

Drahtlose Terminals und Touchscreens nur eine Frage der Zeit

von , am
19.01.2010

Mit welcher Technik arbeiten Landwirte heute im Bereich der Bestandespflege, Saat und Düngung? Ein kurzer Überblick und ein Ausblick in das Jahr 2010.

Claas Cougar © Werkbild

Pflanzenschutz

Bei Anbaugeräten im Bereich Pflanzenschutz werden derzeit meist 21-m-Gestänge verkauft, auf kleineren Betrieben haben aber auch Geräte mit 15 m Arbeitsbreite noch große Marktanteile.

Die Anbaugeräte erreichen Arbeitsbreiten bis 28 m und eine Behältergröße von bis zu 1.900 Liter. Bei Anhängegeräten dominieren 27-m-Gestänge, sie können inzwischen Arbeitsbreiten von bis zu 51 m und Behältergrößen bis zu 14.000 l erreichen. Selbstfahrer werden von fast allen namhaften Herstellern angeboten. Die großen Geräte werden mit bis zu 10.000 l Behältergröße, bis 45 m Arbeitsbreite und Drei-Achs-Ausführungen hergestellt. Von zunehmendem Interesse sind Selbstfahrer mit hoher Bodenfreiheit. Pflanzenschutzgeräte werden zunehmend mit Funktionalitäten ausgestattet, die gesteuert vom Agrarcomputer teilweise oder vollständig automatisch ablaufen und neben einer Qualitätssteigerung zu einer Entlastung des Fahrers beitragen.

Deshalb wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis drahtlose Terminals und Sensoren, Touchscreen und Ferndiagnosetools auch für Pflanzenschutzgeräte zur Verfügung stehen. Düsen sind wesentlich dafür verantwortlich, dass bei den praxisüblichen Fahrgeschwindigkeiten, neben einer gleichmäßigen Quer- und Längsverteilung, auch eine abdriftarme Applikation erreicht wird. Verstärkt werden auch Doppelflachstrahldüsen angeboten. Damit soll eine bessere Anlagerung im oberen Pflanzenbereich (Ähre) erzielt und einer Spritzschattenbildung vorgebeugt werden.

Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem unsachgemäßes Befüllen und Reinigen der Pflanzenschutzgeräte hauptverantwortlich für das hohe Vorkommen von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässern sind. Üblicherweise wird das im Frischwasserbehälter am Gerät zum Reinigen mitgeführte Klarwasser in zwei bis drei Teilmengen gesplittet und nach dem jeweiligen Reinigungszyklus auf dem Feld ausgebracht. Dieser zeitaufwändige Reinigungszyklus erübrigt sich, wenn das Klarwasser nicht absätzig, sondern kontinuierlich zugeführt und gleichzeitig ausgespritzt wird. Diese Kenntnisse werden kurzfristig auch Eingang bei den Neugeräten finden. Für in Gebrauch befindliche Geräte werden zwischenzeitlich vom Handel bereits entsprechende Nachrüstkits angeboten.

technik

Für die zunehmende elektronische Regelung und Automatisierung von Prozessen stehen im Bereich Sätechnik unterschiedliche Systeme zur Bestimmung der Saatmenge zur Verfügung. Sie erübrigen eine Abdrehprobe und ermöglichen eine Variation der Saatmenge auf unterschiedlichen Teilflächen. Zunehmende Verbreitung finden stufenlose Antriebe der Saatgutdosierung, ob mit Elektro- oder Hydromotoren, um die Saatstärke während der Fahrt zu variieren. In Verbindung mit einer elektronischen GPS-gesteuerten Regelung sind die Voraussetzungen für eine teilflächenspezifische Aussaat gegeben. Eine weitere Innovation bietet eine Einzelkornsämaschine mit GPS gesteuerter elektronischer Regelung, die eine differenzierte Aussteuerung der einzelnen Säaggregate und damit erstmalig eine Realisierung unterschiedlicher Aussaatvarianten im Dreieck- oder Rechteckverband ermöglicht.

Düngetechnik

Im Bereich Düngetechnik scheint sich eine Konsolidierung auf einem technisch hohen Niveau abzuzeichnen mit einem Höchstmaß an Dosier- und Verteilgenauigkeit, mit elektronischen Lenkungssystemen, teilflächenspezifischen Ausstattungsmerkmalen und Dokumentationssoftware.

{BILD:115222:jpg}Cord Leymann
Redakteur LAND & Forst
Landtechnik, Wirtschaft

 

 

 

 

 

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