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agrarheute klärt auf

Livestream zur Maut: Das waren die wichtigsten Fragen & Antworten!

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Thomas Göggerle, agrarheute
am
11.07.2018

Alles geklärt mit der Bauernmaut? Nein, es gibt noch viel Verunsicherung. Im Facebook-Livestream von agrarheute gaben wir Antworten. Das sind die wichtigsten Fragen der User - und die Antworten des Experten.

User konnten im Facebook-Livestream auf agrarheute ihre Fragen zur Maut in der Landwirtschaft stellen. Martin Vaupel von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen war im agrarheute-Studio zu Gast und beantwortet Fragen zur Maut im landwirtschaftlichen Umfeld. Wir haben die Expertenrund für Sie zusammengefasst.

Livestream verpasst?

Das gesamte Video mit allen Userfragen und den Antworten von Martin Vaupel können Sie sich hier nochmals anschauen:

Die wichtigsten Fragen & Antworten aus dem Livestream

"Die wichtigste Botschaft ist [...], dass der klassische Landwirt erstmal befreit ist von der Maut. Wir können die ganze Ernte entspannt angehen und uns nicht verrückt machen", sagte Martin Vaupel in unserer Livestream-Fragerunde. Während des Livestreams haben uns viele Fragen erreicht. Wir haben hier die wichtigsten daraus für Sie zusammengefasst:

So wird die Maut erfasst

Tobias wollte wissen: „Werden die Fahrten auf den Bundesstraßen nur durch die blauen Säulen kontrolliert, oder gibt es weitere Kontrollen? Und wie dicht wird das Säulennetz sein?“

Die Aussage von Martin Vaupel war, dass derzeit das Netz an Kontrollsäulen in Deutschland nicht besonders dicht ist und rund 600 Standorte umfasst. Das Bundesamt für Güterverkehr BAG führt Vor-Ort-Kontrollen durch. Die Polizei kontrolliert nicht die Maut. Dafür ist alleine das Bundesamt für Güterverkehr BAG zuständig.

 „Wie wird zwischen mautpflichtigen- und nicht mautpflichtigen Fahrten unterschieden?“ lautete eine Frage, die sinngemäß häufiger gestellt wurde. Dazu erklärt Martin Vaupel, dass die Kontrollsäulen die Fahrzeuge und deren Kennzeichen scannen. Er geht davon aus, der Fahrzeughalter Anhörungsbogen bekommt, wenn sich Toll Collect nicht sicher ist, ob es sich beispielsweise um eine Leerfahrt handelt oder nicht.

Maut für Baustellen und Holzhacker

Christoph hatte die Frage, ob 40 km/h-Schlepper auch mautfrei sind wenn sie auf Baustellen eingesetzt werden. Nach Ansicht von Martin Vaupel sind Traktoren bis 40 km/h auf einer Baustelle mautfrei. Er kann sich aber vorstellen, dass diese Regelung im Januar 2019 angepasst wird.

Auch die Frage von David geht in die selbe Richtung: „Hallo, wie sieht das aus, wenn ein Lohnunternehmen für den eigenen Hallenbau Materialen wie beispielsweise Schotter fährt und der Traktor schneller als 40km/h fährt. Muss man dann Maut bezahlen?“ Martin Vaupel hat hier die klare Aussage gegeben, dass diese Fahrt mautpflichtig ist. Würde der 40-km/h-Traktor zum Einsatz kommen, wären diese Transporte von der Maut ausgenommen.

Benedikt erkundigt sich nach der Regelung für Holzhacker. Ein angehängter Holzhacker ist nicht mautpflichtig, da keine Güter transportiert werden. Wenn die Hackschnitzel abtransportiert werden, sind die Ladungsfahrten mautpflichtig.

Maut und Biogasanlagen

Wenn gewerbliche Biogasanlagen und Landwirtschaft aufeinandertreffen, wird es meistens etwas komplizierter in den Regelungen. Facebook-User Peter hatte uns diese Frage gestellt: „Als Biogasanlagenbetreiber führe ich zwei Betriebe. Die Biogasanlage (Gewerblich) und einen Ackerbaubetrieb. Wäre es sinnvoll, die Maschine (50 km/h) mit Güllewagen auf den Betrieb der Biogasanlage umzumelden? Ich würde ja sonst immer Rechnungen an die Biogasanlage schreiben für den Transport.“

Martin Vaupel erklärte, dass der Traktor wenn auf die Biogasanlage angemeldet wäre, nicht mehr im landwirtschaftlichen Bereich und damit auch nicht mehr steuerbefreit wäre. Mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ist er mautpflichtig. Der Landwirtschaftliche Betrieb kann den Traktor mit schwarzem Kennzeichen mieten. Dafür muss es aber einen Mietvertrag zwischen den Betrieben geben. Ob das sinnvoll ist, muss man nach Ansicht von unserem Experten im Einzelfall entscheiden.

User Tobias möchte mehr Infos zur Maisernte für gewerblichen Biogasanlagen und der Führerscheinklasse T. Martin Vaupel erklärt, dass wenn der Silomais direkt aus der Landwirtschaft kommt und zur gewerblichen Biogasanlage transportiert wird, es dann auch ein lof-Zweck ist. Ebenso umgekehrt, wenn Gäreste von der Biogasanlage zur Ackerfläche transportiert werden.

Schwarze und grüne Kennzeichen

Viele Fragen drehten sich um die Farbe des Kennzeichens am Traktor und den Zusammenhang zur Maut. So auch User Herr Bach: „Ich dachte gehört zu haben, dass nur steuerbefreite Kennzeichen befreit sind?“ Martin Vaupel stellte hier klar: „Die Farbe des Kennzeichens hat nur Auswirkungen auf die KFZ-Steuer. Für die Maut dagegen hat sie keine Bedeutung!“

Fährt ein Landwirt mit seinem Schlepper für den eigenen Betrieb, ist er auf jeden Fall von der Maut befreit, egal welche Farbe das Nummernschild hat. Beispielsweise kann ein Landwirt sich von seiner Landmaschinenwerkstatt einen Traktor mit schwarzem Kennzeichen leihen und mautfrei Transporte durchführen.

Es ist auch möglich, dass Lohunternehmen mit grüner Nummer unterwegs sein. Aber Achtung: Wenn Lohnunternehmen mit 50 km/h-Traktor unterwegs sind, werden sie mautpflichtig. Das gilt nur für Transportfahrten, nicht für Leerfahrten.

User Christoph frägt über die Kommentarfunktion auf Facebook: „Wenn ich jetzt mit einem 60km/h-Schlepper unterwegs bin, der Ladewagen nur auf 40km/h zugelassen ist, darf ich ja eh nicht schneller fahren und muss trotzdem Maut bezahlen?"

Martin Vaupel musste ihm erklären, dass nur das Motorfahrzeuge entscheidend ist. Auch wenn der Fahrer freiwillig nur 40 km/h oder langsamer fährt, gilt das Gespann für Nichtlandwirte als mautpflichtig. Für andere Arbeiten mit Anbaugeräten ist der Traktor nicht mautpflichtig. 

So wird die Maut abgerechnet

Wer von der der Maut betroffen ist, macht sich Gedanken wie das im Alltag aussehen kann. So auch Wilfried, der seine Frage per Mail an agrarheute richtete. Wilfried ist gewerblich unterwegs und möchte wissen, was sich für eine Vorgehensweise eignet, wenn man nur gelegentlich Mautstraßen mit einem 50 km/h Traktor und beladenem Anhänger befahren möchte. Dafür empfiehlt Martin Vaupel die App zur Maut von der Betreibergesellschaft Toll Collect. Mautpflichtige können sich registrieren und ihre Fahrten in der App anmelden. Die App ist kostenlos und kann für iOS, Android und Windows Phone heruntergeladen werden. Alternativ kann man die Fahrt auf mautpflichtigen Strecken auch auf der Internetseite von Toll Collect buchen.

Die Maut App können Sie hier kostenlos herunterladen:

Hier klicken für iOS
Hier klicken für Android
Hier klicken für Windows Phone

Informationen zur Maut im Internet

Als Verkehrsexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellt Martin Vaupel Informationen über die Maut zur Verfügung. Hier finden Sie weitere Infos!

Weitere Infos zur Maut lesen Sie in den nächsten Ausgaben von agrarheute.

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