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Traktoren

Fahrerloses Arbeiten mit Fendt GuideConnect

von , am
06.08.2012

Ein serienreifes System zum Arbeiten mit zwei Traktoren aber nur einem Fahrer, das stellte Fendt auf der Agritechnica 2011 vor. Bei einer Presseveranstaltung konnte das System bereits glänzen. Ab 2013 wird auch die neue Mähdrescher C-Serie verfügbar sein.

Derzeit sind bei GuideConnect zwei identische Traktoren mit identischen Bodenbearbeitungsgeräten bis 9 Meter möglich. An einem Verfahren mit Saattechnik wird entwickelt. © Tammo Gläser
Fendt hat sich für die nächsten Jahre viel vorgenommen. Nach der Eröffnung des Werksneubaus im September in Marktoberdorf und des Ausbaus der Kabinen- und Karosseriefertigung in Asbach Bäumenheim kann die Kapazität von derzeit 17.000 Traktoren auf bis zu 25.000 in den nächsten Jahren gesteigert werden. Im AGCO Konzern ist die Marke Fendt als Technologieführer positioniert. Und wenn man einen Blick in einen modernen Traktor aus Marktoberdorf wirft, dann geht diese Strategie auch auf. Der internationalen Presse wurde vor kurzem erstmals das System GuideConnect im praktischen Einsatz vorgestellt, das schon auf der Agritechnica 2011 für reichlich Aufsehen gesorgt hat. Zwei identische 900 Vario Traktoren mit Anbaugeräten von derzeit bis zu 9 Meter sind bei diesem System über Funk miteinander gekoppelt und werden von lediglich einem Fahrer gesteuert.
 
{BILD:550924:jpg}Die Vorstellung, dass ein 360 PS Traktor ohne einen Fahrer in der Kabine auf dem Feld arbeitet und Anweisungen einer vorausfahrenden Maschine befolgen soll wirkt zunächst befremdlich. Der folgende Schlepper führt hierbei mittels RTK-GPS Sattelitenortung ortsbasiert die Aktionen des führenden Schleppers automatisch aus. Vor allem am Vorgewende zeigt sich, dass die Ingenieure aus Marktoberdorf aber schon beeindruckendes geschafft haben. Wie an einer unsichtbaren Leine geführt folgt der führerlose Traktor der Leitmaschine, hebt sein Arbeitsgerät aus und bewegt sich in eine neue Spur. Sämtliche Maschinenfunktionen beider Traktoren sind dabei im Terminal der Leitmaschine vom Fahrer abrufbar. Im Falle einer Satelliten- oder Funkstörung begibt sich die Folgemaschine sofort in einen sicheren Zustand und schaltet den Motor ab. Dennoch, auf dem Fahrer der Leitmaschine liegt trotz aller Sicherheitsvorkehrungen eine große Verantwortung und ständige Aufmerksamkeit ist gefordert. Fendt will in Deutschland in diesem Jahr noch zwei dieser mit GuideConnect ausgestatteten Gespanne in der Vermietung laufen lassen.

Fendt Erntetechnik: Die neue C-Serie ab 2013

Die Motorenleistung reicht von 276 PS (5275C) bis rauf auf 335 (6335C). Die Korntankgrößen liegen bei 9.000 Liter bzw. 8.600 Liter bei den Maschinen mit Hangausgleichssystem (PL). © Tammo Gläser
Seit 2004 baut Laverda im norditalienischen Breganze Mähdrescher für die AGCO-Marken Fendt, Challenger und Massey Ferguson. Auch die fünf bzw. sechs Schüttler-Mähdrescher der überarbeiteten Fendt C-Serie werden hier gebaut. Die wichtigsten Neuerungen, der ab der Ernte 2013 verfügbaren Maschine, haben an der Kabine stattgefunden. Das von den Traktoren bekannte 10.4" Varioterminal dient nun auch dem C-Serien-Fahrer als Kontroll-und Bedieneinheit. Neben den Maschineneinstellungen können auch zwei Kamerabilder auf den Bildschirm gelegt werden. Bei den weiteren Neuerungen handelt es sich um Feinheiten, die den Arbeitsalltag des Drescherfahrers erleichtern sollen. So können beispielsweise alle Scheibenwischer mit einem Fingerdruck aktiviert werden und das Beleuchtungskonzept wurde überarbeitet. Die 6-Zylinder Motoren der C-Serie mit 8,4 bzw. 7,4 Liter Hubraum kommen weiterhin von AGCO Sisu Power und erfüllen die geltenden Abgasnormen mit SCR-Technologie.
 
Bei der Erntetechnik will AGCO mit Fendt und Massey Ferguson in den nächsten Jahren in Deutschland einiges an Geschäft für sich gewinnen. Durch die jüngste verstärkte Zusammenarbeit mit der BayWa, was den Vertrieb der Fendt und Massey Ferguson Mähdrescher und Ballenpressen angeht, zeichnet sich bereits ein positiver Trend ab. Mit Investitionen in Personal, Produkt, Service, Vertrieb und Produktion will AGCO seinen Marktanteil bei Erntetechnik in Deutschland von etwa 9 % in diesem Jahr auf 20 % in fünf Jahren steigern. Hierfür soll auch im Mähdrescherwerk in Breganze kräftig investiert werden.
 
Ab dem 28. September finden Sie in der agrarheute.com Mediathek auch einenpassenden Videobeitrag mit allen Neuheiten im Einsatz...
 

Video zur Präsentation des 300 Vario mit SCR im März 2012

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