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Unfallverhütung

Feldhäcksler nachrüsten und sicher ernten

Feldhäcksler-BG
am Dienstag, 28.04.2020 - 05:15 (Jetzt kommentieren)

Jedes Jahr passieren mit Feldhäckslern schlimme Unfälle. Nachrüstlösungen machen vor allem ältere Feldhäcksler sicherer, wenn Störungen im Gutfluss auftreten. Teilweise gibt es dafür einen Zuschuss von der Berufsgenossenschaft. Das sind die Details.

Jeder kennt die Situation: Beim Häckseln ist Konzentration gefragt: Dem Schwad folgen, den Hänger richtig befüllen und den Häcksler immer schön auf Leistung fahren. Zeit ist Geld. Und schon hat man den Häcksler zugefahren, weil der Schwad doch mächtiger war als gedacht. Doch gerade bei älteren Häckslern ist jetzt Vorsicht angesagt. Wer Verstopfung am Häcksler beseitigt, sollte größte Vorsicht walten lassen. Gerade Häckseltrommel und Wurfbeschleuniger laufen lange nach. Da ist Hektik fehl am Platz und so mancher hat sie schon mit schweren Verletzungen oder gar fehlenden Gliedmaßen gebüßt.

Schwere Unfälle mit Feldhäckslern

Der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (LBG) wurden im vergangen Jahr 43 Unfällen an Feldhäckslern gemeldet, davon fünf mit Amputationen. Das lässt sich vermeiden, denn der Unfallhergang ist meist gleich: Verstopft der Gutflusskanal - oft durch ungünstige Erntebedingungen - muss diese per Hand beseitigt werden. Laufen dabei die Häckselwerkzeuge/ Wurfbeschleuniger nach oder werden diese gar laufen gelassen, kommt es zu schwersten Verletzungen, wenn Finger und Hände in die Häckselorgane geraten.

Nachrüsten und 500 € kassieren

Für ältere Feldhäcksler wie Jaguar-Häcksler von Claas und Big-X-Häcksler von Krone gibt es Nachrüstsätze. Diese machen die Maschinen sicherer.
Sie kosten zwischen 200 und 1.800 Euro. Dann lassen sich, wie bei neueren Modellen heute Standard, gewisse Abdeckungen oder Klappen erst dann öffnen, wenn alles steht.

Versicherten der LBG, die ihren Feldhäcksler von den genannten Herstellern nachrüsten lassen, zahlt die LBG 500 Euro Unterstützung. Der Antrag kann formlos bei der LBG gestellt werden. Oder Sie fragen ihren Ansprechpartner von der Berufsgenossenschaft, er hilft gerne weiter. Sie finden ihn unter www.svlfg.de/ansprechpartner-praevention.

Tipps, damit nichts passiert

Die LBG gibt folgende Hinweise:

  • Alle Beteiligten der Häckselkette kennen die möglichen Gefahren am Feldhäcksler. Informieren Sie die Abfahrer über mögliche Gefahren.
  • Die Häckselorgane (Messertrommel und Wurfbeschleuniger) sowie der Motor stehen! Erst dann geht es an die Beseitigung der Störung.
  • Häckseltrommel und Wurfbeschleuniger laufen bis zu zwei Minuten nach! Warten Sie also bevor die Störung beseitigt wird, bis wirklich alle Aggregate stillstehen.
  • Gehen Sie nach der Betriebsanleitung vor.
  • Tragen Sie bei Arbeiten an scharfen Kanten Lederhandschuhe.
  • Vergessen Sie nicht die Schutzvorrichtungen und Abdeckungen nach der Entstörung wieder anzubringen.
  • Nach Herstellerangaben ist der Vorgang des "Freiblasens" nicht notwendig.
  • Kaufen Sie neue Häcksler nur mit automatischer Abbremsung oder vergleichbaren Sicherheitseinrichtungen.
  • Rüsten Sie Bestandsmaschinen ohne automatische Abbremsung entsprechend nach.
Mit Material von Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)
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