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Traktoren

Fendt 1000 Vario: Was ist neu im 'German Meisterwerk'?

pd/Krauß
am
10.09.2015

Mit dem Vario 1000 hat Fendt jetzt einen Traktor mit bis zu 500 PS im Programm. Ins 'German Meisterwerk' haben die Marktoberdorfer wieder einiges an Innovation in Stahl und Eisen gegossen.

Mit der neuen Fendt 1000 Vario Baureihe hat AGCO/Fendt einen komplett neuen Standardtraktor in einem weltweit bisher noch nicht besetzten Leistungsbereich von 400 - 500 PS. Unter der Haube des Großtraktors verstecken sich einige komplette Neuentwicklungen. So ist im 1000 Vario erstmals das Niedrigdrehzahlkonzept "Fendt ProDrive" und die Antriebstechnologie "Fendt VarioDrive" verbaut.
 
Der neue Fendt 1000 Vario besetzt mit vier Modellen (1038 Vario, 1042 Vario, 1046 Vario, 1050 Vario) als kompakter Standard-Großtraktor den Leistungsbereich zwischen 380 - 500 PS (nach ECE R24). Das Leergewicht beträgt lediglich 14 Tonnen, dank flexiblem Ballastierungskonzept kann das Fahrzeug bedarfsgerecht mit bis zu 50 Prozent seines Grundgewichtes aufballastiert werden.
 
Durch seine modulare Ausstattung mit/ohne Heckkraftheber oder -zapfwelle und einer großen Anzahl an Hydraulik-, Anhängungs- und Krafthebervarianten ist er kompatibel mit allen gängigen Anbaugeräten. Konstruktiv ausgelegt wurde der 1000 Vario laut Fendt für schwerste Zugarbeiten, die bisher vor allem Knicklenkern sowie Raupen- und Systemtraktoren vorbehalten waren. 

Niedrigdrehzahlkonzept Fendt ProDrive

Der Fendt 1000 Vario ist der erste Standard-Großtraktor mit dem umfassenden Niedrigdrehzahlkonzept "Fendt ProDrive". Sämtliche Fahrzeugkomponenten (Motor, Getriebe, Lüfter, Hydraulik und weitere Nebenverbraucher) wurden bei der Entwicklung aufeinander abgestimmt und auf das sogenannte "high torque - low engine speed"-Prinzip ausgelegt. Dies bedeutet: höheres Drehmoment bei niedriger Motordrehzahl für einen minimalen spezifischen Kraftstoffverbrauch.
 
Ausgestattet ist der Großtraktor mit einem kompakten MAN Sechszylinder-Motor mit 12,4 Liter Hubraum und VTG Turbolader, der laut Fendt für eine dynamische Leistungsentfaltung und ein hohes Drehmoment schon im unteren Drehzahlbereich sorgt. Das maximale Drehmoment von bis zu 2.400 Nm liegt beim Fendt 1050 Vario bei lediglich 1.100 U/min. Das Niedrigdrehzahlkonzept ist ausgelegt auf 1.700 U/min, der Hauptarbeitsbereich liegt zwischen 1.150 - 1.550 U/min.
  • 60 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht der 1000 Vario mit 1.450 U/min,
  • 50 km/h mit 1.200 U/min,
  • bei 40 km/h liegt die Drehzahl bei 950 U/min.

Aus Vario-Getriebe wird integrierter Antriebstrang VarioDrive

Mit dem "VarioDrive" entwickelte Fendt einen komplett neuen Antriebstrang. Bislang versorgte man über das klassische Getriebe die Hinterachse und im Falle des zugeschalteten Allradantriebs auch die Vorderachse in einem festen Verhältnis mit Drehmoment. Mit dem neuen VarioDrive kann nun die Vorderachse über einen zweiten, separaten Getriebeausgang unabhängig von der Hinterachse angetrieben werden. Das bekannte Vario-Getriebe wurde zum VarioDrive Antriebstrang erweitert, der direkt auf die beiden Achsen wirkt.
 
Der Triebsatz des VarioDrive arbeitet hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigt. Er verfügt über eine Hydropumpe und zwei unabhängige Hydromotoren, die jeweils Vorder- und Hinterachse getrennt voneinander mit Antriebsmoment versorgen. Der Hydromotor HA (Hinterachse) wirkt mit einer hydrostatisch-mechanischen Leistungsverzweigung über Planetensatz und Summierung im gesamten Geschwindigkeitsbereich auf die Hinterachse. Der Hydromotor VA (Vorderachse) ist direkt mit der Vorderachse verbunden und sorgt somit hauptsächlich auf dem Feld für eine hohe Zugkraft.
 
Durch die Überlagerung der Wirkbereiche vom Antrieb auf Vorder- und Hinterachse steht die maximale Getriebeausgangsleistung über den gesamten Fahrbereich von 0 bis 60 km/h ohne Zugkraftunterbrechung (Fahrbereichsschaltung) zur Verfügung. Da der Hydromotor VA dank intelligenter Getriebeauslegung ab zirka 25 km/h kein Drehmoment mehr an die Vorderachse überträgt, wird dieser bei höheren Geschwindigkeiten komplett abgekoppelt. Damit entfallen Schleppverluste, die wesentlich zu einer Effizienzsteigerung bei Straßenfahrten beitragen sollen.

Kühlungstechnologie Concentric Air System (CAS)

Auch die Kühlungstechnologie "Concentric Air System" (CAS) des Fendt 1000 Vario wurde neu entwickelt. Das Herzstück des CAS ist ein konzentrischer Hochleistungslüfter, der vor den Kühlpaketen sitzt und kalte Luft durch die Wärmetauscher drückt. Der Spalt zwischen den metallischen Lüfterschaufeln und der Aluminiumhutze beträgt weniger als zwei mm. Das Lüfterrad vor dem Kühlpaket saugt im Gegensatz zu Standardlüftern kalte Luft an. Da kalte Luft eine höhere Luftdichte hat, kann mehr Luftmasse durch die Wärmetauscher gedrückt werden und damit im Verhältnis sehr viel Wärme aufgenommen und abgeführt werden. Die Abmaße des Concentric Air System (CAS) können dank geleitetem Luftstrom überaus kompakt gehalten werden.
 
Das Concentric Air System wird durch einen eignen Hydraulikmotor angetrieben. Damit ist das CAS komplett von der Motordrehzahl entkoppelt und kann flexibel und bedarfsgerecht angesteuert werden.

Angepasste Hochleistungshydraulik

Der neue Fendt 1000 Vario verfügt optional über eine Hochleistungshydraulik mit zwei voneinander unabhängigen, hydraulischen Kreisen. Zwei autonome Axialkolbenpumpen können bedarfsgerecht Ansprüche an unterschiedliche Durchfluss- und Druckniveaus in den beiden Hydraulikarbeitskreisen erfüllen. Der Volumenstrom der Regelpumpe 1 liegt bei 220 l/min, der bei Regelpumpe 2 bei 210 l/min. Dadurch können zwei Verbraucher eines Anbaugerätes, die unterschiedliche Ansprüche an Durchfluss und Druckniveau haben, von je einer Pumpe angesteuert werden. Die Pumpen fördern durch integrierte Druckbegrenzungsventile in ihrem Arbeitskreis bei entsprechendem Druck immer bedarfsgerecht die passende Menge Öl.
 
Der neue Fendt 1000 Vario wird der Öffentlichkeit auf der Weltleitmesse für Landtechnik, der Agritechnica 2015, in allen technischen Details vorgestellt. An die ersten Kunden wird das "German Meisterwerk" im ersten Quartal 2016 ausgeliefert.

Fendt Vario 1000: Das steckt drin im "German Meisterwerk"

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