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Traktoren

Fendt Favorit 500C gebraucht kaufen: Darauf sollten Sie achten

© traction
von , am
08.07.2015

Von der beliebten 550er-Serie von Fendt sind Exemplare mit wenig Betriebsstunden nur noch schwer zu finden. Doch die Traktoren haben auch ihre Schwachstellen. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie hier.

Allrounder: Viele Favorit 500 C wurden als „Alleskönner“ im Ackerbau, auf dem Hof und auf der Straße eingesetzt. © traction
Die 500er-Serie von Fendt schließt die Lücke zwischen den alten Farmer beziehungsweise Favorit-Modellen und den modernen Varios. Das Produktionsende dieser Baureihe kam für viele Landwirte viel zu schnell.
 
Auch wenn es heute fast keine Maschinen unterhalb der 7000 Stunden-Marke mehr gibt, lohnt es sich, beim Gebrauchtkauf ein solches Gerät in den näheren Beobachtungskreis zu legen.
 
Doch dabei gibt es auch einige Schwachstellen zu beachten, wie das Fachmagazin traction weiß.

Die technischen Daten zum MF8100

  • Motor: fünf Modelle mit 70 kW/95 PS bis 110 kW/150 PS; 4,15-l-Vierzylinder und 6,2-l-Sechszylinder (beides MWM); 2,300 U/min Nenndrehzahl; 30 bis 31 Prozent Drehmomentanstieg; 135 und 210 l Tankinhalt
  • Getriebe und Zapfwellen: Turboshift-Wendegetriebe mit 24/24 Gängen (44/44 mit Kriechgängen); 40 km/h, Vierfach-Zapfwelle (540, 750, 1.000, 1.400)
  • Hydraulik: Load-Sensing mit 101 und 104 l/min bei 200 bar; max. vier doppeltwirkende Steuergeräte (zwei Serie), 23 bzw. 35 l entnehmbare Ölmenge
  • Kraftheber: 5,7 bzw. 6,9 t maximale Hubkraft im Heck, 3,0 bzw. 3,9 t vorn (Frontkraftheber optional)
  • Abmessungen und Gewicht: Radstand 2,33 bis 2,61 m; Wenderadius ohne Lenkbremse 4,5 bis 5,5 m; Leergewicht 4,97 bis 5,54 t; zul. Gesamtgewicht 7,5 t

Achtung: Hier lauern die Schwachstellen

Die 500er sind grundsätzlich solide Arbeitstiere, haben aber laut traction vor allem bei Motor und Bremsen ein paar Schwachpunkte. Diese sollte man bei der Begutachtung sorgfältiger untersuchen.
 
Zudem ist die Wartungs- und Werkstatthistorie interessant - fragen Sie beim Verkäufer und/oder Vorbesitzer nach. Generell sollten Sie bei der Suche, Begutachtung und Probefahrt diese Bereiche genauer unter die Lupe nehmen: 
  • Motor: Da die Ladedrücke vor allem bei den größeren Modellen ziemlich hoch sind, sollte man beim Verkäufer nachhaken, welche Einzelteile bei wie vielen Betriebsstunden ausgetauscht wurden. Das Augenmerk liegt auf der Zylinderkopfdichtung und den Laufbuchsen. 
  • Kabelbaum: Hier entstehen oft Probleme durch angesammelten Schmutz und Wasser. Sie sollten beim Kauf unbedingt die Sauberkeit checken. Ein Schnitt in die Hülle kann hier übrigens Abhilfe schaffen, denn so können Wasser und Feuchtigkeit nach außen. 
  • Getriebe: Das ZF-Lastschaltgetriebe gilt grundsätzlich als robust. Trotzdem sollte man gerade bei höheren Stundenzahlen überprüfen, ob die Lamellenkupplungen des Lastschaltstufen Verschleißerscheinungen zeigen. Schalten Sie also jeden Gang und jede Lastschaltstufe nach oben und unten durch, um auf ruckende Übergänge oder auffällige Geräusche zu achten.
  • Bremsen: Die trockenen Bremsen in den Endantrieben müssen häufig nachgestellt werden. An den Stellschrauben in den Portalachsen lässt sich gut erkennen, wie oft diese schon nachgestellt wurden. Ein Bremsenwechsel ist ein aufwendiges Prozedere, da hier die Kabine angehoben und die Achstrichter abgeflanscht werden müssen.

MF8100: Pro und Contra

Der komfortable und moderne Arbeitsplatz mit 50 km/h, gefederter Vorderachse und einem präzisen Lastschaltgetriebe machen den Schlepper zu einer interessanten Gebrauchtmaschine. Wer auf solide Technik und logisch angeordnete Baugruppen setzt, kommt hier sicherlich auf seine Kosten, finden die traction-Redakteure. 
  • Pro: sehr guter Fahrkomfort, gefederte Vorderachse solides, komfortables Getriebe 50 km/h Vierfach-Zapfwelle
  • Contra: empfindliche Motorentechnik (vor allem bei der 6,2-l-Maschine), kleiner Dieseltank, schlechter Beifahrersitz, Übergang von Lastschaltstufe 2 auf Lastschaltstufe 3 schwergängig

Fendt Favorit 500: Welche Alternativen gibt es?

John Deere: Kräftiger Motor, hakelige Gangschaltung (oder stufenloses AutoPower), mäßiges Zapfwellengetriebe - das bieten die 6010er/6020er aus Mannheim. © Werkbild
SLH: Sie sind eine Empfehlung, solange die Elektronik läuft: Same Antares, Lamborghini Formula und Hürlimann Prestige. © Werkbild
Deutz-Fahr: Die zuverlässigen AgroStar fahren mit optionaler Zweifach-Lastschaltung, aber ohne Vorderachsfederung auf. © Werkbild
Case IH: Die Schlepper der ersten Maxxum-Baureihen mit bis zu 150 PS Leistung sind leicht, kompakt und durchzugsstark. © Werkbild
Case IH: Aus St. Valentin von Steyr kamen die CS zu Case IH. Hier gibt es solide Technik, 50 km/h und eine Vorderachsfederung. © Werkbild
Valtra Valmet: Kräftige Zugtiere mit gewöhnungsbedürftiger Lastschaltung und kleinem Tank, aber durchaus zuverlässig. © Werkbild
Massey Ferguson: Die „kleinen“ 3600er mit butterweichem Dynashift gelten als zuverlässiger als die Nachfolgebaureihe 8100. © Werkbild
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