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Produktneuheiten

Fendt: Von der großen Raupe zum kleinen Schwarm

Der Fendt 1100 Vario MT im Feldeinsatz.
am Freitag, 11.09.2020 - 11:35 (Jetzt kommentieren)

Wohin führt die Reise in der Landtechnik? Heißt es weiterhin größer, schneller, breiter oder setzen Digital-Farming-Produkte und Robotik den Blinker und begeben sich auf die Überholspur? Für beide Fälle hat Fendt auf dem Presse Camp 2020 in Wadenbrunn Lösungen vorgestellt.

Großtraktoren ziehen den Blick eines jeden Landtechnikfans auf sich – Traktoren mit Raupenlaufwerken noch mehr. Mit der 1100 Vario MT wandelt sich die ursprüngliche Challenger-Raupe in ein Stück Fendt-Gewächs. Auch die inneren Werte stammen nun von den eigenen Konstrukteuren: stufenloses Getriebe, Bedienoberfläche und gefederte Kabine. Einige Eigenschaften, die bei den Radtraktoren die Marke Fendt seit Jahren auszeichnet.

Detailaufnahme der Motorhaube

Die Baureihe Fendt 1100 Vario MT erweitert ihr Leistungsspektrum mit vier Modellen von 511 PS bis 673 PS. Bei den Motoren der Baureihe Fendt 1100 Vario MT setzt das Unternehmen nun auf einen 6-Zylinder-MAN-Motor und verabschiedet sich damit vom 12-Zylinder-AGCO-Motor, der im Vorgängermodell zum Einsatz kam. Damit hat der Fendt 1167 Vario MT die höchste PS-Leistung eines Raupentraktors mit einem stufenlosen Getriebe auf dem Markt. Nun stammen also auch die inneren Werte aus Marktoberdorf. Die ehemalige Challenger-Raupe ist nun deutlich von der Handschrift der Fendt'schen Konstrukteure geprägt. 

Das sind die Modelle der 1100-Vario-MT-Baureihe:

  • Fendt 1151 Vario MT: MAN 6-Zylinder Motor mit 15,2 L Hubraum
  • Fendt 1156 Vario MT: MAN 6-Zylinder Motor mit 15,2 L Hubraum
  • Fendt 1162 Vario MT: MAN 6-Zylinder Motor mit 15,2 L Hubraum
  • Fendt 1167 Vario MT: MAN 6-Zylinder Motor mit 16,2 L Hubraum

Fendt 1100 Vario MT: Bedienkomfort über das Varioterminal

Blick in die Kabine der Fendt 1100 Vario MT

Während einer kurzen Testfahrt mit dem Fendt 1100 Vario MT konnten wir uns vom neuen Fahrgefühl selbst überzeugen: Der Arbeitsplatz – die Kabine wurde von dem Fendt 900 Vario MT übernommen - ist ergonomisch, übersichtlich und komfortabel gestaltet. Das liegt unter anderem am stufenlosen Getriebe, der Kabinenfederung als auch der bekannten Bedienoberfläche mit Multifunktionsarmlehne und -joystick.

Neue Funktionen wie beispielsweise Turn Assistant (Spurführung und Vorgewendemanagement) entlasten den Fahrer zudem. Die Option sorgt dafür, dass alle notwendigen Maßnahmen am Vorgewende automatisch ohne Eingriffe am Lenkrad oder durch Tastendruck ablaufen nachdem sie einmal programmiert wurden. Momentan befindet sich die Raupe der Baureihe 1100 Vario MT noch im Prototypenstadium, die Produktion soll Anfang 2021 beginnen.

Datenmanagement: FendtONE bald auch Offboard

Darstellung der FendtOne-onboard-Lösung

FendtONE wurde im vergangenen Jahr als Neuheit vorgestellt. Es ist aktuell in den Modellen der Baureihen 300 und 700 Vario in der Onboard-Version verfügbar. Ab Januar 2021 soll es dann eine Offboard-Version geben.

FendtONE unterteilt sich in FendtONE onboard, die FendtONE Produkte auf der Maschine, und FendtONE offboard, die FendtONE Produkte, die zuhause oder von unterwegs verfügbar sind. Onboard werden digitale Produkte wie Fendt Task Doc (ehemals VarioDoc Pro) auf der Maschine ausgeführt. Die Planung und Verwaltung findet Offboard über den PC oder ein mobiles Endgerät statt. Die bestehenden und neuen digitalen Lösungen ergänzen sich komplementär. Mit FendtONE können Anwender ihre Zeit effizienter und produktiver nutzen.

FendtONE verfügt über eine Schnittstelle zu der unabhängigen Datenaustauschplattform agrirouter. Diese Schnittstelle ermöglicht einen Informationsaustausch mit verschiedenen Betriebssystemen und Maschinen, solange diese auch an den agrirouter angebunden sind.

Pflanzenschutzspritze Rogator wird präziser

Die Fendt Rogator 355 Pflanzenschutzspritze im Einsatz.

Seit Beginn des Jahres gibt es neben neuer Einzelradfederung und Gestängehöhenführung für die angehängte Fendt Rogator Pflanzenschutzspritze auch die automatische Düsensteuerung OptiNozzle. Diese soll dem Unternehmen zufolge dafür sorgen, dass ein optimales Applikationsergebnis bei garantierter Einhaltung der gewählten Abdriftreduktion erreicht wird.

So funktioniert OptiNozzle von Fendt: Der Anwender definiert die Ausbringmenge, den angestrebten Grad der Abdriftreduktion und einen passenden Druck für das optimale Tropfenspektrum. Das System wählt dann automatisch die passende, vorher installierte Düse oder Düsenkombination, sodass die gewünschte Abdriftminderungsklasse während der Applikation auch bei wechselnden Geschwindigkeiten oder Ausbringmengen eingehalten wird. Durch die automatische Anpassung der Düsen oder Düsenkombination wird der Geschwindigkeitsbereich bei der Applikation deutlich erweitert.

In Kombination mit TIM (Tractor Implement Management) errechnet der Fendt Rogator die optimale Geschwindigkeit für die vom Fahrer definierten Einstellungen und bestimmt damit automatisch die Geschwindigkeit des Gespanns. Zeitgleich passt die Spritze die verwendete Düse bzw. Düsenkombination an die geänderte Geschwindigkeit an.

Fendt Xaver: Neue Generation von Särobotern

Der Fendt Xaver mit Säeinheit.

Im Rahmen eines strategischen Forschungsprojektes entwickeln die Konstrukteure bei Fendt die nächste Generation von Feldrobotern. Die neue Serie des Fendt Xaver Säroboters unterscheidet sich zu den beiden Vorgängerstudien nicht nur äußerlich. Auch das Innenleben, die Saateinheit von Precision planting, ist vollkommen neu.

„Grundpfeiler unseres Schwarmsystems sind die Skalierbarkeit in Bezug auf Investitionskosten und Schlagkraft, die Minimierung von Ausfallrisiken durch Redundanz der Roboter sowie die Integration von Autonomie und Präzisionslandwirtschaft. Wir haben nach der Aussaat mit dem Fendt Xaver sozusagen eine Landkarte aller Nutzpflanzen auf dem Feld, die die Basis sämtlicher Folgearbeiten wie zum Beispiel Pflanzenschutz, mechanische Unkrautbekämpfung und Düngung darstellt. Unabhängig ob diese durch Roboter oder Traktoren ausgeführt werden“, so Dr. Benno Pichlmaier, Director Global Technology & Innovation.

Die Arbeitsleistung der Roboter von Fendt steigt

Ein Schwarm von autonom fahrenden Säeinheiten.

Als erstes fällt bei der neusten Generation des Fendt Xaver der Konzeptwechsel von vier auf drei Räder auf. Die größeren Räder bieten eine breitere Auflagefläche, eine höhere Bodenfreiheit und präzisere Tiefenführung. Gerade im Vorgewende zeigt sich die Stärke der neuen Generation: Mit nur zwei Metern braucht die autonome Landtechnik kaum Platz beim Wenden und führt den Vorgang aufgrund der Hinterradlenkung und Allradantrieb auch auf weichem Untergrund bodenschonend und energieeffizient aus. Zusätzliche Radgewichte in den Vorderrädern der Fendt Xaver ermöglichen neben einem ruhigeren Lauf nun auch einen hohen Schardruck für das Säen auf lehmigeren Böden. Voll ballastiert erreicht der Roboter ein maximales Gesamtgewicht von 250 kg, leer sind es unter 150 kg.

Der Saatguttank wurde in der neuen Generation der Fendt Xaver auf 20 Liter Volumen erweitert, ausreichend für rund  0,5 ha bei 90.000 Körner/ha.

Die Kapazität der Lithium-Ionen Batterie wurde auf 2,6 kWh angehoben. Ein Fendt Xaver kann damit rund eineinhalb Stunden arbeiten, bevor er zum Laden an die Basisstation muss. Ein Schwarm von sechs Robotereinheiten erreicht eine Flächenleistung von rund 3 ha/h inkl. Ladezeiten rund 2 ha/h. Das System ermöglicht dabei autonomen Einsatz rund um die Uhr.

Ziel des Robotik-Ansatzes ist es eine intelligente, ressourcenschonende und leistungsfähige Alternative zum kontinuierlichen Trend des Gewichtswachstums einzelner Großmaschinen darzustellen.

Mit Material von Fendt

Das sind die Neuheiten von Fendt

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