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Traktoren

Finnische Finesse: Die neue T-Serie von Valtra

© Mumme/Schranz
von , am
01.07.2015

Valtra hat seine Mittelklassetraktoren der T-Serie komplett überarbeitet. Zwar blieben die Finnen ihrem Bedienkonzept treu, doch erscheinen sie optisch in völlig neuem Design und bieten zudem einige interessante Details.

Die neue Valtra T-Serie wurde komplett überarbeitet und ist optisch kaum wiederzuerkennen. © Mumme/Schranz
Sie sind äußerlich kaum wiederzuerkennen. Dennoch beinhalten sie weiterhin das für Valtra typische Bedienkonzept der etwas anderen Art. Mit den Mittelklassetraktoren der T-Serie wollen die Finnen nun wieder zurück zu jenen Werten, die ihre Besitzer ehemals so an den Maschinen schätzten: Genügsamkeit und Zuverlässigkeit.
 
Karsten Schranz von der Fachzeitschrift traction nahm die neue T-Serie genauer unter die Lupe. Und entdeckte einige clevere Details.

Motor von AGCO Power

Insgesamt decken sechs verschiedene Modelle ein Spektrum von 155 bis 235 PS Maximalleistung bei 1,900 U/min ab. Die auf 2,100 U/min Nenndrehzahl eingestellten Motoren kommen von AGCO Power. Die beiden kleineren Modelle begnügen sich mit 6,6 l Hubraum, während die Großen ihre Kraft aus 7,4 l-Sechsendern schöpfen. Dieses Aggregat hat man in Finnland umfangreich weiterentwickelt. Nun kommt es erstmalig zum Einsatz.

Einfache Abgasreinigung für strengste Normeinhaltung

Natürlich erfüllen die Motoren, die unter den Bezeichnungen 66 AWF und 74 AWF laufen, die Abgasnorm Tier 4 final.
Diese erreicht man nur über einen Dieseloxidationskatalysator und eine SCR-Abgasnachbehandlung. Wenige Komponenten also, die kaputt gehen könnten. Für ein spontanes Ansprechverhalten sorgt ein elektronisch geregeltes Wastegate am Turbo, der den Motor unter Druck setzt. Für alle Modelle steht ein Boost von 15 PS zur Verfügung. Das maximale Drehmoment erreichen die Finnen schon bei 1,500 U/min.

Unter der Haube: Praktische Details

Das Herz des Finnen steckt unter der dreiteilig zu öffnenden neuen Haube. Das zentrale Kühlerpaket ist hinter der Front angebracht und es lässt sich zum Ausblasen praktisch aufschwenken.
 
Toll finden die traction-Redakteure, dass man die schwenkbaren Kotflügel mit einem herzhaften Ruck über den Anschlag in Wartungsposition einrasten kann. Das Wartungsintervall verlängerte man auf 600 Stunden. Sehr gut gefiel den Testern zudem das Schauglas für das Hydrauliköl, das direkt hinter dem Aufstieg gut sichtbar platziert ist.

Getriebe für enormen Fahrkomfort

Das Lastschaltgetriebe bietet 20 Vor- und Rückwärtsgänge. Der Nutzer kann unterschiedliche Anfahrgänge für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt getrennt voneinander programmieren. Die Schaltzeitpunkte sowohl für das Hoch- als auch für das Runterschalten lassen sich drehzahlabhängig im Display konfigurieren. Unterm Strich bietet das Getriebe dank der automatisierten Schaltvorgänge enormen Fahrkomfort, so das traction-Urteil.

Stufenlosgetriebe mit nützlichen Extras

4.900 Euro Aufpreis kostet der voll in den Rahmen integrierte Frontkraftheber bei Valtra. © Mumme/Schranz
Die Stufenlosgetriebe werden bei Valtra gefertigt. Das Getriebe bietet vier Fahr- beziehungsweise Geschwindigkeitsbereiche, die über die Softkeys am Fahrhebel vorgewählt oder gewechselt werden. Auch beim Stufenlosgetriebe kann das Ansprechverhalten der Wendeschaltung und dessen „Aggressivität“ verstellt werden. Gerade beim Bergabfahren mit einem Anhänger ist das ein nützliches Extra.

Typisch Valtra: Das etwas andere Bedienkonzept

Valtra macht bei der Bedienung einiges anders als andere Hersteller. Sich in die Logik hineinzufinden, braucht etwas Zeit. Doch die gleiche Zeit muss man sich auch bei anderen Herstellern nehmen, um die immer größeren individualisierbaren Displays auf seine Bedürfnisse anzupassen und die wichtigen von den weniger wichtigen Informationen zu trennen.
 
Das Display der neuen T-Serie ist wegen seiner geringen Größe begrenzt. Daher ist jeder Parameter durch Codes abgekürzt. Diese muss man erst einmal kennen. Jedoch sind es vor allem Einstellungen, die man nicht sehr häufig verändert.

Schnelle Reaktion möglich

Manche Funktionen werden klassisch über Knöpfe und Schalter und nicht im Menü geändert, zum Beispiel die Aggressivität, also wie das Direct-Getriebe verzögern und beschleunigen soll. Der Taster findet direkt neben dem Fahrhebel Platz. Somit kann man schnell auf unterschiedliche Situationen reagieren. Eines muss bei Valtra jedoch klar sein: ISOBUS und Lenksystem gibt es nur über einen externen Bildschirm.

Technische Daten

  • Motor: 6,6 (66AWF) bzw. 7,4 (74AWF)-l-Reihensechszylinder Agco Power, Tier 4 final, Turbolader, elektronisches Wastegate, Dieseloxidationskatalysator, SCR Abgasnachbehandlung, 380 l Diesel, 70 l Ad Blue
  • Hydraulik und Kraftheber: Load Sensing, 115 l/min (160 l/min optional). Max. 7 Steuergeräte hinten, 3 vorne, Hubkraft hinten: 8,1 t (9,5 t optional). Vorne: 5,1 t
  • Abmessungen und Gewichte: Radstand 2,9 m, Länge 5,8 m, Höhe 3,1 m, Wendekreis 5,25 m, Bodenfreiheit 0,6 m, Leergewicht 7,3 t, zul. Gesamtgewicht 13,5 t
  • Preis (zzgl. MwSt.): 107,741 bis 165,898 Euro in Serienausstattung

Finnische Finesse: Die neue T-Serie von Valtra

Valtra T-Serie in der BG
Geschmacksache: Natürlich kann man bei der neuen T-Serie aus insgesamt sieben Farben wählen. Typisch Valtra! © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Die AGCO-Power Motoren bieten 6,6 oder 7,4 l Hubraum und bis zu 1.000 Nm. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Tier 4 final erreichen alle Aggregate mit wenigen technischen Komponenten. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Das Kühlerpaket sitzt in der Front und ist leicht zugänglich. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Imposant: Die neue Valtra-T-Serie wirkt modern und angriffslustig. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Die luftgefederte Vorderachse Aires gibt es nur bei Valtra. Der Fahrkomfort überzeugt, sperrbar ist sie aber nicht. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Der Frontkraftheber kostet 4.900 Euro Aufpreis und ist voll in den Rahmen integriert. Auf Wunsch gibt es vorn zwei Steuergeräte. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Frontladerarbeiten machen mit dem Finnen dank Dachluke, gut dosierbarem Joystick und einstellbarer Wendeschaltung Spaß. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Die Lastschaltgetriebe bieten auf der Straße viel Komfort. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Durch die weit nach unten gezogene Heckscheibe ist das Zurücksetzen und Ankuppeln sehr einfach. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Bis zu sieben Steuergeräte gibt es im Heck. Die Loadsensing liefert auf Wunsch bis zu 160 l/min. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Die neue Kabine ist ordentlich dimensioniert. Top: der flache Kabinenboden ohne Stufen! © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Die aktive pneumatische Kabinenfederung verrechnet auch Werte der Vorderachse. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Wendeschaltung links, Blinkerhebel rechts: Das ist ungewohnt, aber nicht unsinnig! © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Der Work-Monitor im A-Holm zeigt aktuelle Fahrzustände und ist Serie. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Der Monitor am Ende der Armlehne ist in der Darstellung begrenzt. Nach kurzer Einarbeitung fällt die Bedienung aber leicht. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Auf der rechten Seite ist ein staubdichter Kasten angebracht, in dem sich die Batterie befindet. Zum Scheibenputzen gibt es Stufen. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
In der Active-Variante gibt es mechanische Steuergeräte, die ordentlich platziert sind. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Die Armlehne ist verstellbar. Materialanmutung und die Funktionalität passen. © Mumme/Schranz
Valtra T-Serie
Die elektrische Anwahl der Zapfwellengeschwindigkeiten ist Serie. © Mumme/Schranz
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