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Förderprogramm

Fördermittel für Energieeffizienz: So berechnen Sie Ihre Einsparungen

Symbolbild Energieeffizienz
am Freitag, 30.10.2020 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Ab November lassen sich Fördermittelanträge für energieeffizientere Maschinen und Geräte stellen. Dazu müssen Sie die Einsparung an Wärme oder Strom und CO2-Emissionen belegen. Wir sagen, was förderfähig ist, wie Sie rechnen müssen und welche Hilfen Sie nutzen können.

Das Bundesprogramm Energieeffizienz für Landwirtschaft und Gartenbau ist seit diesem Jahr ein Teil des Klimaschutzplans 2030 der Bundesregierung für die Landwirtschaft. Dafür stehen aus dem Energie- und Klimafonds 156 Mio. Euro bis zum 31. Dezember 2023 zur Verfügung.

Ziel ist es, den CO2-Ausstoß der Landwirtschaft bis 2030 um 14 Mio. t CO2 gegenüber 2014 zu senken. Gefördert werden

  • Energieberatung,
  • Modernisierung und Neubau von energieeffizienten Anlagen,
  • regenerative Eigenenergieerzeugung und Abwärmenutzung,
  • Elektrifizierung mobiler Maschinen und Geräte,
  • Wissenstransfer und Informationsmaßnahmen, 
  • Einzelmaßnahmen.

Einzelmaßnahmen: 30 Prozent des Investitionsvolumens werden gefördert

Bei den Einzelmaßnahmen sind auch mehrere Investitionen zum Austausch oder zur Nach- und Umrüstung von technisch hocheffizienten Anlagenteilen förderfähig, sofern sie Energie einsparen. Dafür ist bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein Antrag zu stellen.

Der maximale Zuschuss beträgt hier 30 Prozent der Investition. Die Investition muss mindestens 3.000 Euro netto betragen. Die Höchstgrenze beträgt 500.000 Euro pro Unternehmen und Vorhaben. Auch eine Beratung lässt sich nach vorherigem Antrag mit bis zu 80 Prozent netto fördern.

Für diese einzelnen Investitionen lässt sich ein Förderantrag stellen

Die fachlichen Anforderungen sind in einem eigenen BLE-Merkblatt zu finden. Förderfähig sind:

  • automatische Reifendruckregelanlagen, auch bei erstmaliger Ausstattung (wobei der Kompressor den Druck während der Fahrt von 0,4 bis 6,0 bar ändern können muss; zur Nachrüstung nur 1- und 2-Leitersysteme; bei Neuanschaffungen des Fahrzeugs ist auch Druckluftversorgung auf der Radinnenseite oder durch die Achse förderfähig),
  • elektrische Motoren und Antriebe (Effizienzklasse IE4; Effizienz mehr als 82,4 Prozent),
  • Pumpen (Nass-/Trockenläufer, Tauch-Wasserpumpen),
  • Ventilatoren (axial, radial, diagonal, Querstrom, 0,125 bis 500 kW Eingangsleistung),
  • Kompressoren (bis 11 kW Nennleistung, 3 bis 15 bar),
  • Vorkühler in Milchkühlanlagen, auch bei erstmaliger Ausstattung (Platten- und Rohrkühler, Nutzung vorgewärmten Wassers für Tränkwasser, Reduzierung der Milchtemperatur im Einlauf zum Tank um mindestens 15 Kelvin),
  • Energieschirme, auch bei erstmaliger Ausstattung,
  • festinstallierte Mehrfachbedeckungen bei Gewächshäusern, auch bei erstmaliger Ausstattung.

So berechnen Sie Ihre Einsparungen an Energie und Emissionen

Für den Antrag ist es nötig, den bisherigen betrieblichen Verbrauch und die künftige Einsparung an Endenergie gegenüber der derzeit verwendeten Technik anzugeben. Das muss getrennt nach Wärme und Strom geschehen. Die eingesparte Energie ist zudem in CO2-Emissionsäquivalenten anzugeben. Dafür werden Faktoren genannt.

Die BLE-Berechnungshilfe können Sie hier als Excel-Tabelle herunterladen. Die gesamte Einsparung an Energie und Emissionen lässt sich damit berechnen.

Die Berechnungshilfe zur Energieffizienz lässt sich hier herunterladen

In die Excel-Tabelle können Sie eigenen Werte eintragen, die Sie als Verwendungsnachweis mit einreichen müssen. In der Übersicht finden Sie die nötigen Zahlen, die eine Einsparung nachweisen. Dabei sind meist Ist- und Soll-Zustand anzugeben. Bei der Energieeinsparung gibt es je nach Energieträger CO2-Faktoren.

  • Für Reifendruckregler zum Beispiel lassen sich die gesamten Betriebsstundenzahlen pro Jahr eintragen, der durchschnittliche Dieselverbrauch je Betriebsstunde, um zum Energieverbrauch zu kommen. So lassen sich die Einsparungen an Energie und CO2-Emissionen genau berechnen.
  • Für Milchvorkühlanlagen beispielsweise lässt sich mit dem Energiebedarf pro 100 kg Milch rechnen, mit und ohne Vorkühler und je nach Milchleistung pro Jahr, um zum Energieverbrauch und zur Einsparung zu kommen.
  • Für Gewächshäuser sind Angaben nötig zur Dämmung, Heizung, Klimaregeltechnik oder Flächennutzung.

Anträge für die Förderung lassen sich ab 1.November 2020 über das online-Förderportal des Bundes stellen. Das Portal finden Sie hier.

Mit Material von BLE

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