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Traktoren

Forschungsobjekt Pflanzenöl im Traktor

von , am
22.11.2012

Straubing - Die Qualität von Pflanzenöl als hochwertigem Kraftstoff sichern und an die hohen hohen Anforderungen anpassen: Das ist das Ziel eines Forschungsprojekts des Technologie- und Förderzentrums in Straubing.

Dr. Edgar Remmele (3. v. links) mit Forschern des TFZ, regineering und Leitern der Versuchsbetriebe. © TFZ
Das Projekt "BayTrak" ist diese Woche gestartet und soll zwei Jahre lang laufen. Der volle Titel: "Begleitforschung zum Einsatz pflanzenöltauglicher Traktoren auf bayerischen Versuchsgütern". Um die Qualität von Pflanzenöl als hochwertigen Kraftstoff zu sichern und an die hohen Anforderungen anzupassen, sei eine wissenschaftliche Analyse unabdingbar, stellt Dr. Edgar Remmele, Leiter des Sachgebietes Biogene Kraft-, Schmier- und Verfahrensstoffe am TFZ, fest: "Die gestiegenen Ansprüche an die Qualität des Pflanzenöls seitens der Motorenhersteller sowie die Einhaltung neuer gesetzlicher Abgasstufen erfordern eine wissenschaftliche Begleitung, um Pflanzenöl auch weiterhin als regenerativen und schadstoffarmen Kraftstoff für die Landwirtschaft etablieren zu können."

Vergleich zwischen Pflanzenöl und konventionellem Diesel

Das TFZ übernimmt in den Wintermonaten wichtige Messungen am hauseigenen Traktorenprüfstand. Leistung, Verbrauch und Emissionen der Traktoren werden im Pflanzenölbetrieb ausgewertet und den Ergebnissen mit konventionellem Diesel gegenübergestellt. Anhand der Erkenntnisse sind schließlich Aussagen zu Abgasemissionen, deren Schwankungsbreite und Veränderung im realen Betrieb möglich.
 
Weitere Optimierungsmöglichkeiten können durch den Eingriff ins Motormanagement vorgenommen werden, die der beteiligte Projektpartner regineering GmbH zusammen mit dem TFZ erforscht.

Zehn Traktoren im Praxistest

Auf freier Flur werden die insgesamt zehn mit Pflanzenöl betriebenen Traktoren auf den Versuchsbetrieben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) unter Praxisbedingungen analysiert. Wichtige Informationen zum gesamten Betriebsverhalten können schließlich ebenfalls in die Dokumentation einfließen.
 
Durch die realen Einsatzbedingungen wollen die Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag zum Nachweis der Praxistauglichkeit von Pflanzenöltraktoren über deren gesamten Lebenszyklus leisten.
 
In vorangegangenen Forschungsprojekten ließen sich beispielsweise keine Kraftstoff bedingten Störungen eines Traktors der Abgasstufe I im Zeitraum von 5.300 Betriebsstunden feststellen. Das TFZ ist aber nicht nur auf Grund der technischen Eigenschaften von Pflanzenöl überzeugt: "Der Klimaschutz, die regionale Erzeugung und Verfügbarkeit, das wertvolle gentechnikfreie Proteinfutter, das bei der Erzeugung anfällt, und die geringe Ökotoxizität sind Pluspunkte, die eindeutig für Pflanzenölkraftstoff sprechen", unterstreicht Remmele. "Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus überwiegen die Vorteile für Mensch und Natur, wenn Pflanzenölkraftstoff in der Landwirtschaft eingesetzt wird."
 
Das Projekt wird vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium gefördert.
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