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Verkehrsrecht

Frontpflug auf der Straße: So ist die Rechtslage

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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Traktor Frontflug
© Matthias Mumme/traction
Matthias Mumme, traction ,
am
13.01.2016

Was gibt es bei einem Frontpflug während des Straßentransportes zu beachten? Die Redakteure der traction haben die Rechtslage und Tipps für das Fahren eines Frontpfluges zusammengestellt.

Ein Grund, warum viele Praktiker den Einsatz eines Frontpflugs scheuen, ist sicher der erhöhte Aufwand beim Straßentransport. Was sagt die Gesetzeslage? Grundsätzlich gilt folgendes:

Sichtfeldeinschränkung muss ausgeglichen werden

Nach § 30 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung darf der Abstand des vorderen Endes des Frontanbaugeräts bis zur Lenkradmitte des Traktors nicht mehr als 3,50 m betragen. Die Sichtfeldeinschränkung muss in jedem Fall ausgeglichen werden!

Das heißt für die Praxis: An Hofausfahrten oder Kreuzungen muss unter Umständen eine Person als Einweiser fungieren, sollte das Vorbaumaß von 3,50 m in der Fronthydraulik überschritten werden. Eine Ausnahmegenehmigung bei Überschreitung des Vorbaumaßes ist jedoch nicht notwendig.

Ein Einweiser ist nicht zwingend nötig

Doch das Gesetz schreibt nicht zwingend eine Person als Einweiser vor: Die Sichtfeldeinschränkung kann auch durch „geeignete, zusätzliche technische Maßnahmen“ ausgeglichen werden. In der Praxis sind das Kamerasysteme oder Spiegel, die auf der Maschine montiert werden. Der Sichtfeldausgleich über Kameras ist übrigens nicht eindeutig rechtlich geklärt: Kongskilde hat beispielsweise für die Frontpflüge Spiegel im Angebot, weil Kameras das Bild nicht in Echtzeit übertragen und somit eine Freigabe für den Straßenverkehr (noch) nicht erteilt wurde.

Fazit

Unterm Strich sollte sich der Fahrer bewusst über die Abmaße seiner Geräte sein und auch den speziellen Blickwinkel, den man über Kamerasysteme oder Spiegel auf den Straßenverkehr hat, bedenken.

Frontpflug vs. Aufsattelpflug

Ob die aufgelöste Kombination oder der Aufsatteldrehpflug besser passen, hängt auch von den Flächenstrukturen und vom Relief ab. © Matthias Mumme/traction
Für die Messungen stellte Deutz-Fahr einen Agrotron 6160P zur Verfügung. © Matthias Mumme/traction
Der Mittelklassetraktor war mit Dieselsäulen ausgerüstet, die eine direkte Messung in jeder Parzelle ermöglichten. Der Radschlupf wurde durch Zählung der Radumdrehungen ermittelt. © Matthias Mumme/traction
Die Arbeitstiefe stellten die traction-Readakteure auf 25 cm ein und die Schnittbreite betrug 40 cm. Der Boden auf den Testflächen war am Versuchstag sehr leichtzügig und trocken. © Matthias Mumme/traction
Beim Frontpflug ist auf die korrekte Einstellung des Oberlenkers und des Zugpunkts zu achten. © Matthias Mumme/traction
Der Aufsatteldrehpflug benötigt am Vorgewende mehr Platz. © Matthias Mumme/traction
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