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Was bedeutet eigentlich ISO-XML?

Traktor-Duengerstreuer-Digital
am Freitag, 03.01.2020 - 10:39 (Jetzt kommentieren)

„Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum?“ agrarheute erklärt regelmäßig unbekannte Begriffe und komplexe Sachverhalte. Dieses Mal: Was bedeutet eigentlich ISO-XML?

Spätestens wenn Sie Auftragsdaten aus der Schlagkartei in das Traktorterminal einlesen, treffen Sie auf den Begriff ISO-XML. Die Endung „.XML“ beschreibt ein weitverbreitetes Dateiformat und wird immer dann benutzt, wenn Informationen zwischen Computer oder Maschinen fließen. Den Zusatz „ISO“ gibt es nur in der Landwirtschaft.

ISO-XML-Format: Lesen und Schreiben

Hat eine Datei das ISO-XML-Format, versichert sie, dass sie mit einem ISOBUS-Terminals sprechen kann – egal von welchem Hersteller das Terminal stammt. Beispiele für ISO-XML-Dateien sind Karten für die teilflächenspezifische Düngung. Der Weg der Daten vom PC zum Traktor funktioniert auch anders herum. Dann dokumentiert das Traktorterminal und schreibt die ausgebrachte Düngermenge, die benötigte Arbeitszeit oder den Dieselverbrauch in eine ISO-XML-Datei. Am Ende landet die Information vom Terminal in der Schlagkartei, wo sie abgelegt und ausgewertet werden kann.

Tipp für Precision-Farming-Freaks

ISO-XML-Dateien basieren auf Text und lassen sich mit einem einfachen Texteditor öffnen. Um sie zu verändern, muss man die Sprache verstehen und Erfahrung im Programmieren besitzen. Für den praktischen Einsatz in der Landwirtschaft ist das zum Glück nicht notwendig.

Karten sind häufig im Shape-Format

Applikationskarten wechseln häufig als Shape-Datei (.shp) vom Hofbüro auf das Traktorterminal. Besser läuft der Datenaustausch per ISO-XML, denn in der Datei Taskdata.xml sind nicht nur Applikationswerte enthalten, sondern auch weitere Informationen wie Schlagname, Kunde, Fahrer, Mittelnamen oder Ähnliches. Außerdem arbeitet das Traktorterminal mit demselben Datenstand wie die Ackerschlagkartei und die Zusatzinformationen aus der ISO-XML-Datei erleichtern die spätere Dokumentation.

ISO XML erleichtert die Arbeit

Wer beispielsweise Mais teilflächenspezifisch aussät und gleichzeitig den Dünger nach Karte in den Boden bringt, nutzt in einem ISO-XML-Auftrag zwei verschiedene Applikationskarten. Anhand der Zusatzinformationen weiß der Fahrer, welche Sorte oder welche Düngerart verwendet werden soll. Für den praktischen Einsatz sind zwei Dinge wichtig zu wissen: Liefern mein Farmmanagementprogramm und mein Kartendienstleister Shape- oder ISO-XML-Dateien und welches Dateiformat können meine Geräteterminals einlesen?

Fit für die Zukunft

Landwirtschaft wird digitaler und neue Ideen und Dienste bringen das ISO-XML-Format an seine Grenzen. Es kann beispielsweise nur abgeschlossene Aufträge als Datei verschicken und keine Daten in Echtzeit senden. Das wäre aber notwendig, um Telemetriedaten wie die Position der Maschine in der Farmmanagement-Software anzuzeigen. Um das möglich zu machen steht bereits das neue Dateiformat EFDI in den Startlöchern. Trotzdem werden ISO-XML und Shape in den nächsten Jahren der Standard für den Austausch von Applika-tionskarten bleiben.

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