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Lenksystem

AutoTrac: So lenken Fendt und Co mit dem John Deere-Parallelfahrsystem

Fendt Traktor mit Sämaschine und Lenksystem
am Freitag, 15.07.2022 - 05:20 (Jetzt kommentieren)

John Deere ist mit seinem Lenksystem AutoTrac führend. Jetzt soll es noch einfacher sein, das John-Deere-Lenksystem auf Traktoren von anderen Marken zu nutzen. Dabei nutzt John Deere eine clevere ISOBUS-Funktion. Wir erklären die neue Nachrüstlösung und sagen, warum es nicht immer ganz so einfach ist.

John Deere ist für sein Spurführungssystem AutoTrac und die dazugehörigen gelben GPS-Empfänger (Satellitenreceiver) auf dem Kabinendach von Traktoren, Mähdrescher und Feldhäckslern bekannt. In der landwirtschaftlichen Praxis gibt es daher einige Maschinen von Marken wie beispielsweise Fendt, Claas, New Holland oder Case IH, die mit dem AutoTrac-System von John Deere lenken.

Diese Möglichkeiten gab es bisher, um John Deere Autotrac nachzurüsten

Fabrikatfremde Traktoren und Erntemaschinen mit John Deere AutoTrac Spurführung auszustatten war bisher nur mit Nachrüstlösungen möglich. Beispielsweise konnte der John-Deere-Lenkradmotor AutoTrac Universal 300 oder der Umbausatz Green Fit von Reichhardt Elektronik, der eine Schnittstelle zur Steuerung des Traktors betreibt, genutzt werden. Diese Nachrüstlösungen soll es auch weiterhin geben, nur kommt jetzt eine weitere einfachere Alternative dazu: AutoTrac TIM über ISOBUS.

So kommt John Deere AutoTrac einfacher auf Fremdfabrikate

John Deere bietet jetzt eine neue Möglichkeit an, um die Spurführung AutoTrac auf Maschinen von anderen Herstellern einzusetzen. Das ist vor allem für Landwirte und Lohnunternehmer mit gemischten Flotten interessant, die mit einem System bei Spurführung und Datenmanagement arbeiten wollen.

Der Trick mit der ISOBUS-Funktion: TIM macht AutoTrac fit für Fremdfabrikate

Damit AutoTrac auf eine nicht-John-Deere-Maschinen kommt, nutzt John Deere clever eine ISOBUS-Funktionen: Die AutoTrac TIM Aktivierung für die Universellen Generation 4 Displays ermöglicht Landwirten und Lohnunternehmern, das AutoTrac Spurführungssystem auf Traktoren anderer Hersteller einzusetzen.

Was bedeutet TIM und warum kann man damit AutoTrac nutzen?

Fendt Traktor auf einem Acker mit Maisstoppeln.

TIM steht für Traktor-Geräte-Management und ist eine ISOBUS-Funktion. Mit TIM darf das Anbaugerät den Traktor steuern. Beispielsweise stoppt die Rundballenpresse den Traktor, sobald der Ballen in der Presskammer seine Sollgröße erreicht hat. Das war bisher bereits mit mehreren Traktorn unterschiedlicher Marken möglich. Mit dem Ausbau der TIM-Funktion ist kommen weitere Berechtigungen und damit Einsatzmöglichkeiten dazu. Das Anbaugerät kann den Traktor nicht nur stoppen, sondern über die Spurführung in die Lenkung eingreifen. Da die Funktion neu ist, gibt es aktuelle noch keine Maschine auf dem Markt, die die Funktion so nutzen. Die TIM-Funktion ist genormt und es gibt sie nicht nur bei John-Deere-Maschinen. Die TIM-Funktion ist von der herstellerübergreifenden Organisation Agricultural Electronics Foundation (AEF) zertifiziert. Alle Maschinen und Anbaugeräte mit der TIM-Zertifizierung können diese Funktion gemeinsam umsetzen.

Was braucht man für Spurführung über AutoTrac TIM?

Um die John-Deere-Spurführung AutoTrac TIM zu nutzen, benötigen Landwirte und Lohnunternehmer folgende Dinge

  • ISOBUS-Display John Deere Gen4 Universal 4240 oder 4640
  • Satellitenreceiver John Deere StarFire 6000 oder 7000
  • Traktor mit AEF-TIM-Zertifizierung

Bisher nur mit Fendt Vario: AutoTrac Spurführung auf Fremdfabrkate

Das Problem: Bisher gibt es nur sehr wenige Traktoren, die vom AEF eine TIM-Zertifizierung besitzen und für diese Funktion freigeschaltet sind. Nach Recherchen von agrarheute sind aktuelle lediglich Modelle von Fendt (Fendt 700 GEN6 und Fendt 900 GEN7) für TIM-Funktionen zertifiziert und die Komponente „automatisches Lenken“ freigeschaltet. John Deere geht aber davon aus, dass immer mehr Hersteller ihre Maschinen mit einer AEF-zertifizierten TIM-Schnittstelle anbieten werden.

Wie erfahre ich, ob auf meinem Traktor AutoTrac TIM funktionieren würde?

John Deere hat nach eigenen Angaben sein Lenksystem für alle AEF TIM-zertifizierten Traktoren über ISOBUS freischaltet. Wer prüfen möchte, ob sein Traktor die Maschinenkompatibilität für AutoTrac TIM erfüllt, kann kostenlose in der AEF-Datenbank suchen. Dort sind alle Traktoren und Displays mit ihrer ISOBUS-Funktionen und der Maschinenkompatibilität gelistet.

Mit AutoTrac TIM John Deere Operations Center nutzen

Haben Traktoren oder Erntemaschinen zusätzlich das JDLink-Modem verbaut, können Daten drahtlos und mit dem John Deere Operations Center ausgetauscht werden. Mit dem Online-Portal lassen sich Arbeiten planen, überwachen und analysieren und beispielsweise Applikationskarten für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung erstellen. Mit der Funktion John Deere AutoSetup ist es anschließend möglich, diese Informationen an die Traktoren ins Feld zu senden.

Mit Material von John Deere

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