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Kauf von Gebrauchtmaschinen

John Deere-Serien 7020 und 7030: Darauf sollten Sie achten

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

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© traction
Hermann Krauß, agrarheute ,
am
23.11.2015

Traktoren der Serien 7020 und 7030 von John Deere sind heute gebraucht recht zahlreich zu finden. Sie gelten als robust und äußerst stark. Ein paar heikle Schwachpunkte gibt es jedoch. traction klärt auf, wo diese liegen.

In neuem Design präsentierte John Deere 2003 seine 7020er- Serie, woraus 2007 dann die 7030er-Serie hervorging. Die Form der schweren Hirsche war/ist dem Design der 8000er John Deere entlehnt. Die Modelle sind heute zahlreich zu finden und aufgrund ihrer Stärke und Robustheit gefragt.

In der Ausgabe 05/2015 vergleicht die traction die beiden 7020er- und 7030er-Serien ausführlich miteinander und erklärt, worauf es beim Kauf eines Gebrauchten zu achten gilt. Hier finden Sie eine Zusammenfassung.

Technische Daten der beiden Serien von John Deere

Viele 7020/7030 haben in ihrem bisherigen Leben ordentlich Stunden gemacht und wurden dabei selten geschont. © traction

Motor: 6,8-l-Sechszylinder mit 170 und 185 PS Nennleistung (204 und 220 PS Maximalleistung mit IPM) in 7720 und 7820 sowie 185 bis 215 PS Nennleistung und 232 bis 269 PS Maximalleistung im 7730, 7830 und 7930; 8,1-l-Sechszylinder mit 200 PS Nennleistung und 234 PS Maximalleistung mit IPM im 7920; Tankinhalt 392 l (mit Tür rechts 358 l)

Getriebe & Zapfwellen: 20/20 PowerQuad Plus (40 km/h) oder AutoQuad Plus sowie stufenloses AutoPowr (jeweils 40 oder 50 km/h); Zweifach- oder Dreifachzapfwelle bei 7720/7730; zweifach bei allen anderen Modellen

Hydraulik & Kraftheber: 9,2 t maximale durchgehende Hubkraft (7,5 t nach OECD); 120 l/min (7020 & 7030) bzw. 174 l/min (Option bei 7030)

Gewichte: Leergewicht 7,7 bis 7,9 t; maximal zulässiges Gesamtgewicht 13,1 t

Checken Sie diese Punkte besonders gründlich

Die Serien 7020 und 7030 von John Deere gelten als grundsätzlich robust. Vor allem von den Motoren und den Lastschaltgetrieben hört man fast ausschließlich positives Feedback.

AutoPowr-Getriebe: Überprüfen Sie vor allem bei der Serie 7020 die Reparaturhistorie. Wenn Pumpen und Dichtungen bereits getauscht wurden, sollten eigentlich keine Probleme mehr auftauchen. Von Interesse sollte auch sein, wo der Schlepper eingesetzt wurde. Bei Familienbetrieben als Vorbesitzer sind Ölvermischungen seltener zu erwarten als bei Großbetrieben oder, je nach Einsatzbereich, auch Lohnunternehmen.

Getriebe: Beim Gebrauchtkauf gilt es, das Kreuzgelenk an der Getriebeeingangswelle auf eigenartige Geräusche zu überprüfen. Hier wurde von Werk aus ein Flansch ohne jegliche Arretierung aufgeschoben, um so Längstoleranzen auszugleichen. Durch die ewigen Lastwechsel scheint dieser aber mit der Zeit Spiel zu bekommen. Bei genauem Hinsehen kann man mit der Taschenlampe schon verdächtigen Abrieb erkennen.

Heckhubwerk: Lassen Sie sich nicht überraschen, wenn sich zur Probefahrt das Heckhubwerk nicht betätigen lässt. Ein schwerer Defekt liegt hier nicht vor. Grund dafür sind die Dichtmanschetten in den Hubarmen, die nach längerem Stillstand die Kolben einklemmen. Hier hilft nur rohe Gewalt, zum Beispiel mit einem langen Rohr, dass man zwischen Ackerschiene und Hinterachse klemmt, um so das Hubwerk herunterzudrücken.

Fazit der traction-Redaktion

Wer beim Gebrauchtkauf auf Leistung und Zuverlässigkeit setzt, ist mit den Serien 7020 und 7030 gut beraten. Die Schlepper bringen dank ausgereifter Motoren deutlich mehr Leistung als die Vorgängerserie. Das überarbeitete Getriebe und ein moderneres Hydraulikkonzept überzeugen. Allerdings sind die 7020er und 7030er rund zehn Prozent schwerer geworden. Alles in allem sind sie solide Baureihen, die ihren Haupteinsatzbereich im Ackerbau finden.

Positiv werten die Fachredakteure der traction:

  • sehr starker Motor mit guten Verbrauchswerten
  • sehr wendig
  • gute Rundumsicht
  • große Kabine mit guter Klimaautomatik
  • gute Hubkräfte und Hydraulikleistungen
  • einfache Getriebebedienung (AutoPowr)
  • einteilige Motorhaube

Negativ fielen hingegen auf:

  • anfällige Vorderachse (vor allem bei 7020)
  • schwergängige Schaltung (AutoQuad Plus und PowerQuad Plus)
  • Heckscheibe öffnet nur einen Spalt weit
  • keine Kabinenfederung (dafür Active Seat)
  • gemeinsamer Ölhaushalt problematisch bei AutoPowr

Gebrauchte Traktoren zwischen 190 und 250 PS

Dauerläufer: Viele 7020/7030 von John Deere haben in ihrem bisherigen Leben ordentlich Stunden gemacht und wurden dabei selten geschont. © traction
Favorit: Zu den Top-Sellern der Leistungsklasse gehören die stufenlosen 800-Vario- Modelle von Fendt. Die Preise der dynamischen Bayern sind teils gepfeffert. © traction
Powershift: Wer einen leichten Schlepper mit Full-Powershift sucht, wird eventuell beim New Holland TM fündig. © traction
Kräftig: Die 7000er von JCB sind mit ihren 70 km/h Endgeschwindigkeit eher etwas für Lohnunternehmer. Die Cummins-Motoren gelten als kräftig, das Lastschaltgetriebe kam weniger gut an. © traction
Robust: Die stufenlosen Getriebe von CNH gelten als unverwüstlich. Ob in Blau, Rot oder Rot-Weiß, man hat die Wahl. © traction
Kavalierstart: Die erste Generation Axion 800 hatte gewisse Startschwierigkeiten. Die meisten Qualitätsprobleme sind mittlerweile beseitigt, die Preise dennoch niedrig. © traction
Franzose: Stufenlos und mit starkem Sisu-Sechszylinder sind auch die 7400er von Massey Ferguson eine überlegenswerte Alternative. © traction
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