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Traktoren

Kettenreaktion: Challenger Raupentraktoren

von , am
15.02.2013

1986 entfachte Caterpillar mit der Einführung der Challenger Raupentraktoren eine kleine Revolution im Traktorenbau. Heute sind die Schlepper unter dem Dach von AGCO weltweit eine feste Größe, wenn es um schlupfarme Leis­tungsübertragung geht.

Maximale Zugkraft bei bestmöglicher Bodenschonung - dafür stehen Raupentraktoren. © agrartechnik
Raupentraktoren kommen immer dort zum Einsatz, wo maximale Zugkraft bei bestmöglicher Bodenschonung gefragt ist. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten Kettenschlepper verschiedener Hersteller ganze Landstriche urbar - und das auf allen Kontinenten.
 
Mit der Entwicklung immer stärkerer Radschlepper verschwanden die Boliden aus Stahl ab den 60er-Jahren jedoch allmählich von der Bildfläche. 1986 dann die Überraschung: Caterpillar präsentiert der Fachwelt den Challenger-65-Raupentraktor - nicht auf Stahlketten, sondern mit Gummibändern versehen. Diese werden von dem hinteren Antriebsrad reibschlüssig angetrieben. Gefederte Laufrollen sollen für eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts über die ganze Bandlänge sorgen. Und dank Differentiallenkung können die Schlepper fast auf der Stelle drehen. Dieses "Mobile Track System" wird ein Synonym für effiziente, schlupfarme Kraftübertragung. 

Farmer nehmen neue Technik gut an

Farmer auf der ganzen Welt nehmen die neue Technik wohlwollend an. Caterpillar beliefert bald nicht nur seinen Heimatmarkt in Nordamerika, sondern auch große Farmen in Australien, Südafrika und Europa. Außerhalb der USA und Kanadas werden Großbritannien und Italien die größten Absatzmärkte für die gelben Riesen. Auf den dort vorherrschenden schweren Böden und steilen Hanglagen sind sie Radschleppern und unhandlichen Knicklenkern in Sachen Zugkraft, Wendigkeit und Kippsicherheit deutlich überlegen.
 
Geglückter Richtungswechsel

Dabei wollte auch Caterpillar Ende der 70er Jahre ursprünglich einen konventionellen Knicklenker mit Rädern bauen. Gleichzeitig jedoch entwickelte eine andere Abteilung im Haus Gummi-Laufbänder, die schließlich vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich Schlupf, Bodendruck und Haltbarkeit lieferten. Und das Rohmaterial konnte kostengünstig aus dem Ausstoß der Reifenproduktion gewonnen werden.
 
Erste Funktionsmuster verwendeten zunächst noch schlauchlose Reifen zum Antrieb der Laufbänder. Als wesentlich langlebiger und unempfindlicher gegenüber Steinen erwiesen sich jedoch bald Stahlräder, die Caterpillar bereits seit dem ersten Modell, dem Challenger 65, verwendet. Die Entscheidung zur Produktion des Raupenschleppers fiel dann erst 1983, nachdem Prototypen auf Basis von Caterpillar-Planierraupen gute Resultate einfuhren. Doch bis zum Produktionsbeginn folgte eine weitere dreijährige weltweite Testphase - man wollte auf Nummer sicher gehen, dass die Schlepper auch wirklich unter allen Bedingungen einsatzfähig sind.

Wie die Geschichte der Challenger Raupentraktoren weiterging, können Sie als Abonennt der Agrartechnik hier lesen ...
 
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